Winnenden

Für 1,5 Millionen Euro: Neuer Kunstrasenplatz in Hertmannsweiler wird gebaut

Kunstrasenplatz
Beim SV Hertmannsweiler entsteht ein moderner Kunstrasenplatz. © Alexandra Palmizi

Die Fußballer in Winnenden dürfen sich auf einen neuen Kunstrasenplatz freuen. Auf dem bisherigen Trainingsplatz des SV Hertmannsweiler sollen bereits in diesem Frühjahr die Bauarbeiten beginnen. Dafür hat jetzt der Gemeinderat einstimmig grünes Licht gegeben. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 1,53 Millionen Euro. Beauftragt wird die Firma Link GmbH aus Fellbach, die einen „CO2-neutralen Kunstrasen“ errichten wird. Der Vorsitzende des SV Hertmannsweiler Josip Ljubas sagt, auf diesen Moment habe der Verein schon lange hingefiebert: „Die Freude ist riesig.“

Kein Mikroplastik auf dem Fußballfeld

Über die Umweltverträglichkeit des Sportplatz-Projekts war im Rahmen der Planung bereits vor mehr zwei Jahren diskutiert worden, nachdem die Europäische Union den Einsatz von Kunststoffgranulat verboten hatte. Der Platz, den die Firma Link der Stadt jetzt angeboten hat, verzichtet auf Mikroplastik, verfügt über umweltfreundliches Granulat und Polyethylen-Grashalme, die aus Zuckerrohr geschaffen werden.

Die Herstellung des Fußballfelds werde „gemäß unabhängiger Prüfung als CO²-neutral eingestuft“, heißt es in einer Vorlage aus dem Rathaus. Diese umweltschonende Art und Weise, einen Kunstrasen zu fertigen, gebe es „erst seit drei Jahren“, sagte die stellvertretende Bauamtsleiterin Susanne Liebrich am Dienstagabend in der Sitzung des Gemeinderats im Rathaus.

Wobei die monatelange Baustelle selbst, wie Stadtrat Christoph Mohr (ALi) anmerkte, mit massiven Erdbewegungen, schwerem Gerät und Baustellenfahrzeugen, natürlich alles andere als klimaneutral sein wird.

Die Fußballer vom SV Hertmannsweiler haben den neuen Untergrund nach Angaben der Stadt jedenfalls geprüft und für gut befunden. Wenn alles glatt läuft, ist der neue 90 mal 55 Meter große Platz, der unterhalb des aktuellen Spielfelds angelegt wird, im Spätsommer fertig. Die Fellbacher Landschaftsbauer stünden „in den Startlöchern“, würden jetzt beauftragt und müssten erst einmal das Material beschaffen, sagte Susanne Liebrich – je nach dem, wie rasch ihnen das gelingt, ist im Laufe des März mit dem Baustart zu rechnen.

Der alte Platz wurde 1957 errichtet

Große Freude herrscht darüber beim SV Hertmannsweiler. Der Traum vom neuen Fußballplatz wird ausgerechnet im Jubiläumsjahr wahr: Der Sportverein wurde 1952 gegründet, feiert 2022 also 70-jähriges Bestehen. Fast genauso alt ist der Rasenplatz, der jetzt überbaut wird. SV-Chef Josip Ljubas sagt: „Wir versuchen seit Jahrzehnten einen neuen Platz zu bekommen. Der alte ist von 1957 – das ist einer der ältesten Plätze überhaupt im Rems-Murr-Kreis.“

Das Projekt sei jetzt nur möglich, weil die Vereine sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt und eine Prioritätenliste erstellt hätten, auf der die Anlage in Hertmannsweiler ganz oben gelandet sei. Den anderen Clubs, der Stadt und dem Gemeinderat sei der Sportverein dafür sehr dankbar.

Zwar sei Anfang der 1980er-Jahre nebenan noch ein zweiter Fußballplatz errichtet worden, auch der ist aber mittlerweile in die Jahre gekommen und hat laut Josip Ljubas einen entscheidenden Nachteil: Es gibt im Gegensatz zum alten Platz keine Flutlichtanlage. Abendspiele sind im Herbst auf dem „neuen“ Platz also nicht mehr möglich, der alte, zumal schräg abfallend, ächze aber unter der Belastung und sei zum Ende der Hinrunde kaum noch bespielbar vor lauter Löchern und Matsch.

Josip Ljubas: Im Winter "braucht man eine Stirnlampe"

Die bestehende Flutlichtanlage (Josip Ljubas: „ein Stromfresser“) wird im Zuge der Bauarbeiten am neuen Kunstrasenfeld ebenfalls erneuert. Das ist wohl auch abgesehen von den Stromkosten kein Fehler: „Im Winter ist der untere Torbereich fast gar nicht ausgeleuchtet, da braucht man eine Stirnlampe, wenn man einen Kopfball machen will“, sagt der Vereinsvorsitzende und lacht. Auch um das Feld herum wird sich in Zukunft einiges tun. An der Straße soll eine kleine Tribüne entstehen, von der aus die Zuschauer dem aktuellen Tabellenführer der Kreisliga B zujubeln können.

Außerdem ist der Umbau des Vereinsheims in vollem Gange. In den nächsten Tagen wird das Gebäude aufgestockt, bekommt zusätzliche Umkleidekabinen, eine Geschäftsstelle, einen Schulungsraum, und eine Pächterwohnung.

Breite Zustimmung im Gemeinderat

Das einstimmige Votum für den neuen Kunstrasenplatz beweist: Auch in der Winnender Lokalpolitik herrscht breite Zustimmung zu dem Projekt. Erich Pfleiderer (FWW) freut sich über die große Summe für seinen Heimatort, die „einen großen Nutzen“ bringe. Jürgen Hägele (FDP) hält den neuen Platz für notwendig: „Mein Sohn kickt da auch, ich weiß wie der aktuelle Platz aussieht ...“

Jens Bauder (SPD), selbst engagiert im Verein, betonte, der Platz stehe allen Winnender Fußballvereinen zur Verfügung. So hätte die Frauenmannschaft des SV Winnenden bereits Interesse angemeldet, Spiele auf dem neuen Geläuf auszutragen, wenn’s in der Kernstadt mal eng wird.

Die Fußballer in Winnenden dürfen sich auf einen neuen Kunstrasenplatz freuen. Auf dem bisherigen Trainingsplatz des SV Hertmannsweiler sollen bereits in diesem Frühjahr die Bauarbeiten beginnen. Dafür hat jetzt der Gemeinderat einstimmig grünes Licht gegeben. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 1,53 Millionen Euro. Beauftragt wird die Firma Link GmbH aus Fellbach, die einen „CO2-neutralen Kunstrasen“ errichten wird. Der Vorsitzende des SV Hertmannsweiler Josip Ljubas sagt, auf diesen

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