Winnenden

Hans-Dieter Baumgärtner: Elefanten-Ausstellung zum 70. Geburtstag in Winnenden

Elefantenausstellung
Hans-Dieter Baumgärtner inmitten seiner Elefantensammlung. © Alexandra Palmizi

Wer etwas leidenschaftlich gerne sammelt, muss sich nicht wundern, wenn er mit seinen Objekten verglichen wird. Hans-Dieter Baumgärtner steht auf kreativ gestaltete Elefanten – und bringt den nötigen Humor für derlei Späße mit. Natürlich hat er keinen Rüssel, allenfalls eine markante Nase. Vielleicht könnte man ihn aber bewundernd eine „graue Eminenz“ nennen: Der frühere Leiter des Lessing-Gymnasiums (2002 bis 2015) ist frisch gewählter Vorsitzender des Volkshochschulvereins und will als solcher in nächster Zeit noch etwas bewegen, wofür Elefantenkräfte nicht schaden dürften. Mit den Tieren gemein hat der Winnender auf jeden Fall ein phänomenales Gedächtnis. „Von meinen 700 bis 800 Elefanten in der Sammlung sind nur etwa zehn doppelt.“ Das bringt nicht nur Baumgärtners Frau zum Staunen, die ansonsten seinen Sammeleifer gütig und geduldig seit Jahrzehnten begleitet.

Die Schau ist leider nur halböffentlich zugänglich, für Gäste und frühere Kollegen

Vier Schränke sind mittlerweile im Keller gefüllt mit Figuren, von Kitsch bis Kunst. Dazu kommen Kuscheltiere, Bücher, Postkarten, Geschirr, Tischdecken, T-Shirts und Taschen, Wandbehänge und Spielzeug. Faszinierend, dass man quasi aus jedem Material die Form bilden kann – und dass das Formen wiederum auf unterschiedlichste Art und Weise geschehen kann. Auch viele gemalte Elefantenbilder besitzt Baumgärtner, Drucke von Rembrandt und Kandinsky und viele Originale unbekannter moderner Künstler.

Da Hans-Dieter Baumgärtner an diesem Montag (25.7.) 70 Jahre alt wird, hat er sich für seine Gäste und, am Tag danach für seine früheren Schulkollegen, etwas Besonderes ausgedacht. Sie können im Theater Alte Kelter die Sammlung anschauen. So richtig öffentlich machen wollte der Jubilar seine Schau denn doch nicht, er verzichtet auf Glasscheiben, Vitrinen und Aufsichtspersonal. Aber immerhin gibt’s nun diesen Bericht, in dem die Schätze gewürdigt und der Anlass für die Sammelei ergründet werden.

Der Ritt auf dem Elefanten und die Lehrerfortbildungen in Tansania

In jungen Jahren hatte Hans-Dieter Baumgärtner die Gelegenheit, auf einem Elefanten zu reiten. Da war er acht, es war im Zoo von Basel, nicht weit weg von der Heimatstadt Freiburg, in der er später auch studiert hat. „Komischerweise erinnere ich mich an die Begebenheit nicht mehr, weiß es nur, weil es ein Foto davon gibt.“

Zeitsprung: Nach dem Referendariat in Heidelberg konnte sich Baumgärtner als Mathematiklehrer die Schule aussuchen, ihm und seiner Frau gefiel das hügelige Winnenden, die Schule ebenso, und so ließen sie sich in den 1980ern hier nieder.

„Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich ein glücklicher Siebziger bin“, strahlt er, dankbar für die Zeit in Winnenden. „Ich habe hier die Möglichkeit, meinen Themen und Interessen nachzugehen.“ Er gab PC-Basis-Kurse, hielt Kryptografie- oder auch Ethik-Vorträge an der Volkshochschule in den 80er Jahren. Bis 2019 saß er eine Weile im Gemeinderat. Und nun plant der Universalgelehrte, der Harald Lesch von Winnenden, einen Astronomie-Vortrag für dieselbe Weiterbildungseinrichtung.

Doch zurück zum Sammeln. So richtig Fahrt aufgenommen hat das elefantöse Hobby aber erst 1999. „Ich habe nicht nur am Seminar Esslingen Lehrer ausgebildet, sondern sechs Jahre lang auch in Tansania.“ Anfangs, sagt Baumgärtner, habe ihn die Biologie der Tiere fasziniert, mittlerweile interessiere ihn der Elefant hauptsächlich als Kulturobjekt. „Ich sammle auch nicht, um Wertanlagen zu schaffen, sondern aus spielerischer Freude.“ Sagt’s und zieht eine Elmar-Spieluhr auf, ein aus bunten Vierecken gestaltetes Tierwesen. Weiter vorne schubst er einen Holzelefanten an, der daraufhin eine schräge Bahn hinabwackelt, schlicht und begeisternd.

Er lässt sich gern bezaubern und zum Lachen bringen

Fast ist der Besucher erschlagen von der Menge an unterschiedlichst gestalteten Figürchen, von naturalistischen Bronzen über glitzernd Beklebtes, Flaches und Bolliges, Hartes und Weiches. „Ist das nicht bezaubernd?“, fragt Hans-Dieter Baumgärtner rhetorisch, hält einen Glaselefanten vorsichtig zwischen den Fingern und dreht ihn träumerisch. Tja, „elephant sells“, weiß der Mann, der in seiner Ausstellung den „Kleinkram und Schnickschnack“ bewusst mit dem künstlerisch Wertvollen eines Rembrandt Bugatti kontrastiert, dem Bruder des Automobilbauers, der sich 1916 das Leben nahm. „Immer wieder lernt man auch persönliche Schicksale kennen beim Sammeln. Und ich erinnere bei ziemlich vielen Stücken die Herkunft und die Geschichte, wie ich an sie herankam“, sagt Baumgärtner.

Er wird versuchen, einen seiner vier Enkel mit einem Elefantenbild zum Schulanfang als Sammelnachfolger anzufixen, wie er knitz lächelnd erzählt, und gleich darauf hupt er mit einem Gummi-Elefantenkopf. Man darf gespannt sein, mit was die Gratulanten die Sammlung bereichern.

Wer etwas leidenschaftlich gerne sammelt, muss sich nicht wundern, wenn er mit seinen Objekten verglichen wird. Hans-Dieter Baumgärtner steht auf kreativ gestaltete Elefanten – und bringt den nötigen Humor für derlei Späße mit. Natürlich hat er keinen Rüssel, allenfalls eine markante Nase. Vielleicht könnte man ihn aber bewundernd eine „graue Eminenz“ nennen: Der frühere Leiter des Lessing-Gymnasiums (2002 bis 2015) ist frisch gewählter Vorsitzender des Volkshochschulvereins und will als

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