Winnenden

Jugendfeuerwehren: Erster Platz bei Bundeswettbewerb

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So sehen Sieger aus: Vertreter der Jugendfeuerwehren bei der Preisverleihung mit Bundesinnenminister Thomas de Mazière in Berlin. © Daniel Bahner
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Die Jugendfeuerwehren und ihr Projekt waren unumstritten super, sagt Juror Edmund Baur vom Malteser-Hilfsdienst. © Gaby Schneider

Winnenden. Strahlende Gesichter in Berlin: Die Jugendfeuerwehren aus dem Rems-Murr-Kreis haben tatsächlich den ersten Platz beim Förderpreis „Helfende Hand“ gemacht. Das Projekt ist aber auch wirklich spitze! Was die Idee „Jugendfeuerwehr trifft Industrie“ so auszeichnet, erklärt Edmund Baur aus Birkmannsweiler, der als Bundesbeauftragter der Malteser mit in der Jury saß.

„Jugendfeuerwehr trifft Industrie“: Dieses Projekt ist so toll, dass am Montag am frühen Abend in Berlin der erste Platz des Förderpreises „Helfende Hand“, Kategorie „innovative Konzepte“, in die Hand des Winnender Stadtjugendfeuerwehrwarts Daniel Bahner und seiner mitgereisten Kolleginnen und Kollegen gedrückt wurde. Und zu diesem Preis gehören neben der Ehre auch 8000 Euro. Was man damit wieder alles machen kann!

Gegen große Konkurrenz durchgesetzt

Die Jugendfeuerwehren aus dem Rems-Murr-Kreis haben sich gegen eine große Konkurrenz durchgesetzt. Insgesamt gab es, sagt Edmund Baur, fast 200 Bewerbungen. Baur saß als Bundesbeauftragter des Malteser-Hilfsdienstes mit in der Jury. Er war dabei, als nach der ersten Sichtung – da ging es nur um die Erfüllung der Ausschreibungsbedingungen – die übrig gebliebenen Bewerber bewertet werden mussten.

Am Ende, sagt Baur, darf jeder der acht Juroren nur zehn Vorschläge machen. Üblicherweise bleiben dann zwischen 50 und 60 Bewerbungen übrig. Denn oft fallen schon mehrere Stimmen auf ein Projekt. Und dann kommt’s zur zweitägigen Jurysitzung. Da wird diskutiert, der Bewertungsbogen ausgewertet, eine Reihenfolge festgelegt, noch mal alles durchgesprochen. Denn auf keinen Fall sollte die Jury auf Projekte hereinfallen, die einfach nur gut und aufwendig präsentiert worden sind.

Projekt knüpft Kontakte zwischen Arbeitgebern und Ehrenämtlern

Die Kreisjugendfeuerwehren haben sich sicher gut präsentiert. Vor allem aber haben sie mit den Inhalten ihres Projektes überzeugt. Aber wieso? Was haben die Jugendfeuerwehren gemacht?

Im Jahr 2013 war’s, da kamen einige Jugendbetreuer der Feuerwehren, der Verbandsvorsitzende und IHK-Bezirkskammerpräsident Claus Paal zusammen. Ihre Frage: Wie knüpfen wir zwischen unserer Feuerwehrjugend und den Arbeitgebern im Kreis ganz zwanglos und vergnüglich Kontakte? Wie werben wir für Verständnis für die Verpflichtungen, die die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr so mit sich bringt? Wie gewinnen wir vielleicht sogar noch ein paar Mitglieder? Und wie kommt bei all dem Netzwerken auch noch was Tolles zum Anfassen und Benutzen dabei raus?

Seit 2014 gibt's regelmäßige Treffen

Seit 2014 treffen sich regelmäßig einmal im Jahr Jugendfeuerwehrler und Azubis verschiedener Unternehmen im Kreis. Dann wird zusammen entworfen und gebaut. Am Ende steht eine Seilwickelmaschine oder eine Akkustation, ein Schwenkgrill oder eine Wasserspiel-Anlage da, Jugendliche haben ganz eigenverantwortlich eine Arbeit fertig gebracht, man hat die Fühler ausgestreckt in Richtung Arbeitgeber, die haben tolle junge Leute kennengelernt.

Und: Alle wissen, was die anderen so umtreibt (wir berichteten).

Zur Nachahmung empfohlen

Das, sagt Edmund Baur, ist vorbildlich und zur Nachahmung empfohlen. Denn bei diesem Projekt kocht keiner nur im eigenen Saft, sondern im gegenseitigen Geben und Nehmen, im gemeinsamen Arbeiten lernen sich viele verschiedene Leute kennen und profitieren. Es sei, sagt Baur, eine „Win-win-Situation“.

Außerdem läuft das Projekt inzwischen mehrere Jahre und wird noch weiterlaufen. Und es kann problemlos auf andere Vereine und andere Tätigkeiten umgemünzt werden.

Mit Abstand gewonnen

In der Jury gab’s keine große Diskussion um den ersten Platz, sagt Baur. Es sei ein ordentlicher Punkteabstand gewesen zum Zweit- und zum Drittplatzierten. Es ist also nur recht, dass unsere Leute in Berlin so gestrahlt haben.


Sie sind dabei

Beim Projekt „Jugendfeuerwehr trifft Industrie“ waren bislang die Jugendfeuerwehren aus Sulzbach, Spiegelberg, Winnenden, Schwaikheim, Leutenbach, Waiblingen, Korb, Plüderhausen, Urbach, Lorch und Alfdorf dabei.

Von Unternehmensseite aus haben sich beim Projekt bislang HES Präzisionsteile Hermann Erkert, Kärcher, Stihl, Bahmüller, TRW Automotive und Föhl engagiert. Die Projektplaner überlegen auch, Kontakte ins Handwerk zu knüpfen.

Das Projekt hat neben Spaß, Erfahrung und verschiedenen Objekten auch schon weitreichende Erfolge gebracht: Fünf Jugendliche haben einen Ausbildungsplatz angenommen, und drei Auszubildende sind Mitglied einer Jugendfeuerwehr beziehungsweise der Feuerwehr geworden.