Winnenden

Konzerttage Winnenden 2022 bieten Weltstars, Witziges und viel Musik von Mozart

Konzerttage
Kulturamtsleiterin Sybille Mack, Oboist Michael Kiefer, Sachgebietsleiterin Stadtmarketing, Kultur und Tourismus Tanja Trefz, Musik- und Kunstschulleiter Mathias Mundl und Kirchenmusikdirektor Gerhard Paulus (von links) mit den Hinweisschildern für die Konzerttage 2022. © Alexandra Palmizi

Vorfreude, viel Hoffnung und ein wenig Trotz sind herauszuhören, wenn die Verantwortlichen über die Konzerttage 2022 sprechen. Das sind neun große und viele weitere kleine Konzerte, die während einer Woche vom 29. Januar bis 5. Februar in Winnenden gegeben werden. Was wird geboten sein? Welche Stars kommen? Und: Können sich Publikum und Künstler sicher fühlen?

Aufstrebende Geigerin Diana Tishchenko, Klarinettenstar Paul Meyer

Der künstlerische Leiter, Prof. Claudio Bohórquez, aus Berlin dem Pressegespräch per Video in den Rathaussaal zugeschaltet, macht Lust auf die beiden Konzerte mit den vier in Winnenden bereits bekannten Größen und dem neuen Gesicht, Diana Tishchenko. „Sie hat viele internationale Preise gewonnen und startet gerade eine enorme Karriere“, freut sich Bohórquez über die Zusage der derzeit sehr begehrten Nachwuchsgeigerin. Die 1990 in der Ukraine geborene Frau wird von den Medien als „genial“ gefeiert und gilt als starke Persönlichkeit.

Wieder dabei: Boris Brovtsyn, Gareth Lubbe

Ebenfalls Violine spielt Boris Brovtsyn, der als Professor mittlerweile in Wien unterrichtet, aber als Solist ebenfalls international gefragt ist. Mit seiner Bratsche wird Prof. Gareth Lubbe wieder mit von der kammermusikalischen Partie sein und aus Essen anreisen. Bohórquez selbst wird wieder die Cello-Parts übernehmen. Und dann wäre da noch Paul Meyer: Der französische Klarinettenstar spielt mit den Kolleg/-innen zunächst Mozarts Quintett A-Dur (KV 581) und dann Brahms' Quintett h-Moll (op.115) am Mittwoch, 2. Februar.

Claudio Bohórquez spielt ein Cellokonzert von Joseph Haydn

„Da Paul Meyer auch Dirigent des kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim ist, hat er es uns für die ,Romantische Klassiknacht' vermittelt, und wir spielen mit ihm etwas seltener zu hörende Kompositionen“, sagt Bohórquez: Johann Stamitz (Violakonzert), Mozart (Violinkonzert Nr. 4 in D-Dur), Johann Stamitz (Doppelkonzert für Klarinette und Violine) sowie Haydn (Cellokonzert C-Dur) am Freitag, 4. Februar.

Prächtige Blechbläser-Effekte eröffnen das Festival in der Schlosskirche

Die Auftritte der Stars sind eingebettet in ein reizvoll klingendes Programm, das in Winnenden lebende Musikprofis gestalten beziehungsweise zu dem das Kulturamt ungewöhnliche Künstler eingeladen hat.

Für das Eröffnungskonzert am Samstag, 29. Januar, haben der Solotrompeter Rainer Schnabel und Kirchenmusikdirektor Gerhard Paulus ein besonderes Ensemble zusammengestellt: Fünf Trompeten, vier Hörner, zwei Posaunen und eine Tuba bilden „Festival Brass“ und spielen festliche Musik aus vier Jahrhunderten. Hinzu treten in Fanfaren und Sonaten Pauke und große Orgel. „Da ergeben sich in der Schlosskirche prächtige Effekte“, so Paulus.

Familienkonzert mit Double Drums

Am Sonntag, 30. Januar, gibt nachmittags das preisgekrönte Percussion-Duo Double Drums ein Familienkonzert, animiert zum Mitmachen, zieht ein regelrechtes Rhythmus-Spektakel ab.

Städtisches Orchester spielt Filmmelodien von Morricone und Mancini

Am Sonntagabend, 30. Januar, tritt das Städtische Blasorchester Winnenden (SBOW), gebildet aus Stadtkapelle und Stadtorchester, erstmals gemeinsam unter der Leitung von Thomas Kratzer (unter anderem Lehrer an der Musikschule Winnenden) auf. Auf dem Programm stehen Melodien von Ennio Morricone, Hans Zimmer oder auch Henry Mancini für große Kinohits.

Sängerin Janina Baechle und Schauspieler Johannes Kirsch

Dem kleinen Format Postkarte huldigt die musikalische Lesung mit dem Burgtheater-Schauspieler Johannes Kirsch, der international bekannten Mezzosopranistin Janina Baechle und dem Pianisten Professor Markus Hadulla (in Winnenden für die Reihe Wort und Ton verantwortlich). Der kurzweilige Abend präsentiert Postkartentexte von Rainer Maria Rilke, Oscar Wilde, Marcel Proust und anderen sowie Liedperlen von Josef Marx, Reynaldo Hahn, Francesco Tosti.

Kabarett von Hofmeir und Mildner

Dann wird's immer heiterer: Ebenfalls Lieder und Arien spielen Andreas Martin Hofmeir und Andreas Mildner am Dienstag, 1. Februar. Doch keiner von ihnen wird singen! Die Echo-Klassik-Preisträger skizzieren zunächst, was ungefähr in dem Hugo-Wolf-Lied oder der Wagner-Arie passiert – und spielen sie dann mit Harfe und Tuba. „Die beiden Professoren bieten nicht nur Kabarett, sondern ein tolles Hörerlebnis“, sagt Kulturamtsleiterin Sybille Mack, die selbst schon Gast in einem dieser ungewöhnlichen Konzerte war.

Musikcomedy von Duel

Ein heißer Tipp von OB Holzwarth führte zur Einladung von Laurent Cirade (Cello) und Nathalie Miravette (Klavier), sie sind am Donnerstag, 3. Februar, zu Gast. Als Duo Duel stehen sie für verrückte, urkomische, hochkarätige Unterhaltung, virtuose Musikcomedy, angereichert mit Slapstick.

Paulina Krauter tritt mit Profis von Stuttgarter Orchestern auf

Zum großen Abschlusskonzert am Samstag, 5. Februar, hat der Oboist des Stuttgarter Staatstheaters, Michael Kiefer, Kolleg/-innen zusammengetrommelt, auch vom SWR-Sinfonieorchester und von den Stuttgarter Philharmonikern, die fast alle wie er hier leben oder arbeiten – plus die erfolgreiche junge Winnenderin Paulina Krauter, die an der Musikhochschule Kammermusik studiert und erste Geigerin der Kammerphilharmonie Reutlingen ist.

Wie Michael Kiefer an die Noten von Hartmut Haenchen kam

Drei Werke von Wolfgang Amadeus Mozart stehen auf dem Programm: „Eine kleine Nachtmusik“, das Violinkonzert A-Dur (KV 525) und die Sinfonia Concertante. „Von diesem Stück gibt es mehrere Fassungen, es ist nicht sicher, ob es von Mozart ist“, erläutert Michael Kiefer im Pressegespräch. „Die Fassung des Dirigenten Hartmut Haenchen fand ich so gut, da habe ich ihn nach den Noten gefragt.“ Pandemiebedingt waren Treffen und Austausch schwierig. Bei einem Besuch in Dresden aber war der Maestro supergroßzügig: „Er hat mir alles, was er an Noten und Aufzeichnungen hatte, geliehen“, berichtet Michael Kiefer begeistert.

Vor diesem krönenden Abschluss werden die Musiker ein oder zwei Stücke mit dem jungen Preisträger des Musikwettbewerbs aufführen. Dieser hat just am Sonntag, 14. November, nichtöffentlich stattgefunden.

Welche Regeln gelten, kann sich das Publikum sicher fühlen?

Für das Publikum gelten durchgehend Vorgaben wie 2G und Maskenpflicht während des gesamten Konzerts. In der Hermann-Schwab-Halle können ohne Abstände zwischen den Stühlen 510 Zuhörer Platz nehmen, 80 auf der Empore, in der Schlosskirche wird nur jeder zweite Platz besetzt. „Wir stellen ein gutes Hygienekonzept vor und hinter der Bühne auf, damit sich alle sicher fühlen können“, sagt Sybille Mack. Sie rechnet fest damit, dass sie die Konzerttage weder verschieben noch absagen muss.

Was kosten die Eintrittskarten? Wo gibt es sie?

Die Stadt selbst plant, für die Konzerttage maximal 75 000 Euro auszugeben. Sie ist froh, dass sie trotz der schwierigen Bedingungen Sponsoren gewinnen konnte. Moralisch stärkt ihr das den Rücken, und auch finanziell. Die Preise für die Eintrittskarten sind gestaffelt und moderat, liegen nur einmal bei 36 Euro, ansonsten bei maximal 29 Euro. Der Einzelverkauf beginnt am Montag, 15. November, an den Vorverkaufsstellen oder online unter www.reservix.de - es gibt keine Abonnements. 

Vorfreude, viel Hoffnung und ein wenig Trotz sind herauszuhören, wenn die Verantwortlichen über die Konzerttage 2022 sprechen. Das sind neun große und viele weitere kleine Konzerte, die während einer Woche vom 29. Januar bis 5. Februar in Winnenden gegeben werden. Was wird geboten sein? Welche Stars kommen? Und: Können sich Publikum und Künstler sicher fühlen?

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Aufstrebende Geigerin Diana Tishchenko, Klarinettenstar Paul Meyer

Der künstlerische Leiter, Prof. Claudio

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