Winnenden

Krankenkassen: Rehasport-Rezepte werden unbürokratisch verlängert

Rehasport Welzheim
Die Lockerungen in der Covid-19-Pandemie machen nun in Turnräumen schrittweise auch Rehasport-Angebote für die Krebsnachsorge oder für Orthopädie-Patienten wieder möglich, hier eine Gruppe der TSF-Turnabteilung Welzheim, im Jahr 2018 aufgenommen. © Privat

Langsam nimmt der Reha-Sport diese und nächste Woche wieder an Fahrt auf – nur nicht in den Schwimmbädern in Waiblingen, Schorndorf und Winnenden. Trockentraining statt Wassergymnastik. Die muss, zum Beispiel im Wunnebad, bis zum Ende der Freibadsaison Mitte September pausieren.

Wir fragten eine der größten Krankenkassen, die AOK, wie sie und die anderen Kassen mit der Zwangspause umgehen: Verlängern sie, ähnlich wie die Bäder die Jahreskarten, das Rezept des Arztes um die ausgefallene Zeit? Müssen die Patienten ihre Verordnung auf Verdacht verlängern lassen, auch wenn sie wissen, dass sie kurzfristig gar nicht üben können? Für viele, so weiß es die Remshaldener Rheumaliga-Sprecherin, die unsere Zeitung kontaktiert hatte, steht im Juli wieder ein Besuch beim Orthopäden an.

Die Antwort auf diese beiden Fragen gibt Nina Lägel, Leiterin Kommunikation/Politik bei der AOK-Gesundheitskasse Ludwigsburg-Rems-Murr. Sie lautet, ganz knapp zusammengefasst: Die Gültigkeit des Rezepts wird um die Ausfallzeit unbürokratisch verlängert. Wer also jetzt im Juli eine Verlängerung um ein weiteres Jahr für seine Wassergymnastik hätte erbitten müssen, hat also noch ein halbes Jahr Zeit. Bei denen, die üblicherweise zum Jahresende ihren Orthopäden aufsuchen, müsste sich der Termin dann ebenfalls um sechs Monate (oder wie lange die Corona-Pause in den Bädern eben letztlich dauert) verschieben. Um sicherzugehen, empfiehlt sich dennoch eine kurze Rücksprache mit der eigenen Krankenkasse.

Schon Mitte März 2020 haben die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) die bundesweiten Rehabilitationssport- und Funktionstrainingsverbände über das unbürokratische Verlängerungsprinzip informiert. „Hierzu bedarf es keiner besonderen Antragstellung durch die Versicherten beziehungsweise die Leistungserbringer. Die Rehabilitationsträger werden nach überstandener Corona-Krise alle Leistungserbringer-Verbände über den maximalen Verlängerungszeitraum informieren.“

Es geht, eingeschränkt, wieder los

Nina Lägel von der AOK schreibt weiter, dass es ja theoretisch auch Bäder gibt, die bei genug Personal Reha-Kurse stattfinden lassen können. Dann gilt dasselbe wie bei den nun schrittweise geöffneten Sporthallen oder Trainingsplätzen im Freien: „Sofern Kurse angeboten werden, übernimmt die AOK Baden-Württemberg die Kosten für die Teilnehmer/innen.“ Vorausgesetzt, sie haben ein Rezept oder bekommen nun eines. Die Anbieter seien jedoch für die Einhaltung sämtlicher geltenden Verordnungen, Hygiene- und Abstandsregelungen verantwortlich.

Online-Kurs - Theorie und Praxis

Eine Alternative in der Corona-Zeit haben die Krankenkassen allerdings seit Anfang April finanziert: Reha-Sport in Form eines Tele-/Online-Angebotes. Wer die technischen Möglichkeiten hat (das gilt auch für den Sportanbieter!), kann das bis längstens 30. September machen/nutzen, „sofern nicht vorher wieder eine ,normale’ Durchführung der Übungsveranstaltungen möglich sein wird“, so Lägel. Einer gesonderten Genehmigung dieses Online-Angebotes bedürfe es nicht, wenn bereits eine Verordnung für Rehasport genehmigt und noch nicht abgelaufen sei. Aber, hier der Wermutstropfen für zwei spezielle Gruppen: „Aufgrund der besonderen Voraussetzungen sind Rehabilitationssport und Funktionstraining im Wasser sowie Herzsport nicht als Tele-/Online-Angebot möglich.“

Langsam nimmt der Reha-Sport diese und nächste Woche wieder an Fahrt auf – nur nicht in den Schwimmbädern in Waiblingen, Schorndorf und Winnenden. Trockentraining statt Wassergymnastik. Die muss, zum Beispiel im Wunnebad, bis zum Ende der Freibadsaison Mitte September pausieren.

Wir fragten eine der größten Krankenkassen, die AOK, wie sie und die anderen Kassen mit der Zwangspause umgehen: Verlängern sie, ähnlich wie die Bäder die Jahreskarten, das Rezept des Arztes um die

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper