Winnenden

Erleichterung in Winnenden: Das Mineralfreibad Höfen kann im Sommer öffnen

Mineralfreibad Höfen
Dem Höfner Bädle drohte das Aus – jetzt stehen die Chancen gut, dass hier im Sommer wieder geschwommen wird. © Gabriel Habermann

Das Mineralfreibad Höfen wird vorerst nicht geschlossen. Nach aktuellem Stand der Dinge kann die Freibadsaison 2022 im „Höfi“ stattfinden. Das hat Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger am Donnerstagabend bei der Aufsichtsratssitzung im Winnender Rathaus bekanntgegeben. Die Bau- und Reparaturarbeiten in den vergangenen Wochen tragen Früchte, das Schwimmbecken verliert viel weniger Wasser als noch bei Tests im Februar. Was Mulfinger aber auch klarmachte: Die Anlage hat „schwerwiegende Mängel“ und „nur noch eine kurze Nutzungsdauer“.

Die lebenserhaltenden Maßnahmen waren bitter nötig

Die Erleichterung ist groß bei allen Fans des idyllischen Familienbads in Höfen: Nach den Berichten der Stadtwerke über den Zustand des Freibads vor eineinhalb Monaten befürchteten nicht wenige das Schlimmste: die komplette Schließung. Damals hatte Jochen Mulfinger gesagt, er gehe nicht davon aus, dass die Freibadsaison 2022 stattfinden könne. Entgegen der Befürchtungen und Vorurteile mancher „Höfi“-Fans, die Stadtwerke würden ihr kleines Bad jetzt links liegen lassen, begannen die Verantwortlichen unmittelbar nach der Sitzung mit lebenserhaltenden Maßnahmen.

14 000 Euro wurden in den vergangenen Wochen investiert, ein Schacht neu aufgebaut, Schieber ausgetauscht. Manche glauben, der öffentliche Druck – vor der Sitzung nahm Mulfinger eine Petition fürs Höfener Bädle mit mehr als 500 Unterschriften entgegen – habe dabei eine Rolle gespielt. Der Stadtwerke-Chef sagt, es sei ein „Ansporn“ für die Stadtwerke gewesen, „dass die Leute so an ihrem Bad hängen“.

Das Becken verliert nur noch zehn bis 12 Kubikmeter Wasser

Fest steht jetzt: Die Bauarbeiten und der Austausch der veralteten Technik haben sich bezahlt gemacht: Verlor das Becken im Ruhezustand noch im Februar rund 30 Kubikmeter Wasser pro Tag, sind es heute nur noch zehn bis 12 Kubikmeter. Normal sind im Sommer circa sechs Kubikmeter allein durch Verdunstung. Bei eingeschalteter Wasserzirkulation, berichtete Mulfinger, habe sich gezeigt: „Das System konnte den Wasserverlust kompensieren.“ Ein Betrieb sei unter diesen Umständen möglich: „Die Chlorung müsste funktionieren, die Beheizung müsste funktionieren.“ Auch sei durch die Zirkulation nicht mehr Wasser verloren gegangen als im Ruhezustand. „Hieraus schließen wir, dass der Wasserverlust durch eine eingeschaltete Wasseraufbereitung sich nicht weiter erhöht“, so Mulfinger.

Das Becken ist wahrscheinlich über 60 Jahre alt – und undicht

Das heißt aber im Umkehrschluss: Das Becken selbst ist Ursache für den noch vorhandenen Wasserverlust. Die Aluminiumschale, die vermutlich vor 60 Jahren eingesetzt wurde – und wahrscheinlich schon gebraucht nach Höfen geliefert worden war – könnte über die Jahrzehnte durch Bewegung, Chlor und Co. viele feine Risse bekommen haben, so lautet die Vermutung. „Wir wohlen nicht verhehlen, dass das ein Risiko ist“, sagte Mulfinger. Sowohl das Becken als auch die Badewasseraufbereitungsanlage hätten nur noch eine kurze Lebensdauer.

Für den Fall, dass der Wasserverlust doch noch zunimmt, hat der Aufsichtsrat einem Antrag der Stadtwerke zugestimmt, noch vor der Freibadsaison 2022 die Beckenwasserleitungen auszutauschen. Das würde weitere rund 23 000 Euro kosten. Der Förderverein Mineralfreibad Höfen habe signalisiert, sich gegebenenfalls finanziell zu beteiligen, so Mulfinger. Nach aktuellem Stand sei diese Investition aber nicht notwendig.

Ziel ist ein Weiterbetrieb im aktuellen Zustand bis 2025

Das Ziel der Stadtwerke sei es jetzt, das Bad bis 2025 in seinem aktuellen Zustand weiterzubetreiben. In der Zwischenzeit muss sich Winnenden nach Ansicht Mulfingers mit der Frage beschäftigen, was danach geschehen soll. Fest steht für ihn: „Es geht dann um einen Ersatzbau. Dieser kann klassisch sein oder in einer anderen Variante“ – zum Beispiel als Naturbad, das die ökologischere Option sei. Die Geschäftsführung werde den Vorschlag unterbreiten, den Aufwand für eine entsprechende Studie in den Wirtschaftsplan 2023 einzuplanen.

Applaus von den Zuhörern: „Vielen Gästen fällt ein Stein vom Herzen“

Zum Abschluss der öffentlichen Aufsichtsratssitzung brandete im großen Sitzungssaal Applaus unter den zahlreichen Zuhörern auf. In ihren Wortmeldungen hatten sich die Aufsichtsräte zuvor bei den Stadtwerken für ihren Einsatz bedankt. Richard Fischer (CDU) betonte, das Bad erfülle eine wichtige soziale Funktion: „Vielen Gästen fällt ein Stein vom Herzen.“

Das Mineralfreibad Höfen wird vorerst nicht geschlossen. Nach aktuellem Stand der Dinge kann die Freibadsaison 2022 im „Höfi“ stattfinden. Das hat Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger am Donnerstagabend bei der Aufsichtsratssitzung im Winnender Rathaus bekanntgegeben. Die Bau- und Reparaturarbeiten in den vergangenen Wochen tragen Früchte, das Schwimmbecken verliert viel weniger Wasser als noch bei Tests im Februar. Was Mulfinger aber auch klarmachte: Die Anlage hat „schwerwiegende

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