Winnenden

Matto Barfuss präsentierte seinen Film „Maleika“

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Werbefoto für Matto Barfuss’ Film über die Geparden-Mutter „Maleika“, die sechs Junge zur Welt gebracht hat. Der Film läuft zurzeit zum Beispiel im Backnanger Universum-Kino (Zeiten/Tickets: backnangerkinos.de). © matto-barfuss.de
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Universum Backnang - Maleika
Tierfilmer Matto Barfuss signierte im Kino „Universum“ Backnang. © Jörg Fiedler
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Der Film läuft zurzeit zum Beispiel im Backnanger Universum-Kino. © Danny Galm
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Der Film läuft zurzeit zum Beispiel im Backnanger Universum-Kino. © Danny Galm

Backnang. Tieraufnahmen von unglaublicher Nähe und Vertrautheit, atemberaubende afrikanische Landschaftsansichten und eine zu Herzen gehende Geschichte von einer Gepardenmutter und ihren sechs Jungen: Das erwartet den Zuschauer bei dem Film „Maleika“ von Matto Barfuss. Bei einer Vorstellung im Universum-Kino erzählte der Tierfilmer und Maler von seiner Arbeit.

Es ist keine nüchterne Dokumentation, sondern eine Tiergeschichte im Hollywoodstil, die den Zuschauer vom ersten Moment an packt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Eine Geschichte, geschrieben von der Natur, die sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können. Strahlender Star des Streifens ist die Gepardin Maleika: elegant, langbeinig, von unglaublicher Kraft, mit einem wunderschönen Gesicht und geheimnisvollen bernsteinfarbenen Augen.

MALEIKA | Matto Barfuss | Trailer (German) from blendentanz on Vimeo.

Der Tierfilmer Matto Barfuss hat insgesamt 25 Wochen mit Maleika und ihren sechs Jungen zusammengelebt. Er bewegte sich wie sie auf allen Vieren fort, lernte ihre Laute und Gesten und wurde einer von ihnen. Diese Nähe zu den Tieren trug Barfuss den Namen Gepardenmann ein und sie ist es, die dem Film seine besondere Atmosphäre verleiht.

Drastische Szenen

Erzählt wird die Geschichte von Maleika, die sich mit ihrer ganzen Kraft ihrer Lebensaufgabe, dem Aufziehen ihrer sechs Jungen, widmet. Der Zuschauer erlebt die innigen Momente des Familienlebens, wenn die Gepardenmutter ihre Jungen nach dem Regen trockenleckt, wenn die Kleinen im Spiel übermütig übereinanderpurzeln oder ihre ersten Kletterversuche unternehmen.

Und er ist ganz nah dabei, wenn Maleika für ihren Nachwuchs auf die Jagd geht. Es sind drastische Szenen, wenn sie in rasantem Sprint eine Antilope oder ein Zebra verfolgt, zu Fall bringt und totbeißt. Bei einem dieser Sprints bleibt die Gepardin an einem Ast hängen und verletzt sich schwer an der Brust.

Zuschauer kämpfen mit den Tränen

Die Sorge, ob sie ihre Jungen noch beschützen und mit Nahrung versorgen kann, belastet auch den Mann hinter der Kamera schwer, wie er im anschließenden Filmgespräch verrät. Doch Maleika kämpft sich ins Leben zurück. Trotz ihres selbstlosen Einsatzes schafft sie es nicht immer, ihre Kinder vor den vielen Gefahren der Steppe zu bewahren.

Vier von ihnen erleben das Erwachsenenalter nicht. Malte verschwindet über Nacht, Mia und Mirelee werden von Löwen getötet. Von der Kamera wird der Tod von Marlo festgehalten, der beim Überqueren eines Flusses von einem Krokodil angegriffen wird.

Es ist eine der erschütterndsten Szenen des Films, als der Gepardenjunge um sein Leben kämpft und schließlich in den Fluten versinkt. Seine Mutter und die beiden verbliebenen Geschwister stehen am Ufer und können ihm nicht helfen. Wohl kaum ein Zuschauer im Kinosaal, der bei dieser Szene nicht mit den Tränen kämpft.

Tage tiefer Trauer

„Es folgen Tage tiefer Trauer. Die Geparden kommen täglich an den Fluss zurück und rufen nach Marlo“, heißt es im Film. Doch Maleika beendet ihr Lebenswerk, die beiden verbliebenen Kinder sind mit 18 Monaten ausgewachsen und selbstständig. Der Film endet mit den Worten: „Maleika hat Unglaubliches geleistet. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine einmalige Gepardin und Mutter.“

Die emotionale Wirkung der Szenen wird gesteigert durch die dramatische Musik und den Text, gesprochen von Moderator Klaus Moor, der auch den Gepardenkindern seine Stimme leiht. Etwa in einer Situation, als eine Herde Büffel bedrohlich näher kommt und die Kinder der Mut verlässt: „Mami, mach du das.“

250 Stunden Rohmaterial

Neben den Szenen mit Geparden und anderen Wildtieren Afrikas sind immer wieder atemberaubende Landschaftsbilder zu sehen: ein glutroter Abendhimmel, davor Tiersilhouetten und die Umrisse von Bäumen, oder glitzernde Regentropfen im hellen Gras der Steppe.

Im anschließenden Filmgespräch berichtet Matto Barfuss von den Dreharbeiten, dem Leben im Filmcamp und der Herausforderung, aus rund 250 Stunden Rohmaterial einen 107-minütigen Film zu schneiden.

Und davon, wie er in schwierigen Situationen mit seiner Gepardenfamilie mitgebangt und -gelitten hat. Seine sehr persönliche und emotionale Herangehensweise, die sicher unter Fachleuten nicht unumstritten ist, verteidigt er mit dem Hinweis: „Artenschutz geht rein über die Emotion.“

Unter den Kinobesuchern, die sich nach der Filmvorführung ein Buch von Matto Barfuss signieren lassen, sind auch Jessica und Bernd Pohl aus Allmersbach im Tal, die den Gepardenmann vor zehn Jahren zufällig auf einer Safari in Botswana getroffen haben.


Mutter aus Backnang

  • Auch die Mutter des Filmemachers, die in Backnang lebt, hat sich den Film angeschaut. Sie erzählt von der künstlerischen Begabung ihres Sohnes, der in jungen Jahren mehrfach Preise für seine Gemälde erhielt und heute, neben seinen vielen anderen Aktivitäten, eine Galerie in Rheinau betreibt. Sein bevorzugtes Motiv: afrikanische Wildtiere.
  • Darüber hinaus setzt er sich mit seiner Initiative Green Belt Botswana in verschiedenen Projekten für den Artenschutz ein und bietet in seiner Reiseagentur Go wild Eventreisen an. Zudem ist er seit 2012 UN-Botschafter für biologische Vielfalt.