Winnenden

Männer gründen den FC Winnenden

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Der engere Vorstand des neuen FC Winnenden: Klaus Weishäupl (Sportlicher Leiter), Sascha Felske (Vorsitzender), Domenico Rispoli (Stellvertretender Vorsitzender, Samet Dikici (zweiter Stellvertretender Vorsitzender). © Benjamin Beytekin

Winnenden. Der Männerfußball in Winnenden soll wieder aufleben. Sieben Männer aus Winnenden und Leutenbach haben am 2. Oktober den FC Winnenden ins Vereinsregister eintragen lassen, damit der Name Winnenden wieder eine Rolle spielt mit Männerfußball.

Hertmannsweiler, Höfen-Baach, Birkmannsweiler, Breuningsweiler sind alle mit Mannschaften in Tabellen vertreten. Auch der Frauenfußball der SV Winnenden funktioniert.

Aber der Männerfußball war von der Bildfläche verschwunden, seitdem im Oktober 2016 die SV Winnenden ihre Mannschaft abgemeldet hat. Fußballer und Sportvereinigung waren nicht mehr miteinander klargekommen. „Es ging nicht“, sagen die heutigen Vereinsgründer, die früher Abteilungsleiter und Trainer bei der SV waren, Klaus Weishäupl (57 Jahre alt) und Domenico Rispoli (33).

Jugendmannschaften sind seit einem Jahr heimatlos

Durch die Abmeldung waren sie und die männlichen Jugendmannschaften der SV Winnenden heimatlos geworden. Einige der damaligen Fußballer gingen zu Nachbarvereinen, andere spielten vorerst gar nicht mehr, blieben aber lose in Kontakt und überlegten, ob und wie sie wieder Winnender Fußball spielen könnten.

Im August rief Domenico Rispoli bei Klaus Weishäupl an: „Jetzt könnten wir es packen.“ Sie hatten schon sieben Gründungsmitglieder beisammen. Der 32-jährige Samet Dikici ist dabei, der zwar nicht mehr aktiv Fußball spielt, aber gerne beim Aufbau einer Gruppe mithilft. Sascha Felske, 30 Jahre alt, der Fußball spielt, seitdem er sechs Jahre alt ist, und ursprünglich beim TSV Schlechtbach gespielt hat, freut sich jetzt, dass sich der FC Winnenden entwickelt.

Weishäupl: "Die kannsch du nicht im Stich lasse."

Klaus Weishäupl, der im Breuningsweiler Fußball groß geworden ist, nach seiner aktiven Fußballzeit in den Kampfsport gewechselt hatte, kam über seinen Sohn vor 16 Jahren wieder zum Fußball. Er wurde Jugendtrainer bei der SV Winnenden, später Jugendleiter, dann Abteilungsleiter. Er kennt die SV-Jugendlichen, sein Sohn war dabei, und er sagt: „Die kannsch du nicht im Stich lasse.“

Der neu gegründete FC Winnenden hat jetzt wieder eine F-Jugendmannschaft und eine Bambinimannschaft. Sie trainieren wieder. Belegzeiten auf Winnender Sportplätzen gewährt ihnen die Stadt. Und das Wichtigste: Eine aktive Mannschaft ist auch schon zusammen.

Zweite Mannschaft für die nächste Saison?

Es sind sogar so viele aktive Spieler, dass sie überlegen, für die nächste Saison eine zweite Mannschaft anzumelden. In den vergangenen Wochen ist der Verein auf insgesamt 53 Mitglieder angewachsen.

Die Zielrichtung ist klar: Demnächst spielt die F-Jugendmannschaft in einem Freundschaftsturnier mit. „Wir wollen, dass die jungen Talente nicht gezwungen sind, wegzugehen“, sagt Weishäupl.

Freundschafts- und Verbandsturniere

Die aktive Mannschaft wird Freundschaftsspiele annehmen, Trainingsbeginn ist im März.  Beim Buchenbachturnier im August werde die Mannschaft des FC Winnenden erstmals unter diesem Namen antreten, versichern die Gründer. Das nächste Ziel ist die Verbandsrunde: Die erste Mannschaft möchte Punktspiele austragen.

FC - diesen Namen haben die Fußballfreunde bewusst gewählt, weil FC überall der Name eines Fußballclubs ist.

Eine neue Fußball-Epoche

In Winnenden hat er einen großen Klang. Der FC war ein starker Fußballverein, der Winnenden einen guten Platz in der Fußballlandschaft verschafft hatte. 1990 hatte der FC mit dem TSV fusioniert und die Sportvereinigung Winnenden gegründet, die über 25 Jahre lang den Winnender Fußball repräsentierte.

Wenn alles gutgeht, beginnt jetzt eine neue Fußball-Epoche mit einem FC Winnenden. „Der alte FC hat für uns Vorbildfunktion“, sagt Sascha Felske. Er geht aber nicht so weit zu sagen, dass der neue FC die Tradition des alten FC fortsetzen wolle. Der neue ist anders und hat ein anderes Vereinswappen: Der Winnender Mops ist drauf.



Von Martin Schmitzer.
Schaffen die das? Kriegen die tatsächlich einen Fußballclub Winnenden zum Laufen, obwohl es die SV Winnenden zum Schluss nicht mehr geschafft hat, den Fußballbetrieb aufrecht zu erhalten?

Berechtigte Fragen, auf die es nur eine Antwort geben kann: Würden sie es nicht probieren, würden wir es nie erfahren.

Ganz sachlich lässt sich eines feststellen: Es ist gut für die Kernstadt Winnenden, wenn es wieder Männerfußballtraining in der Stadt gibt, wenn die Jungs aus der Stadt direkt im Sportzentrum, in nächster Nähe also, trainieren können mit der Aussicht, später in einer ersten Mannschaft zu spielen, wenn sie gut sind.

Die Einzigen, die Jugendlichen zurzeit genau dies bieten, sind die Ehrenamtlichen vom neuen FC Winnenden.

Was braucht der neue Winnender Fußballclub?

  • In erster Linie neue Mitglieder, Helfer, Unterstützer, Fußballspieler und Jugendliche, die spielen wollen.
  • Dann braucht er Sponsoren und Mitglieder oder Förderer, die den Verein finanziell unterstützen, denn ohne Geld läuft im Fußball gar nichts mehr. Mannschaften brauchen Trikots, Benzingeld, gute Trainer, und sie spielen eben gegen Mannschaften, die gut mit Sponsoren unterfüttert sind, auch im Amateurfußball.
  • Wer noch im Gründungsjahr dem FC Winnenden beitreten möchte, der kann eine E-Mail schicken an fc-winnenden@gmx.de oder einen Brief schicken an Klaus Weishäupl, Gässle 1, 71364 Winnenden-Breuningsweiler.