Winnenden

Katastrophenschutz: Stadt Winnenden will elf Sirenen anschaffen

Sirene
Symbolbild. © Gabriel Habermann

Die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr im Ahrtal hat zu einem Umdenken geführt: Wurden Sirenen in den Kommunen, um im Ernstfall die Bevölkerung rechtzeitig warnen zu können, zuvor flächendeckend abgerüstet, sollen diese nun zurückkehren.

Die Stadt Winnenden hat die Förderung von elf Sirenen beantragt. Die Summe, die der Bund zur Verfügung stellt, reicht aber bei weitem nicht aus, um alle Kommunen im Rems-Murr-Kreis zu unterstützen. „Wir haben momentan keine Förderzusage“, berichtete Beatrice Hertel, Leiterin vom Amt für öffentliche Ordnung, in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses.

Schallgutachten im gesamten Landkreis geplant

Die Verwaltung überlegt daher, ob sie im Kreis einen Sonderweg einschlägt, und will prüfen lassen, ob man Sirenen anschafft, mit welchen auch Sprachdurchsagen möglich sind. Diese werden nicht gefördert, so dass die Option nur dann ins Spiel kommt, wenn Winnenden eine Förderabsage erhält.

Im ganzen Rems-Murr-Kreis soll zunächst ein Schallgutachten in Auftrag gegeben werden, um herauszufinden, welche Standorte für Sirenen geeignet sind.

ALi-Gemeinderat Martin Oßwald-Parlow wollte in der Sitzung wissen, ob man verwaltungsintern auch über andere Warnsysteme diskutiert, etwa über Apps. „Wenn es zu einer Gefährdungslage kommt, dann werden neben dem Radio automatisch auch die gängigen Warnapps angesteuert“, erklärte Feuerwehrkommandant Yosh Dollase. Mit den Sirenen habe man so gesehen neben dem Radio und den Handyapps einen dritten Schutz. „Die Sirenen sollen ein Weckruf sein, um sich über andere Kanäle zu informieren, was los ist“, so Dollase.

SPD-Rat Jens Bauder hatte gleich zwei Nachfragen, etwa was bei einem Stromausfall passiert. Dollase konnte etwas beruhigen: Die Sirenen sind mit Notstrom gepuffert und mit Fotovoltaikzellen ausgestattet. „Etwa vier bis sechs Stunden nach einem Stromausfall funktionieren sie immer“, sagte er.

Bauders zweite Frage: Ertönen die Sirenen auch in der Nacht, wenn etwa die Feuerwehr ausrücken muss, so wie es früher gewesen ist? Das verneinte der Kommandant, man habe bei der Wehr schließlich mittlerweile Funkmelder. „Die Sirenen dienen nur der Bevölkerungswarnung.“

Von FDP-Rat Diethard Fohr gab es Kritik an den Plänen der Stadtverwaltung. „Sie erwähnen einen Sonderweg. Eine Extrawurst im Kreis fände ich schlecht. Ich bin der Meinung, dass es Sprachdurchsagen nicht braucht, und bezweifle, ob man diese überhaupt gut versteht“, sagte er. Beatrice Hertel antwortete, dass man den Sonderweg prüfen wolle, bis der Kreis eine endgültige Entscheidung der Kommunen fordere, so zumindest die Idee.

Holzwarth: Mittlerweile auch wieder andere Bedrohungslagen denkbar

„Man kann die üblichen Sirenen auch mit Modulen ergänzen, mit welchen ebenfalls Sprachdurchsagen möglich sind“, erklärte Dollase. Wenn er sich entscheiden müsse, dann plädiere er für jene Sirenen mit Sprachfunktion. „Andere Bundesländer sind damit zufrieden“, sagte er. Die Bevölkerung frühzeitig über die Gefahrenlage zu informieren, mache Sinn. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth ergänzte, dass man sich alle Optionen offenhalten möchte. „Die Sirenen sind zwar nur ein erster Schritt, aber eine solche Information ist sehr, sehr wichtig.“ Seit dem 24. Februar, dem Beginn des Krieges in der Ukraine, seien schließlich auch Bedrohungslagen wieder möglich, die man bis vor kurzem noch ausgeschlossen habe.

Die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr im Ahrtal hat zu einem Umdenken geführt: Wurden Sirenen in den Kommunen, um im Ernstfall die Bevölkerung rechtzeitig warnen zu können, zuvor flächendeckend abgerüstet, sollen diese nun zurückkehren.

Die Stadt Winnenden hat die Förderung von elf Sirenen beantragt. Die Summe, die der Bund zur Verfügung stellt, reicht aber bei weitem nicht aus, um alle Kommunen im Rems-Murr-Kreis zu unterstützen. „Wir haben momentan keine Förderzusage“, berichtete

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