Winnenden

Freibad wird am heißesten Tag des Jahres evakuiert

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Symbolbild. © Alexander Roth

Winnenden-Höfen. Als ein Fehlalarm entpuppte sich am Dienstagabend ein Chlorgasalarm im Mineralfreibad Höfen. Nachdem Feuerwehr und ein Techniker Entwarnung gaben, wurde ein defektes Messgerät als Ursache erkannt.

„Als ich die rote Warnleuchte an der Außenwand gesehen habe, habe ich sofort die Feuerwehr gerufen“, sagt Elke Geschwinde einen Tag nach dem Chlorgasalarm im Mineralfreibad Höfen. Von ihrem Platz am Beckenrand hat sie die Lampe immer im Blick. Mit Hilfe ihrer Trillerpfeife und lauten Rufen hat sie den Badegästen signalisiert, dass sie so schnell wie möglich das Gelände verlassen müssen. Unterstützung hatte sie von drei Kollegen, die an dem Tag zufällig im Bad waren. Innerhalb von drei Minuten war das Gelände geräumt, nach zwei weiteren Minuten war die Feuerwehr vor Ort.

Gäste verhalten sich vorbildlich

Am bisher heißesten Tag des Jahres kamen rund 750 Gäste nach Höfen, um sich abzukühlen. Am Abend zur Alarmzeit gegen 18.30 Uhr war „das Bad noch voll“, erinnert sich Elke Geschwinde. Wie viele zuvor den Heimweg angetreten hatten, könne sie nicht sagen.

„Alle haben sich vorbildlich verhalten“, sagt Elke Geschwinde. Badegäste haben alles liegen gelassen und sind nach draußen vor den Eingang gegangen. Keiner wurde verletzt, alle haben sich ruhig verhalten, so Geschwinde. „Ich möchte die Badegäste loben!“

Defektes Messgerät war die Ursache

Die Feuerwehr Winnenden, die mit 25 Mann und fünf Fahrzeugen im Einsatz war, führte zusammen mit einem Techniker mehrere Messungen durch. „In so einem Fall wird der entsprechende Raum durch eine Anlage beregnet“, erklärt Bäderleiter Sascha Seitz. Dadurch setzt sich eventuell ausgetretenes Chlorgas auf dem Boden ab, wonach Fachpersonal die Örtlichkeiten untersuchen könne. „Es wurde kein Chlorgasgeruch oder eine kaputte Chlorgasflasche festgestellt“, so Seitz. Allerdings fand man heraus, dass ein Messgerät defekt war – die Ursache für den Chlorgasalarm.

Vom Rettungsdienst waren vorsorglich ein Rettungswagen und ein Notarzt im Einsatz. Sie mussten aber nicht eingreifen. Nach etwa 45 Minuten gab es Entwarnung. Manche Besucher waren bereits nach Hause gegangen, andere packten dann erst ihre Sachen auf der Liegewiese zusammen. „Um 20 Uhr ist ohnehin Badeschluss“, erklärt Elke Geschwinde. Ins Wasser hätte keiner mehr gedurft. Die Sachen, die Badegäste am Abend nicht mehr abgeholt hatten, hat Elke Geschwinde eingesammelt und für sie aufbewahrt.

Schnelles Handeln wichtig

„Chlorgas kann erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen“, erklärt Bäderleiter Sascha Seitz, weil es die Atemwege reizt. „Deshalb war ein schnelles Handeln wichtig!“

Am Mittwochmorgen öffnete das Mineralfreibad zu den gewohnten Zeiten, da sich ein zweites Messgerät auf der Anlage befindet. Der kaputte Sensor wurde sofort ausgetauscht.