Winnenden

Die Stadt Winnenden digitalisiert ihre Schulen

Büchnergymnasium
Das Schulleitungstandem des Georg-Büchner-Gymnasiums Pascal Märkl und Ilse Bulling freut sich über die neuen interaktiven Mediendisplays. © Stadt Winnenden

Die Digitalisierung an den Winnender Schulen schreitet voran. Das Georg-Büchner-Gymnasium und die Kastenschule sind die ersten Schulen in Winnenden, welche gemäß neuem, zeitgemäßem IT- und Medien-Standard umgebaut werden. Alle anderen Schulen werden nach und nach folgen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Das Büchner-Gymnasium arbeitet mit großen Wand-Displays

In den Klassenzimmern des Georg-Büchner-Gymnasiums sind die typischen Kreidetafeln weitgehend von interaktiven Medien-Displays abgelöst. Am Aufbau der Tafel ändert sich dabei erst mal wenig. Die beiden äußeren magnetischen Tafelflügel können mit einem speziellen Wachsstift beschrieben werden. Klappt man die Tafel auf, blickt man auf ein 86 Zoll großes Mediendisplay, welches gestochen scharf in HD-Qualität eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Unterrichtsgestaltung bietet.

Sieht aus wie die alte Tafelplatte, kariert oder liniert, ist aber digital

Die Tafel ist in das Netzwerk der Schule eingebunden. Die Lehrer loggen sich am Display ein und haben unter anderem Zugriff auf ihre Laufwerke, das dort abgelegte Unterrichtsmaterial, das Internet und eine interaktive Tafel. Der stellvertretende Schulleiter des Georg-Büchner-Gymnasiums, Pascal Märkl, demonstriert die verschiedenen Möglichkeiten des Medien-Displays: „Je nach Unterrichtsstunde kann eine linierte oder karierte Tafel ausgewählt werden, der Hintergrund weiß oder grün sein, Notenlinien oder ein ganz anderes Format, zum Beispiel ein Fußballfeld, aufgespielt werden.“

Schüler arbeiten bei Bedarf mit schuleigenen Laptops

Die Schüler arbeiten prinzipiell weiter mit Papier und Stift, in manchen Unterrichtsstunden arbeiten sie mit den schuleigenen Laptops, oder dürfen, sofern vom Lehrenden gewünscht und für manche Zwecke, ihr eigenes Handy benutzen. Haben Schüler/-innen zum Beispiel eine Präsentation vorbereitet, kann diese vom Laptop auf den Bildschirm gespiegelt werden.

Das interaktive Mediendisplay bietet ein größeres methodisches Repertoire wie die herkömmliche Kreidetafel. Unterrichtsinhalte können nun auf vielseitige Art und Weise übermittelt werden. Ein kurzer Clip aus dem Internet, ein Artikel aus einer Online-Zeitung, ein Foto oder ein Quiz. Lehrer können einfach und ohne große Gedanken zur Technik auf digitale Medien zugreifen.

Kastenschule wird gut verkabelt – Lessing-Gymnasium auch

Sybille Mack, städtische Amtsleiterin für Schulen, Kultur und Sport, sagt: „Im Georg-Büchner-Gymnasium und der Kastenschule werden die baulich für die digitale Ausstattung notwendigen Maßnahmen bis spätestens im Sommer 2021 abgeschlossen sein. In das kommende Schuljahr können die beiden Schulen dann in allen Klassenräumen mit neuster Medientechnik starten.“ Auch das Lessing-Gymnasium befinde sich ja aktuell im Umbau und werde bereits mit neuer LWL-Netzwerktechnik verkabelt.

Grundschule Schelmenholz und andere werden auch digitalisiert

Als Nächste sollen dann die Geschwister-Scholl-Realschule, die Albertville-Realschule, die Stöckach-Grundschule und die Grundschule Schelmenholz umgerüstet werden. „Alle Umbauten für die digitale Ausstattung erfolgen in Teilbauabschnitten, damit ein durchgehender paralleler Schulbetrieb ohne Schulschließungen gewährleistet ist“, versichert Mack.

Mittelfristig sollen alle Winnender Schulen breitbandig an das Internet mit symmetrischer Glasfaserleitung angebunden werden. Dazu komme flächendeckend für Schülerinnen/Schüler und Lehrerinnen/Lehrer WLAN.

Winnenden bekommt Fördergelder von 1,68 Millionen Euro

Der Bund stellt im Rahmen des „Digitalpakts Schule“ im Zeitraum 2019 bis 2024 Finanzhilfen in Höhe von fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Dazu kommt eine Teilleistung des Landes Baden-Württemberg. In Winnenden werden Fördermittel in Höhe von 1,38 Millionen besonders für die Beschaffung der Mediendisplays eingesetzt. Die Stadt hat aus diesem Grundpaket bisher circa 40 000 Euro ausgegeben. Dazu kommen 300 000 Euro aus dem 2. Fördertopf für die Beschaffung von Leihgeräten für Schüler. „Die Fördermittel sind bereits vollumfänglich eingegangen. Die Geräte wurden in den Sommerferien 2020 bestellt und konnten aufgrund von immensen Schwierigkeiten bei den Herstellern bisher nur in Teilen geliefert werden“, schreibt die Pressesprecherin der Stadt.

Stadt stellt Mitarbeiter ein für die Wartung der Geräte

Mit Geldern aus dem 3. Fördertopf würden nun auch Personalkosten als Anschubfinanzierung gefördert. Die Stadt Winnenden wird daher bis zum Sommer 2021 zwei weitere Stellen für die Administration und Wartung der Schul-IT besetzen. Sobald die Mitarbeitenden eingestellt sind, können die Fördermittel abgerufen werden.

„Wir sind mit den staatlichen Fördermitteln auf einem sehr guten Weg, was die Digitalisierung an den Winnender Schulen angeht. Dadurch können wir in einer zunehmenden Zahl von Winnender Klassenzimmern hochmoderne Technik einbauen. Das macht Mut für die Zukunft“, sagt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.