Winnenden

Fitnessstudio-Betreiber Eckhard Büschel und die schwierige Zeit im Corona-Lockdown

Athletic Fitnes
Eckhard Büschel in seinem leeren Fitnessstudio in Winnenden, das er erst in diesem Jahr eröffnet hat. © ALEXANDRA PALMIZI

Eckhard Büschel lebt für den Sport. Der 43-Jährige ist seit 23 Jahren Personaltrainer, betreibt den Fitnessport leistungsorientiert, hat mehrere Meisterschaften im Bodybuilding gewonnen. Außerdem gehören ihm inzwischen drei Fitnessstudios. Eins in Winnenden und zwei in Weinstadt. Nun steht er womöglich vor seiner bislang größten Herausforderung: die Studios in Lockdown-Zeiten am Leben zu erhalten.

„Noch kann ich ruhig schlafen“, sagt Büschel zu seiner finanziellen Situation. Doch merkt er gleichzeitig auch an, dass Fixkosten wie Strom und Miete in seinen drei Studios unverändert weiterlaufen.

In das Winnender Studio hat er erst kürzlich 30 000 Euro investiert. „Wir versprechen unseren Mitgliedern, dass von Jahr zu Jahr neue Geräte dazukommen. Daran will ich mich auch in diesen schwierigen Zeiten halten“, sagt der 43-Jährige.

Antrag auf Corona-Soforthilfe abgelehnt

Mitte Februar hat er an der Waiblinger Straße das „Athletic Fitness“ eröffnet. Am 17. März kam es dann zum ersten Lockdown, das Studio hatte zehn Wochen geschlossen. „In dieser Zeit konnten wir natürlich keine Mitglieder gewinnen, waren stark gebeutelt“, sagt Büschel. Ausgerechnet im für Fitnessstudios so wichtigen Frühjahr. „Die Leute wollen sich um ihre Sommerfigur kümmern“, sagt der Studiobetreiber. Büschel stellte einen Antrag auf Corona-Soforthilfe. „Dieser wurde allerdings abgelehnt, da wir ja zahlende Mitglieder haben“, sagt er. Man dürfe allerdings dabei nicht vergessen, dass Mitglieder für zwölf Monate bezahlen und daher auch zwölf Monate trainieren wollen. „Das bedeutet, dass ich ihnen den ausgefallenen Monat als dreizehnten Monat dranhängen muss, in dem ich dann kein Geld bekomme“, erklärt Büschel.

In seinen Weinstädter Studios habe er im ersten Lockdown wenigstens seine Mitglieder gehabt, in Winnenden war das in der kurzen Zeit schwierig. „Wir haben alle Geräte neu gekauft“, sagt Büschel.

Eine App zeigt den Mitgliedern an, wie das Studio ausgelastet ist

Ehrliche Fitness ohne viel Schnickschnack sei das Konzept in Winnenden. Nach dem Lockdown im Frühjahr sei das Studio dann ganz gut angelaufen. „Es ist immer besser geworden, die Leute hatten weniger Angst wegen dem Virus“, schildert Büschel.

Gleichzeitig hat der Studioleiter in eine App investiert, mit der seine Mitglieder jederzeit schauen können, wie das jeweilige Studio ausgelastet ist. So konnten die Mitglieder individuell entscheiden, ob ihnen die Ansteckungsgefahr zu einer gewissen Zeit zu hoch ist oder nicht. „Generell ist es in meinen Studios allerdings so, dass sie nie überfüllt sind. Das ist mir ganz wichtig“, sagt Büschel.

In Winnenden seien zu Spitzenzeiten nie mehr als zwölf Personen zum Trainieren vor Ort. „Deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb man alle Studios über einen Kamm schert und sie jetzt im November erneut schließt“, sagt Büschel. Seiner Meinung nach hätte man dies für jedes Studio einzeln bewerten müssen. „Man hätte beispielsweise auch eine Lösung finden können, bei der sich pro 20 Quadratmeter Fläche nur eine Person im Studio aufhält“, sagt er. Das sei für ihn völlig in Ordnung gewesen. „Wir wissen schließlich ganz genau durch einen QR-Code-Scanner am Eingang, zu welcher Uhrzeit welches Mitglied da ist. Bis auf die Sekunde“, so der Studioleiter. Nachverfolgbarkeit bei einer corona-positiven Person im Studio sei daher kein Problem.

Außerdem würden die Mitglieder alle Geräte nach der Benutzung desinfizieren und die Fenster im Studio seien geöffnet. Wie es jetzt weitergeht? „Unsere sechs Mitarbeiter, die immer abwechselnd an den unterschiedlichen Standorten sind, befinden sich in Kurzarbeit“, sagt der Studioleiter. Er selbst gebe noch Personaltrainings für Einzelpersonen, die erlaubt sind. „Reich wird man damit allerdings nicht“, sagt Büschel, der enttäuscht ist. „Natürlich bin ich über die aktuelle Schließung traurig. Aber das bringt mich auch nicht weiter. Ich schaue positiv in die Zukunft und hoffe, dass wir im Dezember wieder öffnen dürfen.“

Eckhard Büschel lebt für den Sport. Der 43-Jährige ist seit 23 Jahren Personaltrainer, betreibt den Fitnessport leistungsorientiert, hat mehrere Meisterschaften im Bodybuilding gewonnen. Außerdem gehören ihm inzwischen drei Fitnessstudios. Eins in Winnenden und zwei in Weinstadt. Nun steht er womöglich vor seiner bislang größten Herausforderung: die Studios in Lockdown-Zeiten am Leben zu erhalten.

„Noch kann ich ruhig schlafen“, sagt Büschel zu seiner finanziellen Situation. Doch

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