Winnenden

Kärcher: Betriebsrat wehrt sich gegen Verlagerung von 178 Stellen ins Werk Bühlertal

Blick auf Kärcher in Winnenden_0
Der Blick aus der Drohne auf das Werk Winnenden, das die Hochdruckreiniger-Produktion verlieren soll und das Kärcher-Testgebäude. © Frank Nipkau

Winnenden.
Der Betriebsrat der Firma Kärcher in Winnenden will für den Erhalt aller Arbeitsplätze am Standort kämpfen. Das ist die Kernbotschaft einer Erklärung, die Mittwochnachmittag verbreitet wurde. Hinter der Erklärung steht der gesamte Betriebsrat, sagte der stellvertretende Vorsitzende Stefan Ostermeier unserer Zeitung.

Kärcher plant 178 Stellen aus der Hochdruckreiniger-Produktion aus dem Werk Winnenden in das Werk Bühlertal (Landkreis Schwäbisch-Hall) zu verlegen. Dort soll künftig die Herstellung dieser Geräte konzentriert und so fünf Millionen Euro im Jahr eingespart werden.

"Nicht unsere Aufassung von Kärcher-Kultur"

„Am späten Nachmittag des 4. April wurde der Betriebsrat erstmals von der Geschäftsführung über die geplante Verlagerung“ informiert, heißt es in der Erklärung. Der Betriebsrat könne die Argumente nicht nachvollziehen. „Detaillierte Informationen über das geplante Konzept, zum Beispiel die Einsparungen, liegen dem Betriebsrat nicht vor. Aufwände für den Umzug wurden vom Unternehmen nicht aufgezeigt.“

Weiter heißt es: Eine rechtzeitige und umfassende Unterrichtung über die geplanten Betriebsänderungen habe nicht stattgefunden. „Es gab noch keine Beratung mit dem Betriebsrat über die Vorstellungen des Unternehmens. Das entspricht nicht unserer Auffassung von Kärcher-Kultur.“

"Wichtige Investitionen wurden zurückgehalten"

„Wir haben heute einen effizienten und profitablen Produktionsstandort in Winnenden“, erklärt der Betriebsrat. „Wichtige Investitionen wurden in der Vergangenheit zurückgehalten. Der Betriebsrat bemängelt die fehlende Investitionsbereitschaft in den Produktionsstandort Winnenden. Die Montage des Bodenreinigers BR 45/22 wurde letztes Jahr Winnenden zugesichert. Nun wird in Litauen gefertigt.“

Der Betriebsrat stellt auch das Argument des Unternehmens infrage, mit der Verlagerung der Produktion werde der Lkw-Verkehr reduziert und so 45 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart. „Heute fahren wenige Lkws von und nach Winnenden, um die Fertigung zu beliefern. Morgen sollen 178 Beschäftigte mit dem Auto von Winnenden aus in das 54 Kilometer entfernte Bühlertal fahren. Verbessert das die Kohlendioxid-Bilanz oder den ökologischen Fußabdruck?“
„Wir wissen, dass das Werk Winnenden konkurrenzfähig ist und eine super Qualität abliefert“, sagt der Betriebsrat. „Kleinste Montagelosgrößen werden termingerecht an den Kunden geliefert. Die Ausbringung kann jederzeit erhöht werden. Wir erwarten die Einhaltung der Mitbestimmungsrechte.“