Winnenden

Haus im Schelmenholz: 18 Bewohner des Pflegeheims mit Corona infiziert - was gilt für die Besucher?

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Das Haus im Schelmenholz ist das größte Pflegeheim in Winnenden. © Benjamin Büttner

In Winnendens größtem Pflegeheim mit 135 Plätzen, dem Haus im Schelmenholz, hat sich das Coronavirus verbreitet. „Aktuell sind 18 Bewohner/-innen in verschiedenen Wohngruppen infiziert.“ Direktorin Kristina Baumstark spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von „milden bis mittelschweren Verläufen“. Es gab auch bereits Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus, diese Menschen seien zuvor jedoch stark gesundheitlich vorbelastet gewesen.

Seit dem ersten Ausbruch des Virus am 21. November unter Bewohnern in der Demenzstation wurde diese zum Isolierbereich erklärt. Inzwischen sind auch andere Stationen betroffen.  Die Bewohner verlassen möglichst ihre Zimmer nicht, oder sie tragen eine Maske.

Mitarbeiter werden seit rund drei Wochen vor jedem Dienstbeginn getestet. „Bisher mussten wir 16 positive, aber symptomlose Fälle nach Hause schicken. Die Kolleg/-innen fallen uns jeweils zehn Tage lang aus", so Baumstark. Was für die verbliebenen Mitarbeiter/-innen Mehrarbeit bedeutet, die angespannte Lage beim Personal weiter verschärft. Neun Mitarbeiter/-innen des Haus im Schelmenholz sind aktuell infiziert, „sie haben sich privat, aber einige sicher auch bei der Arbeit angesteckt“, sagt Kristina Baumstark.

Besucher und Therapeuten werden seit Samstag nur noch nach vorheriger Anmeldung und mit negativem Schnelltestergebnis eingelassen. Die Besuchszeit beträgt maximal eine Stunde. Im Haus tragen die Besucher FFP2-Masken. „Von strengen Besuchs-Regeln machen wir bei sterbenden Bewohnern Ausnahmen für die Angehörigen“, so Baumstark.

Seit Freitag ist die Tagespflege Haus Elim Winnenden im Ausnahmezustand 

Ein routinemäßiger, wöchentlicher Schnelltest auf eine Coronainfektion hat die Tagespflege des Hauses Elim im alten Bezirkskrankenhaus Winnenden von heute auf morgen in den Ausnahmezustand versetzt: Am Freitag wurde ein Gast positiv getestet. „Wir testeten daraufhin alle Gäste und fanden drei weitere Infizierte“, sagt die Geschäftsführerin der Haus-Elim-Pflegeheime, Yvette Umbach. Am Montag gaben die ersten Ergebnisse der sofort veranlassten PCR-Tests traurige Gewissheit: Die Gäste sind coronapositiv, obwohl sie am Freitag keinerlei Symptome zeigten. Seit dem Schnelltest-Ergebnis befinden sie sich in häuslicher Quarantäne, zusammen mit ihren pflegenden Angehörigen. Wie es ihnen und den Angehörigen inzwischen gesundheitlich geht, ist nicht bekannt.

Die Tagespflege dient der Entlastung dieser Angehörigen, die betreuten Gäste werden üblicherweise morgens abgeholt oder gebracht und verlassen die Tagespflege abends, um zu Hause zu schlafen. Manche Gäste kommen täglich, manche nur einmal die Woche.

Fahrer in Quarantäne, kein Fahrdienst für die Notbetreuten

Das Sozialwerk der Volksmission, das im Raum Winnenden sechs Pflegeheime undvier Tagespflegen unterschiedlicher Größe betreibt - in Schwaikheim, Bittenfeld, Winnenden und Burgstall – informierte am Dienstag (15.12.) von sich aus die Presse. Als Konsequenz aus den Coronafällen in Winnenden findet in der Tagespflege Winnenden nun nur noch eine Notbetreuung und kein Fahrdienst mehr statt. „Es werden nur noch Menschen gebracht, deren Versorgung tagsüber sonst nicht gewährleistet wäre. Das sind zwei bis acht Personen. Wir wollen unsere Gäste nicht im Stich lassen“, sagt Yvette Umbach auf Nachfrage unserer Redaktion. Außerdem werden die Gäste nicht mehr nur einmal wöchentlich, sondern täglich bei Ankunft getestet. „Das Vorgehen ist eng mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und wurde von diesem als sehr gut befunden“, so Umbach.

Was ist mit den Mitarbeitenden und den anderen Gästen? „Wer mit den positiv getesteten Gästen in Winnenden näher zusammen war, beispielsweise durch den Fahrdienst, wurde ebenfalls unter Quarantäne gestellt“, so Umbach. In allen vier Tagespflegen wurden Gäste und Mitarbeitende durchgetestet, alle mit negativem Ergebnis.

Die Antigen-Schnelltests funktionieren so: Eine Mitarbeiterin macht einen Rachen- oder Nasenabstrich und wertet ihn im Testset aus. Ähnlich einem Schwangerschaftstest zeigt das kleine Kästchen dann nach 15 Minuten an, ob Hinweise auf Sars-CoV2 gefunden wurden oder nicht. „Wir haben ausreichend Tests und auch genug Mitarbeiter, die diese durchführen können“, so Yvette Umbach.

Ein Bewohner im Haus Elim Weiler zum Stein positiv ohne Symptome

Unglücklicherweise ist nun aber auch noch ein Bewohner der Kurzzeitpflege in Weiler zum Stein betroffen, mit einem Schnelltest positiv getestet. „Das Ergebnis des PCR-Tests steht aber noch aus“, schreibt Yvette Umbach. Auch er habe im Moment kein Fieber und keine Symptome. „Er war zuvor ebenfalls Gast in Winnenden, hatte aber beim Einzug in Weiler einen negativen Test.“ Zwischendurch sei er auch im Krankenhaus gewesen, wo und wie er sich angesteckt habe, sei überhaupt nicht klar. In der Kurzzeitpflege wechselt man den Ort nicht, sondern schläft im Pflegeheim.

„Am Montag wurden dann sofort alle Bewohner und Mitarbeitende in Weiler zum Stein getestet, diese Tests fielen alle negativ aus“, teilt die Geschäftsführerin weiter mit. Wohl wissend, dass die Antigen-Schnelltests eben keine hunderprozentige Sicherheit versprechen. Etwa drei von 100 Fällen werden nicht erkannt, unter anderem deshalb, weil die Virenlast zum Testzeitpunkt noch sehr gering sein kann. Typische Symptome für eine Coronainfektion hatte ja auch keiner der am Freitag getesteten Gäste.

„In allen unseren Häusern gibt es derzeit ansonsten keine Coronainfizierten“, sagt Yvette Umbach auf Nachfrage.

Anfang Dezember wurde bekannt, dass im Stammhaus in Leutenbach 20 Bewohner und 16 Mitarbeitende infiziert sind. Eine Woche später lautete die traurige Bilanz: Corona forderte dort vier Todesopfer, alles Bewohner.

In Winnendens größtem Pflegeheim mit 135 Plätzen, dem Haus im Schelmenholz, hat sich das Coronavirus verbreitet. „Aktuell sind 18 Bewohner/-innen in verschiedenen Wohngruppen infiziert.“ Direktorin Kristina Baumstark spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von „milden bis mittelschweren Verläufen“. Es gab auch bereits Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus, diese Menschen seien zuvor jedoch stark gesundheitlich vorbelastet gewesen.

Seit dem ersten Ausbruch des Virus am 21. November

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