Winnenden

Eine Scheune ist kein Gartenhaus: Warum ein Winnender Landwirt in der freien Landschaft bauen darf

Gartengrundstück
Im Außenbereich nicht erlaubt: Private Freizeitnutzung mit Hütte, WC und Schaukel. © Benjamin Büttner

Der Bauantrag für eine Feldscheune in der freien Landschaft ist von den Gemeinderäten im Technischen Ausschuss abgesegnet worden, bei einer Enthaltung von ALi-Rätin Rahel Dangel. Sie hakte nach, wie groß oder klein denn das Landschaftsschutzgebiet bei Bürg sei, in dem die zehn auf zwanzig Meter große Scheuer mit an einer Seite vorstehendem Dach und geschottertem Vorplatz gebaut werden soll. „Es ist ein relativ großes Gebiet“, sagte Viktoria Schnaitmann vom Baurechtsamt. „Wenn es Einwände hinsichtlich des Naturschutzes gibt, teilt uns das Landratsamt die Auflagen für den Ausgleich mit. Diese nehmen wir in die Baugenehmigung mit auf.“

In den Sitzungsunterlagen ist für Presse und Öffentlichkeit nicht ersichtlich, wer der Bauherr ist. Datenschutz. Lediglich den Ort erfährt man: Direkt an der Kreisstraße zwischen Höfen und Bürg und neben dem Aidehof soll die Halle entstehen. Der Bauherr hat sich bereits mit dem Landwirtschaftsamt und mit dem Straßenbauamt des Kreises unterhalten, bevor er den Antrag einreichte. Das Straßenbauamt wird von diesem Sommer an die stark beschädigte und an vielen Stellen zu schmale Kreisstraße ausbauen und sanieren. Dies habe der Bauherr bei der Positionierung seiner Scheune berücksichtigt. Das Landwirtschaftsamt prüfte schon, ob eine Privilegierung vorliegt, und bestätigte das. „Uns ist der Bauherr als dort, im Aidehof, ansässiger Landwirt bekannt, der den Betrieb im Nebenerwerb, aber recht umfangreich betreibt“, sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth in der Sitzung. In der Scheune sollen landwirtschaftliche Maschinen untergebracht werden.

Auch die Scheune muss bestimmte Vorgaben erfüllen

Unsere Zeitung hakte nach beim städtischen Umweltreferenten Jürgen Kromer. Er bekräftigt den Unterschied, den das Baugesetzbuch macht zwischen einem Privatmann, der ein Gartenhaus zum Freizeitvergnügen baut, und einem Profi, einem Landwirt im Haupt- oder Nebenerwerb mit entsprechend großen zu bearbeitenden Flächen. Auch ein forstwirtschaftlicher Betrieb hätte ein solches Privileg, in freier Landschaft etwas zu bauen. Allerdings ist das kein Freibrief für Profis, überall machen zu können, was sie wollen. „Vorhaben im Außenbereich sind nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die ausreichende Erschließung gesichert ist und von dem privilegierten Betrieb nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt“, so Kromer.

Weiter ist für solche Gebäude im Außenbereich vorgeschrieben, dass sie keine Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten haben und „nur der Unterbringung von Ernteerzeugnissen oder Geräten oder zum vorübergehenden Schutz von Menschen und Tieren“ dienen. Ein einfacher Unterstand also, nichts darf’s geben zum Feiern und Entspannen.

Wäre die geplante Scheune halb so groß, nur 100 Quadratmeter und bis zu fünf Meter hoch, wäre der Bau für einen Landwirt sogar ohne Baugenehmigung zulässig. Doch sie ist 200 Quadratmeter groß und liegt im Landschaftsschutzgebiet. Das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege des Kreises macht Vorgaben, wie die Bodenversiegelung ausgeglichen werden muss.

Der Bauantrag für eine Feldscheune in der freien Landschaft ist von den Gemeinderäten im Technischen Ausschuss abgesegnet worden, bei einer Enthaltung von ALi-Rätin Rahel Dangel. Sie hakte nach, wie groß oder klein denn das Landschaftsschutzgebiet bei Bürg sei, in dem die zehn auf zwanzig Meter große Scheuer mit an einer Seite vorstehendem Dach und geschottertem Vorplatz gebaut werden soll. „Es ist ein relativ großes Gebiet“, sagte Viktoria Schnaitmann vom Baurechtsamt. „Wenn es Einwände

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