Winnenden

Freibad-Saison auf der Baustelle: Weniger los als sonst im Wunnebad Winnenden

Wunnebad
Bäderleiter Sascha Seitz am Sportbecken im Wunnebad. Im Hintergrund entsteht aktuell der neue Schwimmmeister-Turm. © Alexandra Palmizi

Der Sommer im Wunnebad war heiß und doch erfrischend, etwas ruhiger als sonst und doch oft tierisch laut. Trotz des millionenschweren Umbaus der Anlage seit diesem Frühjahr hatte das Freibad regulär geöffnet. Tickets gab's zum vergünstigten „Baustellen-Tarif“. Dennoch sind deutlich weniger Menschen ins Bad gekommen als in den Jahren vor der Corona-Krise. Lag's nur an den Bauarbeiten? Dagegen spricht, dass auch das Mineralfreibad in Höfen deutlich schwächer besucht war. Warum die Saison trotzdem ein Erfolg war und wie es auf der Baustelle vorangeht: Stadtwerke-Bäderleiter Sascha Seitz zieht Bilanz.

Deutlich schlechtere Besucherzahlen als vor der Corona-Pandemie

Im Wunnebad haben die Stadtwerke Winnenden in der kürzlich beendeten Freibadsaison 2022 laut Sascha Seitz 79.500 Besucherinnen und Besucher gezählt. „Für 'ne Baustelle ist das in Ordnung“, sagt der 39-Jährige, „andere Bäder haben auch Verluste hinnehmen müssen.“ In einem Sommer, in dem kaum Regenwetter herrschte, hätten es aber schon deutlich mehr sein dürfen. Vor der Corona-Pandemie hatte das Wunnebad zwischen 100.000 und 120.000 Gäste pro Freibadsaison. Entsprechend sind auch die Erlöse aus Ticketverkäufen und Co. stark zurückgegangen: von 400.000 Euro und mehr vor Corona auf 200.000 Euro in dieser Saison.

Im deutlich kleineren Mineralfreibad in Höfen, das erst gründlich ertüchtigt werden musste, damit es überhaupt öffnen konnte, lagen die Besucherzahlen ebenfalls unter Normalniveau: Von circa 25.000 Gästen pro Sommer vor 2020 sind sie auf rund 19.000 Besucher in diesem Jahr abgestürzt. Und das, obwohl das Bad so gut wie nie wetterbedingt geschlossen hatte. Die Umsätze sanken hier laut Sascha Seitz von rund 50.000 Euro auf rund 40.000 Euro.

Sascha Seitz sagt, seine Kontakte in ganz Deutschland würden ihm Ähnliches berichten. Überall gingen die Zahlen zurück. Warum das so ist? Vielleicht seien die Menschen nach Corona noch vorsichtiger, gehemmter, sagt Seitz – oder es hätten sich wohl alle im Lockdown selbst einen Pool in den Garten gestellt.

Kaum Schließzeiten trotz Personalmangels und Hoffnung in Höfen

Andererseits: Der Personalmangel, der auch bei den Stadtwerken Winnenden herrscht, ist in den beiden städtischen Bädern bei weitem nicht so stark ins Gewicht gefallen wie andernorts. Einschränkungen bei den Öffnungszeiten gab es kaum. Wären deutlich mehr Besucher gekommen, wäre der Betrieb so nicht zu stemmen gewesen, sagt Sascha Seitz.

Die Rückmeldungen der Badegäste, gerade aus dem Wunnebad, seien überaus positiv gewesen. Klar, zu Zeiten der Pfahlgründung sei es auf der Baustelle fürchterlich laut gewesen. Üblicherweise hätten die Bauarbeiter aber früh begonnen und gegen 15 Uhr Feierabend gemacht. Danach war es im Wunnebad sogar ruhiger und entspannter als in den Jahren vor Corona.

Dass die Fans des „Höfi“ überglücklich waren, dass ihr Freibad nach den technischen Problemen und der Aufregung darum überhaupt öffnen konnte, versteht sich von selbst. Das Becken verliert zwar immer noch Wasser, aber in überschaubarem Maße. Sascha Seitz' nächste gute Nachricht lautet daher: „Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Jahr normal in Betrieb gehen.“ Vorausgesetzt natürlich, die Stadtwerke finden ausreichend Personal.

Bauarbeiten im Zeitplan, Fortschritte mit bloßem Auge erkennbar

Was den Fortschritt beim Wunnebad-Umbau angeht, blickt Sascha Seitz auf einen überaus erfolgreichen Sommer zurück. Nur, dass der Fassadenbauer insolvent gegangen sei, stelle aktuell eine Herausforderung dar – die Suche nach Ersatz sei aber schon weit fortgeschritten. Nach Startschwierigkeiten verläuft ein Großteil der Bauarbeiten nach Angaben des Bäderleiters gar „reibungslos“, „im Zeitplan“. Nach dieser Aussage klopft er dreimal auf Holz – „toi, toi, toi“, dass das so bleibt. Denn natürlich sind die Winnender in Zukunft nicht gefeit vor Lieferverzögerungen und Ähnlichem, auch wenn bisher alles gutgegangen ist.

Der Rohbau der neuen Sommerumkleiden steht mittlerweile, die Abbrucharbeiten der Sauna und großer Teile des früheren Eingangsbereichs sind abgeschlossen. Unter anderem wird aktuell an einem neuen Schwimmmeister-Turm beim 50-Meter-Außenbecken gebaut, von dem aus sich in Zukunft das ganze Areal überblicken lässt.

Mehr als 27,3 Millionen kostet die Modernisierung des Wunnebads. 2024 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Von 9. Januar bis Ende April 2023 wird das Wunnebad komplett geschlossen.

Der Sommer im Wunnebad war heiß und doch erfrischend, etwas ruhiger als sonst und doch oft tierisch laut. Trotz des millionenschweren Umbaus der Anlage seit diesem Frühjahr hatte das Freibad regulär geöffnet. Tickets gab's zum vergünstigten „Baustellen-Tarif“. Dennoch sind deutlich weniger Menschen ins Bad gekommen als in den Jahren vor der Corona-Krise. Lag's nur an den Bauarbeiten? Dagegen spricht, dass auch das Mineralfreibad in Höfen deutlich schwächer besucht war. Warum die Saison

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