Winnenden

Jule Maier aus Höfen schafft ein 1,0-Abi: Was die 19-Jährige jetzt plant

Jule Marie Maier
Jule Maier aus Winnenden-Höfen richtet mit 1,0-Abitur in der Tasche ihren Blick in die weite Welt. © Gabriel Habermann

Jule Marie Maier aus Höfen absolvierte ihr Abitur mit der Note 1,0 an der Schule beim Jakobsweg, sie war die Beste von nur 19 Schülern, die das Gymnasium der Paulinenpflege mit ernährungswissenschaftlichem Schwerpunkt im Juli abgeschlossen haben. Und jetzt? Was macht eine, der die Welt mit der Zeugnis-Traumnote offensteht?

Erst ins Ausland, dann in Tübingen studieren

Nach der Schule möchte sie erst mal ins Ausland. Ihr Plan ist es, zwei Monate lang auf einer Farm in Irland oder Schweden zu arbeiten. Dort möchte sie sich um Tiere kümmern. Mit Tieren hatte auch ihr erster Berufswunsch zu tun. Jule wollte Tierärztin werden. „Darum habe ich auch immer so viel gelernt“, erklärt sie.

Im Laufe der Schulzeit hat sich ihr Berufswunsch dann aber noch einmal geändert. Jetzt will sie entweder Psychologie oder Lehramt studieren, vorzugsweise in Tübingen. Die 19-Jährige meint, die Tendenz gehe eher zu Lehramt. „Ich habe Mitschülern und sogar älteren Schülern Nachhilfe gegeben“, sagt Jule, als sie zum Beispiel 16 war, war eine ihrer „Schülerinnen“ tatsächlich schon 21. „Das hat mir total Spaß gemacht und ich bin auch gut darin.“ Ein Praktikum in ihrer alten Grundschule in Höfen hat sie auch schon gemacht – und war begeistert. Ihr Studium wird sie nach ihrem Auslandsaufenthalt zum Sommersemester kommenden Jahres beginnen.

„Auf dem Gymnasium wird es schwerer“

Jule hat 2019 ihren Realschulabschluss an der Geschwister-Scholl-Realschule gemacht und ging danach auf das Gymnasium der Schule beim Jakobsweg. Anfänglich wurde zu Jule gesagt, nach der Realschule gehe es nicht so weiter, es würde auf dem Gymnasium um einiges schwerer werden. „Dann wurde es aber sogar noch besser“, freut sich die 19-Jährige über ihr 1,0-Abitur. An dem beruflichen Gymnasium liegt der Schwerpunkt auf Ernährungswissenschaften. Jules Hauptfach „Elch“ - kurz für Ernährungslehre und Chemie - machte Jule viel Spaß. Für ihre hervorragenden Leistungen in dem Fächerverbund bekam sie den Kofrányi-Preis der AOK überreicht.

Auch in den Fächern Deutsch und Religion konnte sie durch besonders gute Noten überzeugen und erhielt Preise. Bei der Verleihung des Religion-Preises sagte ihre Lehrerin: „Die ganze Jule war mit Kopf und Herz dabei.“ Das erzählt die Abiturientin gerührt. Bei einer kleinen Abifeier in der Aula der Schule wurden die Schüler verabschiedet. „Einen Abischerz haben wir leider nicht auf die Beine bekommen, da unser Jahrgang etwas chaotisch war“, sagt Jule schmunzelnd. „Wir hatten auch zwei Abimottos, weil wir uns nicht einigen konnten“, fügt sie hinzu.

Drei Jahre Oberstufe mit Corona

Ihre Motivation fürs Lernen nahm die Schülerin einerseits aus ihrem Berufswunsch, aber sie sagt auch selbst, sie sei sehr lernbegeistert. „Ich will viel wissen und auch immer mehr wissen“, erklärt die 19-Jährige. Sie habe nie nur auswendig gelernt, sondern wollte die Inhalte immer verstehen, was letztendlich auch zu dem Traumergebnis geführt habe.

Ihre letzten drei Schuljahre waren aufgrund von Corona aber nicht so, wie sie es sich gewünscht hätte. „Durch Corona war einiges erschwert“, sagt Jule. In den ersten zwei bis drei Monaten, in denen die Schüler pandemiebedingt zu Hause bleiben mussten, klappte der Online-Unterricht nicht wirklich. „Die Lehrer haben uns nur per E-Mail Aufgaben geschickt, Unterricht hatten wir keinen richtigen“, sagt die Abiturientin. Erst nach ein paar Monaten haben die Lehrer dann mit dem Online-Unterricht per Videokonferenz begonnen. „Inhaltlich war es für mich auch kein Problem, ich habe das gut hinbekommen“, sagt Jule „Ich lerne gerne allein“, ergänzt sie.

Ihr habe aber vor allem das Soziale gefehlt, meint die Höfenerin. „Ich bin zuvor täglich mit dem Fahrrad in die Schule gefahren und habe mich auf dem Weg mit Freunden getroffen. Das hat mir total gefehlt“, sagt Jule.

Einige Ausflüge seien aufgrund der besonderen Umstände auch nicht zustande gekommen. Der Kontakt zur Parallelklasse war sehr gering, generell war es schwerer, neue Leute kennenzulernen. Eine abschließende Abireise nach Berlin fand in diesem Jahr dann aber statt.

Einige Vorteile brachte Corona für die Abiturienten aber mit sich: 30 Minuten mehr Zeit in den schriftlichen Prüfungen, der Stochastik-Teil in der Mathe-Prüfung fiel weg und das Themenfeld Diabetes wurde aus der Elch-Prüfung gestrichen.

Ihre Lernmethode verhalf zum Einser-Abitur, nervös war sie trotzdem vor den Prüfungen

Ihre Lernmethode war es, Musik im Hintergrund laufenzulassen. „Ich kann mich einfach besser konzentrieren, wenn es nicht komplett still ist in einem Raum“, erklärt die 19-Jährige. Sie empfiehlt, sich vor den Klausuren Lernzettel zu machen, dabei aber nicht gleichzeitig zu lernen. Also: Erst mal nur aufschreiben, zusammenfassen, vom Heft abschreiben, aber nicht lange darüber nachdenken, sondern später lernen.

Zudem sei es wichtig, die Formulierungen der Aufgabenstellung genau zu betrachten und auf mögliche Fallen zu achten. Jule kann im Nachhinein sagen, dass die Prüfungen leichter als erwartet waren. „Die Zeit direkt davor war eigentlich die schlimmste“ erinnert sich die Höfenerin.

Jule Marie Maier aus Höfen absolvierte ihr Abitur mit der Note 1,0 an der Schule beim Jakobsweg, sie war die Beste von nur 19 Schülern, die das Gymnasium der Paulinenpflege mit ernährungswissenschaftlichem Schwerpunkt im Juli abgeschlossen haben. Und jetzt? Was macht eine, der die Welt mit der Zeugnis-Traumnote offensteht?

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Nach der Schule möchte sie erst mal ins Ausland. Ihr Plan ist es, zwei Monate lang auf einer Farm in Irland

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