Winnenden

Eduard Fehr gehören die McDonalds-Filialen in Winnenden, Fellbach und Backnang: Jetzt plant er einen Lieferservice und schnellere Drive-in-Schalter

Mittagstisch: Mc Donalds
Eduard Fehr mit einem BigMac, einem Getränk und Pommes in der Filiale an der Max-Eyth-Straße. © ALEXANDRA PALMIZI

Mittwochmittag, 12 Uhr. Zeit, etwas zu essen. Der Parkplatz des McDonalds-Restaurants an der Max-Eyth-Straße ist voll. Einige Stellplätze sind zwar noch frei, parken kann dort allerdings niemand. Der Rückstau des Autoschalters zieht sich fast bis zur Restaurant-Einfahrt. So schnell sich die Blechlawine gebildet hat, ist sie allerdings auch wieder verschwunden. „Wir haben in unserem Drive-in einen Schnitt von etwa 100 Sekunden von der Bestellung bis zur Essensausgabe“, weiß Eduard Fehr, der Inhaber der McDonalds-Filiale. Diese Zahl ist dem 72-Jährigen besonders wichtig. Er weiß, dass viele seiner Kunden nicht viel Zeit mitbringen. „Meine Filialen sind unter den besten in ganz Deutschland, auch was die Schnelligkeit angeht“, erzählt er. Wenn Hochbetrieb herrscht, etwa zur Mittagszeit, könne es manchmal aber auch etwas länger dauern. Durch das Anbringen digitaler Anzeigetafeln im Autobestellbereich möchte er die Zeit weiter drücken. Denn spätestens seit Corona ist das Autogeschäft unverzichtbar. „70 Prozent unseres Umsatzes machen wir momentan mit dem Drive-in“, nennt Fehr eine Zahl zur Einordnung.

Auch im Restaurant stehen Kunden Schlange, essen dürfen sie dort momentan allerdings nicht. Wer seine Burger, Getränke und Pommes erhalten hat, der muss die Filiale verlassen. Gegessen wird dann im Auto, auf der Arbeit oder zu Hause.

Der Schweizer hat etwas erfunden, das weltweit in Autos verbaut ist

Als Fehr zum ersten Mal mit McDonalds in Kontakt gekommen ist, war die Corona-Pandemie noch weit entfernt. „Aufgewachsen bin ich in der Schweiz, in der Nähe von Zürich“, berichtet der 72-Jährige. Hat Fehr studiert, nachdem er mit der Schule fertig war? „Nein. Man muss wissen, dass ich Erfinder bin. So etwas kann man nicht lernen. Entweder man ist es oder nicht“, antwortet er. In den 70er Jahren habe er eine Halterung für Dichtungen in Autotüren erfunden. „Diese Erfindung ist heute weltweit im Einsatz“, so Fehr. Da er viel mit der deutschen Automobilindustrie zu tun hat, hält es ihn nicht mehr in der Schweiz. Fehr kommt nach Deutschland. Geschäftlich sei er viel herumgekommen, bis in die USA. „Ich war damals 22 und in der Nähe von Detroit“, erinnert sich Eduard Fehr. Ein Geschäftspartner lädt ihn zum Essen ein: zu McDonalds. „So etwas gab es in Deutschland damals noch nicht. Ich habe in meinen Big Mac gebissen und war fasziniert, auch von diesem ganzen System“, weiß Eduard Fehr noch genau. Zurück in Deutschland, findet er im Handelsblatt eine Anzeige von McDonalds: Lizenznehmer gesucht. Der heute 72-Jährige meldet sich sofort. „Ich war der Erste, der auf diese Anzeige reagiert hat. Das war 1972. Die Anzeige habe ich heute noch“, erzählt der Schweizer. Er trifft sich zu Gesprächen mit Verantwortlichen der Fast-Food-Kette. Bis er seine erste Filiale eröffnet, dauert es allerdings bis 1979. „In Ludwigsburg eröffnete ich damals das 91. McDonalds-Restaurant in Deutschland. Auch jetzt gehört es mir noch“, so Fehr. Damals habe man noch etwa 500 000 Mark investieren müssen. „Heute ist es über eine Million“, weiß der Restaurant-Inhaber.

Fehr hat den ersten McDrive in Europa eröffnet

Über die Jahre ist ein Restaurant nach dem anderen hinzugekommen. „Ich habe sparsam gelebt“, sagt Fehr. Beim Ludwigsburger Breuningerland eröffnete er den ersten McDonalds-Autoschalter innerhalb Europas. Heute Standard, damals höchst umstritten. „In Winnenden haben wir am 6. Dezember 1994 begonnen“, so der Schweizer und zählt seine restlichen Filialen auf: „Backnang, Fellbach, Stuttgart-Mühlhausen, Murr, Bietigheim-Bissingen, Kornwestheim.“ Mit den beiden in Ludwigsburg und dem Winnender Restaurant gehören ihm also insgesamt neun Stück. „Wenn es mittlerweile nicht schon überall Filialen geben würde, dann hätte ich wahrscheinlich mehr“, vermutet er. Wie er das bewerkstelligt? „Mein Sohn Christoph und zwei Gebietsleiter sind regelmäßig vor Ort. Ich selbst versuche, alle zwei Tage in den Restaurants zu sein“, so Fehr. In Winnenden habe er 45 Mitarbeiter, insgesamt eine Zahl von knapp über 400. Und es werden wahrscheinlich schon bald einige hinzukommen. „Wir sind gerade dran, einen Lieferdienst aufzuziehen“, spricht der Schweizer über ein aktuelles Projekt. 20 Autos zum Ausliefern der Burger, Pommes und Co habe er bestellt. Zunächst sei der Lieferservice für die Filialen in Fellbach, Kornwestheim und Stuttgart geplant. „Backnang oder Winnenden sollen folgen“, erzählt Fehr.

In verstärkter Konkurrenz sieht der 72-Jährige kein Problem

Die stetige Weiterentwicklung ist auch der Grund dafür, weshalb Fehr über andere Burgerläden, die in den letzten Jahren überall aus dem Boden sprießen, nur lächelt. Für seine Restaurants habe sich durch die Konkurrenz nicht viel verändert. „Wissen Sie“, beginnt Fehr, „früher haben wir noch auf Vorrat produziert und Burger warm gehalten. Mittlerweile machen wir die Burger frisch für jede Bestellung. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass es bei McDonalds einen Tischservice gibt oder man mit einer App bestellen kann? Wir entwickeln uns immer weiter, deshalb mache ich mir keine Sorgen. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.“

Geschmackstest: Knackige Pommes, saftiges Fleisch

Beim Testessen wählt der Redakteur ein Big-Mac-Menü, bestehend aus einem Burger, einer Portion Pommes und einem Kaltgetränk. Fast Food trifft hier tatsächlich zu, denn innerhalb weniger Minuten habe ich mein Essen verpackt in einer Papiertüte. Die Pommes sind knackig, der Burger saftig. Täglich wollte ich das nicht essen, doch ist es für mich eine Alternative. Vor allem, wenn es schnell gehen muss.

Mittwochmittag, 12 Uhr. Zeit, etwas zu essen. Der Parkplatz des McDonalds-Restaurants an der Max-Eyth-Straße ist voll. Einige Stellplätze sind zwar noch frei, parken kann dort allerdings niemand. Der Rückstau des Autoschalters zieht sich fast bis zur Restaurant-Einfahrt. So schnell sich die Blechlawine gebildet hat, ist sie allerdings auch wieder verschwunden. „Wir haben in unserem Drive-in einen Schnitt von etwa 100 Sekunden von der Bestellung bis zur Essensausgabe“, weiß Eduard Fehr, der

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