Winnenden

Lessing-Gymnasium: Sanierung kostet fast 16 Millionen Euro

Lessinggymnasium
Das Lessing-Gymnasium in Winnenden. © Alexander Roth

Winnenden. Der Gemeinderat hat die Vorplanung für die umfassende Sanierung des Lessing-Gymnasiums vorgelegt bekommen – und sich einhellig für die Umsetzung der teureren Variante entschieden. Somit wird auch der Anbau aus den 1990er Jahren fest für die spätere Nutzung vorgesehen. Die Kostenschätzung für Verbesserungen im Brandschutz, der Medien- und der EDV-Technik sowie die energetische Sanierung des Gebäudes an der Albertviller Straße 26, das Mitte der 1970er Jahre gebaut wurde, liegt nun bei 15,9 Millionen Euro.

Mit allzu hohen Zuschüssen vom Land rechnet die Stadt vorerst nicht: 1,5 Millionen Euro. Doch der Umstand, dass dieser Zuschuss demnächst beantragt werden muss und dass ein positiver Bescheid genaue Fristen vorgibt, sorgt für Tempo und eine gewisse Verlässlichkeit: Nach den Sommerferien 2019 muss mit dem Sanieren begonnen werden, und die Baukosten müssen bis 2023 abgerechnet sein. Der Zeitdruck hat noch einen Vorteil: Die Baukosten steigen derzeit konjunkturbedingt um 1,5 bis 1,6 Prozent pro Quartal. Zur Sicherheit plant die Stadt einen Puffer ein. Doch Bauamtsleiter Klaus Hägele ist sehr zuversichtlich, dass das Büro Drei Architekten wieder „eine Punktlandung bei den Kosten, wie beim Feuerwehrgerätehaus Mitte“, hinlegen wird. „Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist, wenn wir Schadstoffe finden sollten.“ In den Sommerferien 2018 werden deshalb vorsorglich Proben gezogen.

Pro Quadratmeter fallen 1200 Euro an, „das entspricht den üblichen Kosten“, zeigte sich SPD-Stadtrat Hans-Dieter Baumgärtner beruhigt, trotz des „Finanzbrockens“. Auch die „solide Planung mit Mehrwert“ gefällt dem ehemaligen Leiter des Lessing-Gymnasiums: „Die Fachräume und die Aula sind danach viel besser nutzbar, wir haben mehr Platz für Lehrer und auch optisch wird vieles besser.“ Die größere Raumkapazität rührt allerdings in erster Linie daher, dass die Gemeinschaftsschule auszieht. Die verbliebenen Klassen der Schwaikheimer Außenstelle werden ab September 2019 nur noch in der Containerschule auf dem Hartplatz unterrichtet.

Endlich größere Klassenzimmer 

Dank der Einbeziehung des Anbaus gewinnt die Schule vier Räume dazu und kann aus vier zu kleinen Klassenzimmern im Hauptbau drei machen. „Das ist wichtig bei dem hohen Klassenteiler von 31 Schülern“, sagte Klaus Hägele über den nachvollziehbaren Wunsch der Schule. Schulleitung und Elterngremien waren bereits vor diesem Gemeinderatsbeschluss über die Planungen informiert und dazu angehört worden. Auch die Jugendgemeinderäte beschäftigten sich damit und lobten in ihrer Stellungnahme unter anderem, dass es verschiedene Aufenthaltsräume gibt, so dass Schüler in einem ausruhen, im anderen konzentriert arbeiten können.

„Hat’s da hinterher auch noch Kreidetafeln drin?“, wollte Stadtrat Hans Ilg (FWV) wissen, Schulleiter Jörg Steinl bejahte. „Ich unterrichte seit Jahren zwar nur noch mit Tablet und Beamer, aber wenn man händisch Skizzen an einer Tafel machen kann, sehen wir das immer noch als wertvoll an.“ Ilgs Frage nach einem höheren Zuschuss im Bereich drei bis 3,5 Millionen Euro, den er im Hinterkopf hatte, wurde nicht beantwortet. Tatsächlich war einmal von einem Bundeszuschuss für die Digitalisierung von Schulen die Rede, den man, sobald das Programm aufgelegt wird, beantragen will. Das vierzügige Gymnasium, Winnendens größte Schule, wird in zwei Bauabschnitten saniert. Vom Aufwand und der dafür nötigen Summe her ist es „das größte Hochbauprojekt, das die Stadt in ihrer Geschichte stemmt“, so Hägele.