Winnenden

Erst verpönt – jetzt wieder da: Die Nachtspeicherheizung - Stadtwerke Winnenden bieten "Heizstrom" dafür an

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Feature Nachtspeicherofen Heizung energie stromverbraucher Nachtspeicheröfen brauchen viel platz einzige alternative wenn keinerlei andere Heizungsart möglich ist. © Joachim Mogck

Ab 1. Januar 2021 werden die Stadtwerke Winnenden zwei neue Stromprodukte anbieten, welche speziell für den Wärmesektor konzipiert sind. Zum einen Strom für elektrisch betriebene Wärmepumpen und zum anderen Strom für Nachtspeicherheizungen.

Stilllegung war eigentlich bis 2019 vorgeschrieben

Nachtspeicheröfen? Wirklich? Anscheinend leben Totgesagte länger. Als die Stadtwerke Winnenden sich im Jahr 2013 aufmachten, im Energievertriebsgeschäft Fuß zu fassen, hatten sie den stromversorgten Heizungsbereich außen vor gelassen. Der Hauptgrund war das zu dieser Zeit geltende Energierecht, welches ein mit Übergangsfristen versehenes Verbot von Nachtspeicherheizungen vorsah. Die Mehrzahl der installierten Nachtspeicherheizungen hätte danach Ende 2019 stillgelegt werden müssen. Inzwischen hat der Gesetzgeber umgeschwenkt: Durch den stetigen Anstieg des Anteils an erneuerbarem Strom am Gesamtbedarf und der Notwendigkeit, Strom aus Wind und Sonne auch in Zeiten geringen Strombedarfs nutzen zu können, hat er die Vorteile des unterbrechbaren Betriebs der elektrischen Speicherheizsysteme wieder erkannt und das ursprüngliche (Verbots-)Gesetz wieder gekippt.

Fürs Heizen wollen die Stadtwerke nur „grünen“ Strom verkaufen

„Der Anlass, weshalb wir gerade jetzt in den Vertrieb von Heizstrom einsteigen, ist unser Entschluss, ab 2021 aus Klimaschutzgründen nur noch grünen Strom zu liefern“, erklärt Stefan Schwarz, zuständiger Geschäftsführer für den Energievertrieb bei den Stadtwerken. Es ist energiewirtschaftlich und ökologisch wenig sinnvoll, Strom, der mit Kohle, Erdgas oder sogar Heizöl mit erheblichen Abwärmeverlusten und entsprechend hohen Kohlendioxidemissionen erzeugt wurde, beim Endkunden wieder zu Wärmezwecken zu verwenden. „Bei Verwendung von Ökostrom ist die Emissionsbilanz eine ganz andere“, stellt Stefan Schwarz fest, „und noch mehr gilt dies beim Betrieb von elektrischen Wärmepumpen“. Diese Beheizungsart wird im Neubaubereich aber gerade auch beim Ersatz alter Heizsysteme bei Bestandsgebäuden immer beliebter, da das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz von Baden-Württemberg dies erlaubt. Beide Stromprodukte gibt es als Eintarif- oder als Zweitarif-Angebot. „Bei Bestandsgebäuden kann je nach Zählerausstattung ohne Umbauten an den Messeinrichtungen der Wechsel zu den Stadtwerken ganz einfach durchgeführt werden“, erklärt Schwarz.