Winnenden

Gesamtschulen: Schwaikheim bleibt das Ziel

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Pressekonferenz am Donnerstag im Schwaikheimer Rathaus: Oberbürgermeister Holzwarth, Bürgermeister Häuser, Schulamtsleiterin Hagenmüller-Gehring, Bürgermeister Kiesl und Bürgermeister Friedrich (von links). © Palmizi / ZVW

Winnenden/Schwaikheim. Auch wenn Bürger viele Hundert Unterschriften sammeln: Die vier Bürgermeister der Raumschaft und das Staatliche Schulamt bleiben dabei, dass nur zwei Gesamtschulen im Raum Winnenden sinnvoll seien, und dass eine davon in Leutenbach und die andere in Schwaikheim stehen soll. In Winnenden wäre dann ungefähr ab dem Jahr 2021 keine mehr.

Was aus dem Bürgerbegehren wird, weiß ja noch niemand. Ist es rechtlich zulässig? Wenn ja, bekommt es eine Mehrheit bei den Bürgern? Kann sein. Kann auch nicht sein. OB Holzwarth sagt jedenfalls, dass Winnenden, die Nachbargemeinden und das Schulamt auf der Basis weiterentscheiden, die der Winnender Gemeinderat geschaffen hat durch seinen Beschluss von dieser Woche, auf den Schulneubau zu verzichten.

Bei einer großen Pressekonferenz am Donnerstag in Schwaikheim mit Bürgermeistern, Lehrern und Schulverwaltung skizzierte OB Holzwarth noch einmal die Lage der Stadt Winnenden: „Seit 2011 war Konsens, dass etwas getan werden muss für die Robert-Boehringer-Schule.“ 2012 führte die grün-rote Landesregierung die Gemeinschaftsschule ein. Die Schulbehörden gingen davon aus, dass an Orten ohne weitere Schulen 50 Prozent eines Jahrgangs sich an der heimischen Gesamtschule anmelden. In Berglen reichten die Zahlen nicht für den Erhalt der Werkrealschule, die Schule wird 2017 auslaufen, wie Berglens Bürgermeister Friedrich berichtete.

Von 700 Schülern gehen 600 auf Gymnasien und Realschulen

Für die Raumschaft Winnenden zeichnete sich bald ab, dass die Quoten für die Gesamtschulen nicht so gut sind wie anderswo. „Von 700 Schülern eines Jahrgangs in der Raumschaft gehen 300 auf die Winnender Gymnasien, 300 auf die Winnender Realschulen und 100 an die derzeit existierenden drei Gesamtschulen“, konstatierte Holzwarth.

Im Mai 2016 wurden in Winnenden die realistischen Kosten für einen Schulneubau bekannt: 21,9 Millinonen Euro. Man wusste, dass in Schwaikheim eine Gesamtschule besteht, die bereits ein Schulgebäude hat, das erweitert werden soll, und die bislang zu wenige Schüler hat. So kam Winnenden auf die Überlegung, sich mit Schwaikheim zusammenzutun.

Warum dachte man nicht früher daran? Warum nicht schon 2011? War damals das raumschaftliche Denken noch nicht vorhanden? War es damals ein Alleingang von Schwaikheim, als es die erste Gesamtschule der Raumschaft anmeldete? Schulamtsleiterin Sabine Hagenmüller-Gehring widersprach: „Auch damals waren die Nachbarkommunen beteiligt.“ Das Schulamt habe damals schon mit allen vier Kommunen Gespräche zur regionalen Schulentwicklung geführt. Man habe eben die Prognose gehabt, dass die Raumschaft drei Gesamtschulen brauche. Und diese Prognose hat sich jetzt nicht erfüllt.

Gesamtschulen im Kreis haben einen Anteil von 24 Prozent

Warum eigentlich nicht? Sind die Gemeinschaftsschulen nicht attraktiv? „Sie sind schon attraktiv. Im Rems-Murr-Kreis gehen 24 Prozent eines Jahrgangs zur Gemeinschaftsschule. Im Raum Winnenden sind es weniger. Das liegt vielleicht daran, dass wir in Winnenden ein gutes und für alle gut erreichbares Angebot an Gymnasien und Realschulen haben.“

Schwaikheim baut

Bürgermeister Gerhard Häuser von Schwaikheim erklärte am Donnerstag: „Wir haben bereits 1,7 Millionen Euro in unsere Schule investiert. Und wir werden einen Erweiterungsbau erstellen zu Kosten von aktuell 6,2 Millionen Euro.“

Baubeginn 2018. Fertigstellung 2020 oder 2021.