Winnenden

Gasthaus "Traube" in Winnenden-Hanweiler: Seniorchef Jörg Windeisen ist tot

Jörg Windeisen
Jörg Windeisen war 30 Jahre lang Chef der „Traube“, er starb 75-jährig. © Privat

Im Alter von 75 Jahren ist der Seniorchef der „Traube“ Winnenden-Hanweiler, Jörg Windeisen, zwei Tage vor Heiligabend verstorben. Seine Familie und das Team des Traditionsgasthauses, Freunde und Bekannte werden sich von ihm am Donnerstag, 12. Januar, ab 14 Uhr bei der Trauerfeier in der evangelischen Kirche Hanweiler verabschieden. Seine Urne wird im Hägele-Familiengrab auf dem Hanweiler Friedhof ihren Platz finden, sagt Tochter Sonja Windeisen. Das schöne Dorf sei ihm rasch Heimat geworden.

Jörg Windeisen stammte aus Neckarrems und lernte mit 14 Jahren den Beruf Koch

Der Vater stammte aus Neckarrems, wuchs dort bei Oma und Opa auf, wo er der Großmutter gern in der Küche half und sich deshalb in angesagten Häusern zum Koch ausbilden ließ, und zwar schon mit 14 Jahren. In seiner Bundeswehrzeit führte ihn ein Ausflug mit Kameraden ins rustikale Dorfgasthaus. 1902 hatten es Karl und Anna Hägele als Wengerter und Selbstversorger als Besenwirtschaft eröffnet, Sohn Alfred Hägele führte es weiter, und diese zweite Generation suchte gerade Helfer in der Küche, als die Kameraden einkehrten. „Der Jörg kann das machen, das hat er gelernt“, vermittelten die Kameraden. „Meine Mutter war von ihm begeistert, er war trotz der Hektik immer ein ruhiger Schaffer“, schildert Sonja Windeisen.

Heide Hägele und Jörg Windeisen heirateten 1970, führten zunächst zusammen mit Heides Bruder die Wirtschaft, gingen 1975 aber für acht Jahre nach Remseck, wo sie das VfB-Vereinsheim „Schöne Aussicht“ betrieben. Nach dem Tod von Alfred Hägele wurde das Erbe geregelt und die Eltern von Frank und Sonja Windeisen kehrten 1983 zurück nach Hanweiler. Sie investierten über die Jahre viel Geld, wagten einen großen Umbau und ließen das Stammhaus bis auf das Fundament abreißen. Das Haus in seiner heutigen Form entstand nach 1983, wie es im Artikel zum 100-Jahr-Jubiläum (2002) hieß.

2013 übergab Jörg Windeisen den Betrieb an die vierte Generation

„Wo sich heute der Hotelbereich befindet, waren früher zwei Wohnungen, die wegen der vielen Hochzeiten und dem damit verbundenen Remmidemmi aber nur an Mitarbeiter vermietet werden konnten“, erinnert sich Sonja Windeisen. „Ende der 80er Jahre machte mein Vater daraus einfache Pensionszimmer, erst 2014 renovierte sie mein Bruder für den Hotelbetrieb.“

2013 hatte Jörg Windeisen den Betrieb an die vierte Generation übergeben. Die Familie sah schon damals voller Respekt und Dankbarkeit auf die enorme Leistung von Vater und Mutter, wie sie die Schulden (mit dem in den 80er Jahren üblichen Bauzins in Höhe von 14 Prozent) bewältigten und Wochenende für Wochenende das Gasthaus voll hatten mit Ausflüglern und Gesellschaften, von Taufe über Konfirmation bis Hochzeit.

Jagd, Jagdhornblasen und Schafhaltung als Hobbys

„Die Leute kamen auch aus Ludwigsburg nach Hanweiler gefahren wegen seiner Wildgerichte“, berichtet Sonja. Mit ihr zusammen hatte der Vater den Jagdschein gemacht und stets großen Wert auf frisches, heimisches Wild gelegt. „Aus den Gewürzen für seine Soße hat er ein Geheimnis gemacht“, weiß sie. Außerdem habe er Wild geräuchert.

Über die Jagd hatte Jörg Windeisen auch das Jagdhornblasen für sich entdeckt. „Und er fand seinen Ausgleich im Halten und Züchten seiner Tiere“, berichtet Sonja Windeisen von Ziegen, Kamerunschafen und Mufflons. Den Grundstock für die kleine Herde bildete der Zufall: Ein Brautpaar hatte zwei Ziegen bekommen, für die Tiere aber überhaupt keine Verwendung. Windeisens übernahmen sie, brachten sie erst in einem alten Schweinestall, dann auf einer Wiese unterhalb der Rieslingstraße unter.

„Es ist schön, dass wir letztes Jahr im Juni noch seinen 75. Geburtstag feiern konnten“, sagt Tochter Sonja über ihren Vater, der schon jahrelang an einer schweren Lungenkrankheit gelitten hatte. Am 22. Dezember durfte er friedlich einschlafen. Er hinterlässt seine Frau Heide, seine zwei Kinder und ihre Partner, drei Enkel und einen Bruder.

Im Alter von 75 Jahren ist der Seniorchef der „Traube“ Winnenden-Hanweiler, Jörg Windeisen, zwei Tage vor Heiligabend verstorben. Seine Familie und das Team des Traditionsgasthauses, Freunde und Bekannte werden sich von ihm am Donnerstag, 12. Januar, ab 14 Uhr bei der Trauerfeier in der evangelischen Kirche Hanweiler verabschieden. Seine Urne wird im Hägele-Familiengrab auf dem Hanweiler Friedhof ihren Platz finden, sagt Tochter Sonja Windeisen. Das schöne Dorf sei ihm rasch Heimat

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