Winnenden

Für Corona-Maßnahmen, gegen "Spaziergänge": Der „Winnender Appell“ geht online

Parteien
Daniel Baier (links oben), Andreas Herfurth (rechts oben), Alois Hammel (links unten) und Dr. Jürgen Hägele bei der Videokonferenz. © Privat

Seit fast zwei Monaten gehen Montag für Montag Bürgerinnen und Bürger um 18 Uhr auf die Straße und machen einen sogenannten Spaziergang, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen zu protestieren. Ohne Anmeldung, ohne Plakate und Ansprachen, ohne Masken laufen sie kreuz und quer durch die Stadt. Vergangene Woche waren es 330 Menschen, und auch diese blieben wieder friedlich, noch nie ist etwas vorgefallen.

Gleichwohl missfällt vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern die Intention, die Tendenz, die gedankliche Stoßrichtung dieser „Spaziergänge“. „Die Verantwortung für unser Zusammenleben war die Motivation der Initiatoren für den ,Winnender Appell' und eint, unabhängig von Nationalität sowie Religions- und Parteizugehörigkeit, die Unterzeichner“, schreiben Alois Hammel (CDU), Dr. Jürgen Hägele (FDP), Daniel Baier (Grüne) und Andreas Herfurth (SPD).

Mit ihrem Text und ihrer virtuellen Unterschriftenliste folgen sie den Beispielen aus anderen großen Städten, auch im Rems-Murr-Kreis. In einer Mitteilung an die Presse schreiben die Initiatoren, dass sie viel Verständnis dafür haben, dass die Einschränkungen durch die Pandemie als belastend wahrgenommen werden. Vom Kind bis zum Greis: „Letztendlich leiden wir alle darunter, weil vieles, das vor zwei Jahren noch möglich war, weiterhin eingeschränkt ist.“

Die Initiatoren stellen sich aber auch eindeutig hinter die Maßnahmen, die unsere Gesellschaft aus der Pandemie führen sollen. „Heute wissen wir: Impfen, Boostern, Abstand halten und das für uns ungewohnte Tragen von Masken können ein Weg in eine Zukunft ohne Einschränkungen für unser tägliches Leben sein.“

Dass viele Menschen noch immer Ängste bezüglich der Impfung haben, nehmen die Initiatoren ernst. „Wir sehen aber auch mit Sorge auf die gesellschaftliche Entwicklung. Alle tragen Verantwortung für unser Zusammenleben in Winnenden.“

Winnender Appell: „Wir stehen in der Pandemie zusammen“

Auf diesen Wortlaut haben sich die vier Parteivorsitzenden in einer Online-Konferenz geeinigt: „Seit zwei Jahren kämpfen wir gemeinsam gegen die Pandemie. Noch nie war unsere Gesellschaft so gefordert. Der Schutz jüngerer, älterer und insbesondere kranker Menschen verlangt uns alles ab. Jedes Leben ist wertvoll.

Wir stehen zusammen im Namen der Vernunft. Ärzte, Wissenschaftler, Amts- und Mandatsträger haben unser Vertrauen - in Stadt, Land und Bund. Wir denken auch an alle, die unter den Belastungen der Pandemie besonders zu leiden haben und persönliche wie berufliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen und an ihre persönlichen Grenzen kommen.

Als Mitglieder der Zivilgesellschaft eint uns unser demokratisches Bewusstsein. Wir stehen zusammen für Solidarität und ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft. Populismus, Hetze, Verschwörungstheorien, bewusste Falschinformationen, Gewalt in Wort und Tat gegen Personen sind für uns kein Weg aus der Pandemie.

Als Bürgerinnen und Bürger stehen wir ein,

  • für Solidarität und Respekt,
  • für die Wahrung demokratischer Grundsätze,
  • für den Schutz der Gefährdeten,
  • für die Sicherheit unserer Amts- und Mandatsträger,
  • für Wissenschaft und Forschung,
  • für eine wirksame Bekämpfung der Pandemie,
  • für Abstand, Maske und Impfung.

Wir müssen handeln, entschieden und bedacht - als Zivilgesellschaft, als starkes Bündnis aller Demokraten. Einfache Lösungen gibt es nicht. Unsere Stärke beweisen wir durch Geduld und Zusammenhalt, durch Solidarität, durch Vernunft und Dialog.

Wenn sich möglichst viele impfen und boostern lassen, erlangen wir unser gewohntes Leben, wie es vor Corona war, zurück. Wir alle wollen aus der Corona-Pandemie kommen. Gemeinsam wird uns das gelingen!“

Das sind die Erstunterzeichner

Folgende Personen aus Politik und Gesellschaft haben den „Winnender Appell“ als Erste unterzeichnet: Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, Bürgermeister Norbert Sailer.

Willi Halder, ALi-Vorsitzender, Christoph Mohr, ALi-Gemeinderatsfraktionsvorsitzender, Michael Rieger (Geschäftsführer Baugenossenschaft Winnenden), die Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Stephan Seiter, FDP, und Christina Stumpp, CDU.

Bündnis 90 / Die Grünen Ortsverband: Daniel Baier, Jasmin Gehrke, Vorsitzende; Bürgerstiftung: Gerd Wahl, Vorstand; CDU-Gemeinderatsfraktionsvorsitzender Thomas Traub, CDU-Stadtverband: Alois Hammel, Vorsitzender.

Ditib Moscheeverein: Hilmi Gemici, Vorsitzender.

DRK: Raphael Rojas, Bereitschaftsleiter

Evangelische Heimstiftung: Kristina Baumstark, Hausdirektorin

FDP Gemeinderatsfraktion: Diethard Fohr, Dr. Jürgen Hägele, FPD-Ortsverband: Dr. Jürgen Hägele, Vorsitzender, Dominic Steinbrenner

Freiwillige Feuerwehr: Yosh Dollase, Feuerwehrkommandant, Tobias Distler, stellvertretender Feuerwehrkommandant, Daniel Bahner, Jugendfeuerwehrwart

Freie Wählervereinigung Gemeinderatsfraktion: Hans Ilg, Fraktionsvorsitzender

Gesamtelternbeirat: David Müller, Vorsitzender, Tanja Lutz-Ischfeld, stellvertretende Vorsitzende

Haus Elim: Yvette Umbach, Geschäftsführerin

Jugendgemeinderat: Jil Weber, Vorsitzende

Katholische Kirchengemeinde St. Borromäus: Rupert Kern, gewählter Vorsitzender Kirchengemeinderat

Kreistagsmitglieder: Rahel Dangel, Bündnis 90 / Die Grünen, Werner Häfele, FDP-FW, Bettina Jenner-Wanek, CDU

Landtagsabgeordnete: Julia Goll, FDP, Staatssekretär Siegfried Lorek, CDU, Swantje Sperling, Bündnis 90 / Die Grünen

Malteser Hilfsdienst: Florian Hambach, Kreisbeauftragter

Paulinenpflege: Andreas Maurer, Vorstand

Polizeirevier Winnenden: Andreas Lindauer, Revierleiter

Schulen (Leitung): Carola Bauer (Grundschule Birkmannsweiler), Ilse Bulling, Pascal Märkl (Georg-Büchner-Gymnasium), Margit Claudi (Kastenschule), Ulrike Dengler (Grundschule Hungerberg), Sabine Klass (Geschwister-Scholl-Realschule und geschäftsführende Schulleiterin der Winnender Schulen), Anna Lobitz (Haselsteinschule), Valerie Seiler (Grundschule Schelmenholz), Jörg Steinl (Lessing-Gymnasium Winnenden), Julia Strauss (Grundschule Hertmannsweiler)

Seniorenrat: Heinz Dengler, Sprecher des Vorstandes

SPD Gemeinderatsfraktion und SPD-Ortsverein: Andreas Herfurth, Fraktionsvorsitzender und 1. Vorstand

Stadtverband für Sport: Michael Bredow, Oliver Grötsch, erster und zweiter Vorstand

Verband der Selbstständigen (VdS): Hermann Giesser, Vorsitzender

VfR Birkmannsweiler: Marco Kelch, Vorsitzender

Volkshochschule: Andreas Frankenhauser, VHS-Leiter.

Hier kann man sich dem Winnender Appell anschließen

Wer den Winnender Appell ebenfalls mit seinem Namen unterstützen möchte, kann dies im Internet tun unter www.winnender-appell.de

Seit fast zwei Monaten gehen Montag für Montag Bürgerinnen und Bürger um 18 Uhr auf die Straße und machen einen sogenannten Spaziergang, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen zu protestieren. Ohne Anmeldung, ohne Plakate und Ansprachen, ohne Masken laufen sie kreuz und quer durch die Stadt. Vergangene Woche waren es 330 Menschen, und auch diese blieben wieder friedlich, noch nie ist etwas vorgefallen.

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