Winnenden

Feuerwehr-Museumsverein: Karl-Heinrich Lebherz neuer Ehrenvorsitzender

Karl-Heinrich Lebherz
Karl-Heinrich Lebherz im Feuerwehrmuseum. © Benjamin Büttner

Viel Anerkennung für die lange Strecke, die Karl-Heinrich Lebherz im Feuerwehrmuseumsverein gegangen ist. 25 Jahre lang, seit Vereinsgründung, hat er sich als Zweiter Vorsitzender in die Vereinsarbeit eingebracht, Mitglieder geworben und zur Renovierung des Güterschuppens Finanzmittel organisiert. Damit ist nun Schluss.

Für sein „Verhandlungsgeschick und seinen unermüdlichen Einsatz“ haben die Mitglieder den 87-Jährigen zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Als Lebherz einmal der Kragen geplatzt ist

Auf Meilensteine ging der einstimmig gewählte Ehrenvorsitzende Karl-Heinrich Lebherz in einer kurzweiligen Dankesrede ein.

Er würdigte die Verdienste der Ehrenamtlichen, ohne die es das Museum nicht gäbe. Allen voran Helmut Pflüger, den langjährigen Stadtfeuerwehrkommandant. „Wir haben immer super zusammengearbeitet“, so Lebherz, der von 1978 bis 1994 Oberbürgermeister der Stadt Winnenden war. „Nur einmal ist mir der Kragen geplatzt“, sagte er mit hörbar gutmütiger Nachsicht für Pflügers Sammelleidenschaft.

Da sei der „Vater des Feuerwehrmuseums“ Pflüger mal wieder bei ihm im Büro gestanden, auf der Suche nach einer Garage für ein weiteres historisches Feuerwehrfahrzeug. Die von ihm aufgetanen Feuerwehrgerätschaften mussten irgendwo hin, im damaligen Museumsraum in der Kastenschule war kein Platz mehr. Pflüger habe nicht lockergelassen im Bemühen um Stellflächen für seine „Schätze“.

Das Museum wird von Ehrenamtlichen betrieben

50 Jahre besteht das Museum, das bis 1997 von der Feuerwehr betrieben wurde. Als öffentliche Einrichtung war ihr der Betrieb eines Museums ab einer gewissen Dimension untersagt. So sei es zur Vereinsgründung gekommen.

Seit 25 Jahren betreiben Ehrenamtliche das Museum, das 250 Jahre Feuerwehrgeschichte abbildet, sie füllen es mit Leben und halten es technisch wie auch inhaltlich in Schuss.

„Was Jürgen Haas auf dem Kasten hat, wird dem Museum guttun“

Jürgen Haas, seit 1. April 2022 Erster Bürgermeister der Stadt, wurde von der Versammlung als Nachfolger von Lebherz einstimmig gewählt.

Dieser hatte darüber informiert, dass er nach 25 Jahren sein Amt zur Verfügung stellen wolle. Die Wahl von Jürgen Haas schlage die „Brücke“ zur Stadt als Mitträger des Vereins. „Was er auf dem Kasten hat, wird dem Museum guttun“, so Harald Pflüger.

Über die Corona-Pandemie haben die Eintrittsgelder gefehlt

An Corona – monatelange Schließungen, der Wegfall von Führungen und Veranstaltungen – hat der Verein zu knabbern. Dennoch stehen die Zeichen wieder auf Optimismus, nachdem mit Beginn der Lockerungen wieder spürbar mehr Besucher den Weg in das Museum finden, wie Kassier Paul Hug sagte.

Im aktuellen Lagebericht der Finanzen, präsentiert von Paul Hug, schlagen sich ausgebliebene Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Erlösen der Cafeteria sowie die aus zahlreichen gecancelten Veranstaltungen nieder. Wie 2020 musste das Museum über weite Strecken des Jahres geschlossen werden. Überbrücken konnte der Verein die Finanzierungslücke dank eines hohen Spendenaufkommens und der Corona-Beihilfe des Landes. Zudem habe sich die Trägerschaft der Stadt bewährt.

Wunsch: Bis 2025 schuldenfrei sein

Der Verein verzeichnete Spenden in Höhe von 17.852 Euro. Davon eine Großspende in Höhe von 10.000 Euro aus dem Aufruf der Familie Greiner anlässlich des Todes des langjährigen Mitglieds Rudi Greiner. Er verstarb einen Tag nachdem ihn die Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt hatte. Zum insgesamt optimistischen Bild trage die Corona-Beihilfe des Landes in Höhe von 12.065 Euro bei. Noch verbleiben Schulden in Höhe von 88.000 Euro. Harald Pflüger bestätigte, dass der Schuldenstand angesichts des Eigenkapitals von rund 50.000 Euro zu vernachlässigen sei. Paul Hug äußerte ruhigen Gewissens den Wunsch, bis 2025 schuldenfrei zu sein. Auch mit Blick auf den Einnahmeüberschuss von knapp 20.000 Euro hätten sich „die Sorgenfalten verzogen“, so der Kassier.

Viel Anerkennung für die lange Strecke, die Karl-Heinrich Lebherz im Feuerwehrmuseumsverein gegangen ist. 25 Jahre lang, seit Vereinsgründung, hat er sich als Zweiter Vorsitzender in die Vereinsarbeit eingebracht, Mitglieder geworben und zur Renovierung des Güterschuppens Finanzmittel organisiert. Damit ist nun Schluss.

Für sein „Verhandlungsgeschick und seinen unermüdlichen Einsatz“ haben die Mitglieder den 87-Jährigen zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Als Lebherz einmal der

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