Winnenden

Männer, an die Stange!

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Nacken, Arme, Rücken, Beine sind maximal angespannt – die sechs Männer brauchen jeden Muskel, um das Kat zu schieben. © Büttner/ZVW
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Kollegen, Frauen und Freundinnen feuern die Mannschaften an. © Benjamin Büttner
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Die Pokale für den seltenen Wettbewerb. © Benjamin Büttner

Winnenden-Höfen. Wer sein Fahrzeug liebt, der schiebt. Zwölf Feuerwehrteams aus dem Kreis haben dieser Liebe bei einem kuriosen Wettbewerb Ausdruck verliehen und mit Muskelkraft 15 Tonnen 25 Meter weit bewegt. Die Gaudi nennt sich: „Push the Kats“, zu deutsch „Schiebe das Katastrophenschutzfahrzeug“.

„Männer, an die Stange“, erteilt Rainer Oechsle von der Abteilung Buchenbach übers Mikrofon eindeutige Anweisungen. Sechs Feuerwehrmänner sind parat für den Kraftakt. Sie drücken wie verrückt und das Riesentrumm bewegt sich tatsächlich von der Stelle. Um die Prozedur zu erschweren, ist die Strecke nicht ganz eben. „Sauanstrengend, ein paar Meter und man ist durchgeschwitzt“, sagen zwei Feuerwehrleute aus den Berglen.

„Ein ziemlich fieser Anstieg nimmt den ganzen Schwung und bremst die Fahrt“, sagen die Backnanger Feuerwehrleute Riki und Cedric. Sie haben kürzlich das goldene Leistungsabzeichen absolviert, das sie ein bisschen begießen wollen. Dazu passe etwas „Teambuilding“ bei diesem Wettbewerb ganz gut: „Es fördert den Zusammenhalt“, sagen sie.

Ein Motivator, Metal-Musik, Freunde und Frauen feuern an

Fürs kräftezehrende Drücken wird anfeuerungstechnisch groß aufgefahren: Neben den Sechserstaffeln läuft ein „Motivator“ her und gibt nach dem Vorbild eines Taktgebers beim Rudern nonstop Kommandos: „Weiter, weiter!“ und „Schiebt! Schiebt!“ brüllt er aus Leibeskräften, teils so engagiert, dass der Kopf rot leuchtet. Dazu läuft laute Metal-Musik. Riesenspaß macht es den Zuschauern, ihre Feuerwehrkollegen oder Ehemänner beim Abrackern zu unterstützen. Den isländischen Fußballfans abgeguckt haben sie deren Hu!-Rufe und recken die Arme zum Klatschen in die Luft.

Bei Highlandgames werfen muskelbepackte Jungs Baumstämme und rollen Steine. Hier im Höfener Buchenbachtal toben sich die Kraftmeier an einem 14,8 Tonnen schweren MAN-Katastrophenschutzfahrzeug des Standorts Winnenden Zipfelbach aus. Nur mit diesem Fahrzeug sei der Wettbewerb möglich, erläutert Oechsle. Denn um das Gewicht in Bewegung zu bringen, hat die Abteilung Buchenbach schon beim ersten „Push the Kats“ vor sechs Jahren eine Spezialkonstruktion mit Stange zum Schieben entwickelt, die in der Abteilung verbleibt und von den Feuerwehrkameraden dort „an einem sicheren, unzugänglichen Ort“ verwahrt wird, wie Oechsle augenzwinkernd betont.

„Deshalb können wir auch nicht heimlich üben, weil uns die Befestigung fehlt“, sagt Alexander Schmid von der Feuerwehr Schwaikheim. Für den Wettbewerb findet Google übrigens nur in Winnenden Treffer. Und so wurde er erfunden: „Unser Batterie-Ladegerät war mal defekt, wir waren gezwungen, unser Fahrzeug zu schieben, zum Glück nur zu einer Übung“, erzählt Oechsle lachend. Der Gag ist zum Highlight beim alle zwei Jahre stattfindenden Feuerwehrfest geworden, das viel junges Publikum anzieht.

Schwaikheim siegt!

Die kräftigsten Jungs kommen aus Schwaikheim: Die Wehr, die bereits 2016 Platz eins belegt hatte, konnte den Titel verteidigen, mit 16,9 Sekunden.

Platz 2: Berglen Team 1 mit 17,4 Sekunden; Platz 3: Berglen Team 2 mit 17,6 Sekunden; Platz 4: Berglen Team 3 mit 18,5 Sekunden.

Platz 5: Winnenden Mitte mit 19,5 Sekunden.