Winnenden

Feuerwehren in Winnenden und Umgebung die ganze Nacht im Einsatz: Gewitter-Schwerpunkt Schelmenholz

Unwetterfolgen Leutenbach, Winnenden, 28.06.2021.
In einem Haus an der Karl-Krämer-Straße haben sich Dachziegel gelöst. Die Feuerwehr ist mit einer Drehleiter im Einsatz. © Benjamin Beytekin

Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, herabgefallene Dachziegel. Die Feuerwehrmänner in Winnenden haben am Montagabend ab circa 20 Uhr alle Hände voll zu tun gehabt. „Insgesamt sind wir zu 37 Einsätzen ausgerückt“, erzählt Tobias Distler am Dienstagmorgen am Telefon. Man sei mit allen drei Abteilungen ausgerückt, circa 70 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. Im Schelmenholz und im Gebiet Lange Weiden sei besonders viel zu tun gewesen. „Das waren die Schwerpunkte. Wir waren bis 1.20 Uhr unterwegs“, weiß der stellvertretende Feuerwehrkommandant.

"Der Bauhof hat gestern Abend den Fußweg am Zipfelbach abgesperrt, da dieser ab dem Bereich 'Nonnenbrückle' bis zum Bereich 'Arkadien' den Weg überschwemmt hatte", berichtet Emely Rehberger, die Pressesprecherin der Stadt. In der Kornbeckstraße seien Ziegel von einem Dach gefallen, der Gehweg abgesperrt worden. In Höfen war die Bürger Straße im Bereich gegenüber der Grundschule von Schlammmassen verschmutzt, die Einlaufschächte verstopft.

Ehrenamtliche des DRK richten Vesper und Getränke

Unterstützt worden sind die Einsatzkräfte von Ehrenamtlichen der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Wir haben dafür gesorgt, dass die fleißigen Feuerwehrleute was zu essen und trinken bekommen“, erzählt Raphael Rojas, Bereitschaftsleiter des Winnender DRK. Der Einsatz habe gegen 22 Uhr begonnen. „Neun Helfer haben Vesper gerichtet und Kaffee gekocht.“ Für solche Fälle habe man immer eine Reserve an Lebensmitteln vorrätig. „Das sind dann Konserven. Da wir es rechtzeitig gewusst haben, konnten wir allerdings auch noch im Supermarkt einkaufen. Brötchen und andere Backwaren haben wir von der Bäckerei Pflumm bekommen, mit der wir in solchen Situationen schon sehr lange zusammenarbeiten. Wir haben ein paar Notrufnummern, die wir auch in der Nacht kontaktieren dürfen“, berichtet der DRK-Bereitschaftsleiter.

Kurz vor Anpfiff des späten EM-Spiels schlägt der Piepser Alarm

Als es so richtig losging mit dem Unwetter und der Regen herunterprasselte, da kämpfte der Schwaikheimer Feuerwehrkommandant, Stefan Rauleder, mit seinem Fernsehempfang. „Ich wollte das EM-Spiel zwischen Frankreich und der Schweiz angucken. Die Sat-Anlage funktionierte allerdings durch den starken Regen nicht“, erzählt er lachend am Telefon. Als er gerade im Internet nach einem passenden Link zum Spiel suchte, trudelten die Alarme ein. Mit dem Fußballspiel hatte es sich also erledigt. „Wir waren an elf Einsatzstellen und bis 3 Uhr beschäftigt“, berichtet Rauleder von einer anstrengenden Nacht. 25 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. Man habe Straßen von umgefallenen Bäumen befreit, Dächer gesichert, von denen Ziegel gefallen seien, und Keller ausgepumpt. Am Dienstagmorgen habe man damit gerechnet, dass weitere Einsätze folgen. „Wir haben gedacht, das der ein oder andere vielleicht schon geschlafen und gar nicht gemerkt hat, dass Wasser in den Keller gedrungen ist. Aber bisher mussten wir noch nicht ausrücken“, stellt Rauleder am Vormittag fest.

In Leutenbach packt der Hauptamtsleiter selbst mit an

Bis 1.45 Uhr im Einsatz waren die Leutenbacher Feuerwehrleute. „Insgesamt hatten wir über 30 Einsätze. Wie viele Männer im Einsatz waren, kann ich noch nicht genau sagen“, erzählt Feuerwehrkommandant Jochen Weller nach einer kurzen Nacht.

Selbst angepackt hat am späten Montagabend der Leutenbacher Hauptamtsleiter Jakob Schröder. Grund: In die Räumlichkeiten der Außengruppe des Kinderhauses Mühlefeld an der Theodor-Heuss-Straße ist Wasser eingedrungen. „Ich wurde angerufen, habe dann mitgeholfen, das Wasser rauszukehren“, erzählt er. Die Räumlichkeiten seien so stark durch das Wasser beschädigt worden, dass eine Gruppe in das Kinderhaus Mühlefeld umziehen muss. „Das Wichtigste ist allerdings, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind, die Feuerwehr musste niemanden retten. Unter diesen Umständen lief alles in geordneten Bahnen ab“, lobt Schröder die Einsatzkräfte.

Zwei Bäume seien auf parkende Autos gestürzt, glücklicherweise saßen darin keine Menschen. „Neu war für uns, dass das Gewitter lange angehalten hat und sich flächendeckend über die gesamte Gemeinde erstreckt hat. In den vergangenen Jahren hatten wir eher punktuelle Ereignisse“, fällt Schröder auf. Wieder einmal sei der Höllachbach nahe der Rems-Murr-Halle über die Ufer getreten, die Hauptstraße überschwemmt gewesen. „Ich war selbst vor Ort. Das hat ausgesehen wie eine kleine Seenlandschaft. Das Wasser drückt hier von verschiedenen Seiten in den Bach.“ Glücklicherweise sei es auch hier zu keiner Zeit zu einer Gefährdung für Anwohner gekommen. „Wie immer nach solchen Ereignissen werden wir die Geschehnisse analysieren und möglicherweise an der Kanalisation nachbessern“, verspricht Schröder.

Ein umgestürzter Baum in den Berglen

In den Berglen ist man wohl ziemlich glimpflich davongekommen. „Ich weiß von einem umgestürzten Baum. Ansonsten hatten wir keine Einsätze“, erzählt Ronald Schmidt, Kommandant der dortigen Feuerwehr.

Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, herabgefallene Dachziegel. Die Feuerwehrmänner in Winnenden haben am Montagabend ab circa 20 Uhr alle Hände voll zu tun gehabt. „Insgesamt sind wir zu 37 Einsätzen ausgerückt“, erzählt Tobias Distler am Dienstagmorgen am Telefon. Man sei mit allen drei Abteilungen ausgerückt, circa 70 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. Im Schelmenholz und im Gebiet Lange Weiden sei besonders viel zu tun gewesen. „Das waren die Schwerpunkte. Wir waren bis 1.20

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