Winnenden

Feuerwehr Winnenden stellt Funk von analog auf digital um

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Feuerwehrkommandant Yosh Dollase mit einem der wichtigsten Hilfsmittel im Einsatzdienst: Dem Funkgerät. © Sebastian Striebich

Auch Feuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis sind im Sommer 2021 ins Ahrtal gefahren, um die Einsatzkräfte dort bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu unterstützen. Das war zupackende Solidarität unter Helfern – nur bei der Kommunikation haperte es. Denn während die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz längst per Digitalfunk miteinander kommunizierten, funkten die Baden-Württemberger teilweise noch analog. Das ändert sich jetzt auch in Winnenden: Die Feuerwehr wird für rund 150 000 Euro aufgerüstet.

„Wir mussten uns Geräte bei der Polizei ausleihen, um mit den anderen Feuerwehren zu kommunizieren“, erinnert sich der Winnender Feuerwehrkommandant Yosh Dollase an den Einsatz im Ahrtal 2021. Baden-Württemberg sei das letzte Bundesland, das den bereits vor 15 Jahren bundesweit beschlossenen Umstieg von Analog- auf Digitalfunk noch nicht vollzogen habe. Jetzt seien die Voraussetzungen für eine Umrüstung der drei Winnender Abteilungen endlich geschaffen.

150 000 Euro kostet die Umrüstung der drei Häuser und zwölf Fahrzeuge

Bis November 2022 sollen die drei Feuerwehrgerätehäuser und zwölf Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr mit den entsprechenden Geräten ausgestattet werden. Kostenpunkt: rund 150 000 Euro. 11 400 Euro Förderung hat das Landratsamt bereits im Juli 2021 bewilligt.

Sowohl der Technische als auch der Verwaltungsausschuss des Winnender Gemeinderats haben den Plänen jetzt einstimmig grünes Licht gegeben. Mit der Beschaffung und dem Einbau der neuen Technik für die Feuerwehr wird die Firma KTF Selectric GmbH mit Sitz in Ehningen beauftragt. Sie hatte bis Ende Februar das wirtschaftlichere von zwei Angeboten eingereicht. Eine erste Ausschreibung im Dezember war noch ohne Erfolg geblieben.

Grundlage für die Umrüstung von analog auf digital ist ein Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern, das auf einer Innenministerkonferenz im Frühsommer 2007 geschlossen wurde. In Baden-Württemberg wurde nach Angaben der Stadtverwaltung Anfang 2010 im Regierungsbezirk Stuttgart mit dem Aufbau des Netzes begonnen.

Der Rems-Murr-Kreis war 2011 Pilotprojekt, die Integrierte Leitstelle in Waiblingen wurde aber erst 2019 technisch für den Digitalfunk umgebaut. Die 35 Feuerwehren im Rems-Murr-Kreis konnten also erst 2020 in die Planungen einsteigen.

Ein eigenes Mobilfunknetz nur für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste

Den Digitalfunk kann man sich laut Kommandant Yosh Dollase vorstellen wie ein eigenes Mobilfunknetz nur für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), also Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr. Diese können damit besser untereinander kommunizieren und sind auch gegen das Abhören Dritter gewappnet. Die Chipkarten, die dafür benötigt werden, gibt das Innenministerium heraus. Die Kosten für das Netz und den Betrieb übernimmt das Land. Die Ausrüstung bezahlen die Kommunen.

Zunächst werden nur die Funkgeräte im Vier-Meter-Wellenbereich ersetzt. Die Handsprechfunkgeräte im Zwei-Meter-Wellenbereich, im sogenannten Einsatzwellenfunk, werden weiterhin analog genutzt. Laut Dollase wird dieser Bereich zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls auf Digitalfunk umgestellt.

Was passiert eigentlich mit den alten Funkgeräten, ist die Feuerwehr erst einmal auf den neuesten Stand gebracht? „Unsere jetzige Technik werden wir nicht wegschmeißen“, sagt Feuerwehrkommandant Yosh Dollase. „Sollte das Funknetz mal zusammenbrechen, gehen wir ,oldschool‘ auf Nummer sicher.“

Auch Feuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis sind im Sommer 2021 ins Ahrtal gefahren, um die Einsatzkräfte dort bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu unterstützen. Das war zupackende Solidarität unter Helfern – nur bei der Kommunikation haperte es. Denn während die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz längst per Digitalfunk miteinander kommunizierten, funkten die Baden-Württemberger teilweise noch analog. Das ändert sich jetzt auch in Winnenden: Die Feuerwehr wird für rund 150 000 Euro

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