Winnenden

Ehre für verstorbenen Siegfried Steiger: Blaulicht-Eskorte, Martinshorn-Fanfare

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Trauermarsch Siegfried Steiger
Trauerzug Siegfried Steiger © ALEXANDRA PALMIZI
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Trauermarsch Siegfried Steiger
Trauerzug Siegfried Steiger © ALEXANDRA PALMIZI
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Trauermarsch Siegfried Steiger
Trauerzug Siegfried Steiger © ALEXANDRA PALMIZI

Ein außergewöhnlicher Mensch hat einen besonderen Abschied bekommen: Nach der Trauerfeier in der Schlosskirche ist der Sarg von Siegfried Steiger bis zum Stadtfriedhof von zehn Rettungsdienst-Fahrzeugen eskortiert worden. Dort schalteten die Fahrer der Wagen von DRK, Maltesern, Johannitern, ASB, DLRG, THW, Feuerwehr, Polizei und der Björn-Steiger-Stiftung die Martinshörner für einen kurzen, letzten Gruß ein.

Zu Fuß folgten die rund 120 Trauergäste dem Sarg anschließend auf den Friedhof, um den Gründer der Björn-Steiger-Stiftung, der am 17. März im Alter von 92 Jahren verstorben war, zu bestatten.

Helikopter der DRF bleibt der Bestattung fern

Dem Schneetreiben Tribut zollte der Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung, deren Präsident Siegfreid Steiger auch einst war. Wegen des Wetters blieb die Reservemaschine Winnenden fern. Die Familie hatte gleichwohl vorsorglich und fürsorglich das Kreisen des Helikopters über dem Friedhof vorher angekündigt, um niemanden aus der Bevölkerung zu erschrecken.

Hochrangige Gäste verneigen sich, dankbar für das Lebenswerk

Denn nichts lag auch Siegfried Steiger und seiner 17 Tage vor ihm verstorbenen Frau Ute Zeit ihres Lebens ferner, als Menschen zu irritieren. In ihren Nachrufen im Abschiedsgottesdienst zeichneten Pfarrer Karl Braungart, Tochter Nicole und Sohn Pierre und vier hochrangige Gäste hingegen das Bild von zwei ausgesprochen liebenswürdigen, aufgeschlossenen, das Leben und das Reisen genießenden Menschen. „Sie sind nicht zusammengebrochen nach dem Tod ihres Sohnes, sondern wollten etwas verändern“, zeigte sich Thomas Stobl, der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister des Landes Baden-Württemberg, „dankbar für dieses Lebenswerk, das seinesgleichen sucht“. Denn 1969, als Björn Steiger nach einem Autounfall am Schock starb, waren die Glieder des Rettungswesens, wie wir es heute kennen „allenfalls in Bruchstücken vorhanden“. Siegfried Steiger forderte von den Innenministern, aber auch von Wirtschaft und Gesellschaft in einem 15-Punkte-Programm, Notrufsäulen, Notfallnummern, Notfallsanitäter, gut ausgestattete Krankenwagen mit ausgebildeten Helfer und vieles mehr zu etablieren. „Sie haben damit viele Menschen vor dem Tod bewahrt. Sie waren Lebensretter“, verneigte sich der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg und jetziges Mitglied des Präsidialrats der Björn-Steiger-Stiftung, Günther Oettinger, vor dem Paar.

Albrecht Broemme spricht für die "Blaulichtgemeinde"

Der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Albrecht Broemme, sprach im Namen aller bundesweit tätigen Hilfsorganisationen und sagte: „Wir brauchten einen solchen Visionär mit Dickkopf wie Siegfried Steiger, nur das brachte Erfolg.“

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, würdigte die Ehrenbürger, die „die Hilfsbereitschaft unübersehbar in sich trugen“ und die „Motoren für entscheidende Innovationen im euorpäischen Rettungswesen“ waren. In Winnenden wird übrigens nicht nur die Björn-Steiger-Stiftung die Erinnerung an ihre Leistungen bewahren. Eine Vielzahl von Gebäuden sind sichtbare Zeichen dafür, dass Siegfried Steiger auch ein erfolgreicher Architekt war: Er hatte den Wettbewerb für den Bau der katholischen Borromäuskirche gewonnen und in der Folge auch die Hochhäuser im Schelmenholz geplant.

Ein außergewöhnlicher Mensch hat einen besonderen Abschied bekommen: Nach der Trauerfeier in der Schlosskirche ist der Sarg von Siegfried Steiger bis zum Stadtfriedhof von zehn Rettungsdienst-Fahrzeugen eskortiert worden. Dort schalteten die Fahrer der Wagen von DRK, Maltesern, Johannitern, ASB, DLRG, THW, Feuerwehr, Polizei und der Björn-Steiger-Stiftung die Martinshörner für einen kurzen, letzten Gruß ein.

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Zu Fuß folgten die rund 120 Trauergäste dem Sarg anschließend auf

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