Winnenden

Hubboden bestellt für variable Wassertiefe im Wunnebad

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Hubboden in einem Schwimmbad: Der obere helle Teil ist variabel in der Höhe, der geflieste Teil ist fix. © Variopool

Die Stadtwerke und die Gemeinderäte halten fest an den großen Umbauplänen fürs Wunnebad, obwohl die Lage auf dem Bausektor gerade arg verfahren ist: Wer Aufträge ausschreibt, wer Baufirmen sucht, der kriegt zurzeit entweder sehr teure Angebote oder er kriegt gleich gar keine, zumindest wenn er ein öffentlicher Auftraggeber ist. Die Auftragsvergabe für den großen Wunnebad-Umbau ist deswegen ins Stocken geraten, aber eines von vielen Projekten ist jetzt schon unter Dach und Fach: der Hubboden für das künftige Kursbecken.

Hubboden kann von 0 bis 180 Zentimeter auf alle Tiefen eingeteilt werden

Es war eine Entscheidung, bislang noch nicht ganz festgezurrt: Braucht das neue Kursbecken tatsächlich so eine komplizierte Mechanik im Becken, so einen Boden aus einem besonderen Kunststoff, der sich heben und senken lässt, der für Kleinkinder auf 40 Zentimeter Wassertiefe eingestellt werden kann und für Aquafitnesskurse auf 1,20 Meter oder noch tiefer bis 1,80 Meter? Bei den Gemeinderäten im Aufsichtsrat der Stadtwerke und bei den Stadtwerke-Chefs hat sich die Meinung durchgesetzt: So ein Hubboden ist sehr sinnvoll.

Die Technik wurde europaweit ausgeschrieben und es kamen tatsächlich mehrere Angebote. Die Stadtwerke verglichen Preise und Leistungen und kamen eindeutig auf einen Lieferanten aus Holland, der den Hubboden für 219.000 Euro anbietet. Die Stadtwerke entschieden sich für einen Boden aus Polypropylen, das als lange haltbar gilt und das etwas teurer ist als andere Materialien. Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger setzte sich für den beständigeren Boden ein und überzeugte die Stadträte.

Firma stattet auch ein Schwimmbecken für die Olympiade in Paris aus

Das ganze Kursbecken wird gefliest. Ins Becken wird der Hubboden so eingesetzt, dass ein Großteil des Beckens eine variable Tiefe hat, der andere Teil ist immer ganz tief. Eine variable schräge Platte schafft den Übergang zwischen Hubboden und dem ganz tiefen Teil. Er wird so konstruiert, dass niemand unter den Hubboden schwimmen kann.

Die holländische Firma, die den Hubboden liefert, hat beste Referenzen und schmückt sich mit Bädern in Metropolen, die sie ausgestattet hat mit ihrer Technik: London Aquatic Centre, Parakiore Recreation and Sport Centre, Christchurch, Neuseeland, Olympic Aquatic Centre, Paris (für die Olympischen Spiele 2024).

Für Winnenden haben die Stadtwerke- Geschäftsführer einen Vertrag ausgehandelt, der ihnen eine Ausstiegsmöglichkeit lässt, falls der Wunnebadumbau im Herbst noch gar nicht begonnen werden kann. Es hätte keinen Sinn, den Hubboden anliefern zu lassen, wenn das Becken noch gar nicht gebaut wäre. Mulfinger will im Herbst die Umbauarbeiten ausschreiben und hofft dann, dass er von Baufirmen nutzbare Angebote bekommt. Ganz sicher ist er aber nicht. In Zeiten von stark steigenden Materialpreisen können Baufirmen oft keine Angebote mit langer Preisbindung machen. Die sind aber so vorgeschrieben bei Ausschreibungen der Öffentlichen Hand.

Ein 25 Meter langes wettkampftaugliches Kursbecken

Zur Erinnerung: Am 17. November 2020 hat eine große Gemeinderatsmehrheit beschlossen, das Wunnebad zu sanieren und zu vergrößern zu Gesamtkosten von 24 Millionen Euro. Das Großprojekt sollte noch im Jahr 2021 beginnen. Stadtwerke und Gemeinderat beauftragten das Architekturbüro Bernisch aus Stuttgart mit einem Entwurf. Stefan Rappold aus diesem Büro stellte einen Plan vor, der eine neu gestaltete Saunalandschaft bringt, der das Foyer vergrößert und ein 25 Meter langes wettkampftaugliches Kursbecken vorsieht, für das der Hubboden vorgesehen ist.

Die große Kuppel bleibt erhalten. Um sie herum wird die Saunalandschaft gruppiert, ein Teil im Raum, ein Teil im Garten draußen. Auch die Gastronomie soll dort oben sein und Gäste in der Sauna und in der oberen Etage bei der Kuppel mit Essen und Trinken versorgen.

Die Stadtwerke und die Gemeinderäte halten fest an den großen Umbauplänen fürs Wunnebad, obwohl die Lage auf dem Bausektor gerade arg verfahren ist: Wer Aufträge ausschreibt, wer Baufirmen sucht, der kriegt zurzeit entweder sehr teure Angebote oder er kriegt gleich gar keine, zumindest wenn er ein öffentlicher Auftraggeber ist. Die Auftragsvergabe für den großen Wunnebad-Umbau ist deswegen ins Stocken geraten, aber eines von vielen Projekten ist jetzt schon unter Dach und Fach: der Hubboden

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