Winnenden

Klinikum Winnenden: Zwei große Parkhäuser

285bf831-df42-427c-b307-64e5c92f26c3.jpg_0
Das Klinikum Winnenden aus der Luft. © Büttner / ZVW

Winnenden. Schönes Klinikum. Einige Hundert Parkplätze am Zipfelbach. Aber es reicht nicht. Nach dem Gutachten einer Unternehmensberatung braucht das Klinikum bis zu 900 zusätzliche Parkplätze in zwei Parkhäusern. Das ganze Klinikareal soll größer werden. Am Dienstag beschloss der Winnender Gemeinderat, dass er die Vergrößerung mitträgt.

Video: Zur großen Überaschung soll am Klinikum Winnenden zwei große Parkhäuser gebaut werden. Martin Schnitzer, Redakteur der Winnender Zeitung kommentiert was vielleicht dahinter steckt.

Drei bis vier Etagen werden die beiden geplanten Parkhäuser haben, und sie werden bis knapp vors neue Feuerwehrhaus reichen. Wenn sie zur vollen Höhe ausgebaut sind, werden sie so hoch sein wie der Übungsturm der Feuerwehr. Nach der Höhe hatte Stadtrat Hans Ilg (FWV) gefragt. „Von der Straße her wird man über die Parkhäuser hinweg noch das Verwaltungsgebäude des Klinikums sehen“, versicherte Alfred Wenke vom Winnender Bauamt, der die Eckdaten für einen neuen Bebauungsplan vortrug. Wenke versprach: „Wir werden diesen Bebauungsplan nach allen Regeln des Baurechts abarbeiten.“ SPD-Stadtrat Hans-Dieter Baumgärtner beklagte sich: „Ich bin über die Salamitaktik alles andere als glücklich. Es ist auch im Nachhinein nicht nachvollziehbar, wie man zu dieser Zahl von Parkplätzen gelangt ist.“ Was Baumgärtner auch nicht gefällt: „Wir rücken sehr nahe an den Bach heran.“

Auch Christoph Mohr (ALi) sprach von Salamitaktik, meinte aber: „Es ist schön, dass der Parkplatzbedarf mittlerweile in Waiblingen erkannt wird.“ Der Gemeinderat müsse dem Bebauungsplan zustimmen, schließlich sei Winnenden auch froh, dass es das Klinikum bekommen habe.

Richard Fischer (CDU) räumte ein: „Die Vorgeschichte ist sicherlich nicht glücklich gelaufen.“ Aber jetzt müsse man zustimmen: „Ich hoffe, dass die Parkhäuser keinen Gegensatz bilden werden zum schönen Klinikum.“

Landkreis braucht Grundstücke, die in privater Hand sind

FDP-Stadtrat Dr. Jürgen Hägele hat aus Ärztekreisen vernommen, dass schon wieder über weitere Betten fürs Klinikum nachgedacht werde, weil es so erfolgreich sei: „Es ist zeitweise zu 100 Prozent ausgelastet.“

Er hält deshalb mehr Parkplätze für sinnvoll. Bei einer Gegenstimme (Martin Oßwald-Parlow) und einer Enthaltung (Hans-Dieter Baumgärtner) wurde der Einstieg in den Bebauungsplan beschlossen. Einige Grundstücke im Plangebiet sind noch in privater Hand.

Kreisbau-Chef: „Wir bauen etappenweise“

„Die Parkhäuser werden wir in Etappen, je nach Bedarf, ausbauen“, sagt Dirk Braune, Geschäftsführer der Kreisbaugruppe. Zusätzlich zu den 700 Stellplätzen konnte die Kreisbaugruppe auf dem Klinikgelände inzwischen übergangsweise 300 Parkplätze schaffen. Im Moment scheint dies ausreichend, auch wenn offenbar noch immer auf den kostenlosen Parkplätzen im Sportzentrum und im angrenzenden Wohngebiet geparkt wird.

„Die Umlegung des von uns erworbenen Baulands dauert bestimmt zwei Jahre. Aber falls die Stadt das Parken außerhalb dann nicht mehr tolerieren kann, können wir abschnittsweise mehr Parkraum schaffen.“ Keineswegs werde man auf einmal beide Parkhäuser erstellen. „Das wären unnötige Kosten und nicht bedarfsgerecht“, so Braune. Pro Stellplatz rechnet er mit 20 000 Euro Baukosten.

Warum sind überhaupt in Zukunft so viele neue Parkplätze nötig? Braune spricht von möglichen Erweiterungen der Winnender Kreisklinik und des Ärztehauses. „Das hat der Kreistag schon vor vier oder fünf Jahren gewünscht, wenn es dort gut läuft. Und dann sind auch mehr Parkplätze nötig. Erst im Endausbau wären das 808 Stellplätze.“ Er widerspricht dem Gedanken, dass eine solche Erweiterung mit einer Schließung der Schorndorfer Kreisklinik zusammenhänge. Das sei überhaupt nicht die Frage.

Anfang dieses Jahres hatte die Kreisbau geplant, ein Parkdeck mit 282 Stellplätzen zu bauen. „Davon haben wir uns verabschiedet, weil an der Stelle ein Erdkabel verläuft, das nicht überbaut werden darf.“ Mit der neuen Planung von zwei zunächst dreistöckigen Parkhäusern (mit jeweils Option auf eine vierte Ebene) stimmt sich die Kreisbau eng mit dem Stadtentwicklungsamt ab. „Es ist der Stadt wichtig, wie so etwas aussieht. Die Fassade dieses Zweckbaus soll sich dem hochwertigen Aussehen des Klinikums annähern“, so Braune.