Winnenden

Jugendfeuerwehren für Förderpreis nominiert

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Dieses Gerät ist eine Seilwickelmaschine, denn an Knoten sollten Feuerwehrleute beim Einsatz nicht verzweifeln müssen. Und so haben Jungs der Jugendfeuerwehr Plüderhausen und Azubis der Firma Bahmüller aus Plüderhausen gemeinsam nachgedacht, getüftelt und gebaut und diese Lösung fürs Problem gefunden. Mit dabei bei der Vorführung vor dem Winnender Feuerwehrgerätehaus: Winnender und Waiblinger Jungs aus der Jugendfeuerwehr. © Habermann / ZVW

Winnenden. „Die Nominierten stehen fest, Stimmen Sie für Ihren Favoriten“ heißt es auf der Homepage des Förderpreises Helfende Hand. Am 27. November wird Bundesinnenminister Thomas de Maizière verkünden, wer diesen großen Ehrenamtspreis gewonnen hat. Mit dabei sind Jugendfeuerwehren aus dem Rems-Murr-Kreis.

Es ist wirklich ein super Projekt, das die Jugendfeuerwehren von Sulzbach, Spiegelberg, Winnenden, Schwaikheim, Leutenbach, Waiblingen, Korb, Plüderhausen, Urbach, Lorch und Alfdorf da am Laufen haben. Es ist so toll, dass ein paar von ihnen Ende November tatsächlich nach Berlin fahren werden. Ganz sicher werden sie eine Urkunde bekommen und Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Hand schütteln. Vielleicht aber gewinnen sie auch den dritten, zweiten oder ersten Preis. Und damit dreitausend, viertausend oder gar sechstausend Euro!

Projekt: "Jugendfeuerwehr trifft Industrie"

Und was machen die Jungs und Mädels da, dass es bis ins Bundesinnenministerium dringt? 2013 war’s, also vor vier Jahren, als Jugendwarte und der Verbandsvorsitzende der Feuerwehren auf Claus Paal, Bezirkskammerpräsident der IHK, stießen und sagten: Wir wollen, dass Jugendfeuerwehrleute und Azubis was zusammen machen. Und alle sollen was davon haben. Draus wurde: „Jugendfeuerwehr trifft Industrie“. 2014 ging’s richtig los.

Arbeitsluft schnuppern

Seitdem entwickeln jedes Jahr junge Feuerwehrler und Azubis eine Idee: Was könnte die Jugendfeuerwehr brauchen, das wir bauen können. Dann wird entworfen, geplant, gewerkelt. Das geht entweder einige Ferientage lang oder über mehrere Wochen den einen und anderen Nachmittag. Die Erwachsenen von Feuerwehr und Unternehmen halten sich so weit es geht raus. Die gucken höchstens, dass alles gut läuft. Die Feuerwehrler müssen selbst ins Unternehmen gehen, dort aktiv schaffen, wenn sie krank sind, sich selbst abmelden. Kurz: Sie schnuppern schon mal Arbeitsluft. Und die Unternehmen lernen womöglich den nächsten Azubi kennen.

Verschiedene Feuerwehr-Wasserspiele sind entstanden

Die am Projekt beteiligten Azubis müssen vorbereiten, arbeiten, erklären, zeigen, helfen, ein Projekt bis zum Schluss bringen – alles gut fürs Arbeitsleben. Und womöglich finden sie die Leute und die Feuerwehr so interessant, dass die Jugendfeuerwehr ein neues Mitglied bekommt. Und ganz nebenbei erfahren Abteilungsleiter so viel über das Dasein eines Feuerwehrlers, dass auch hier wieder Verständnis wächst für dieses Ehrenamt und seine Spontan-Verpflichtungen im Brandfall.

Entstanden sind in den inzwischen drei Projektjahren verschiedenste der beliebten Feuerwehr-Wasserspiele. Mit Pumpen und automatisch an- und abschaltender Lichtorgel. Oder eine Powerbank für mehrere Handys, betrieben durch Solartechnik, damit in Feuerwehrfreizeiten niemandem der Saft ausgeht. Oder Grills, Übungswagen, eine Seilwickelmaschine.

Andere Jugendfeuerwehren und Firmen sind herzlich willkommen

Die Jugendlichen der Feuerwehr, die bei alldem mitgeschafft haben, waren zwischen 14 und 16 Jahre alt. Die Azubis kamen von HES Präzisionsteile Hermann Erkert, von Kärcher, Stihl, Bahmüller und von Föhl. Sie haben übrigens auch noch was Fachfremdes beim Projekt gelernt: Sie hatten nämlich ein Löschtraining. Wasser marsch! Übrigens: Andere Jugendfeuerwehren und andere Firmen sind beim Projekt herzlich willkommen. Und ab sofort gilt: Daumen drücken.


Stimmen Sie mit ab!

Neben der Kategorie „Innovative Konzepte“, für die die Jugendfeuerwehr nominiert ist, gibt es auch noch die Chance auf den Publikumspreis.

Hier darf jeder abstimmen und seinen Liebling auswählen. Informationen über die 15 nominierten Projekte gibt es auf www.helfende-hand-foerderpreis.de.

Wer abstimmen möchte, geht auf „Abstimmen“, klickt dann auf seinen Liebling, bekommt eine E-Mail zugeschickt und muss den Link in der E-Mail anklicken. Dann ist die Stimme gezählt und gültig.