Winnenden

Mietwagen, Preise und beliebte Ziele: Experten über unseren Sommerurlaub

DERResiebuero
Andrea Hillenbrand (links) und Lena Lang im Gespräch im Dertour-Reisebüro an der Marktstraße. © Gaby Schneider

Mitte Juli, zehn Tage Mallorca, zehn Tage Mietauto, Kosten: 1000 Euro. Nur für das Auto. Das zumindest ergibt die Recherche im Internet. Wer die Insel erkunden möchte, muss also auch dementsprechend Geld einplanen. Das raten auch die Experten.

„Wir erleben momentan, dass fast alles teuerer wird. Energie, Treibstoffe, Lebensmittel. Das spielt natürlich auch in den Reisepreis mit rein“, erklärt Andrea Hillenbrand, Verkaufsleiterin von Dertour im Rems-Murr-Kreis. Das Reiseunternehmen hat auch an der Marktstraße einen Ableger. Dort beraten Lena Lang, Monika Wahrenburg und Daniela Schwarz die Reiselustigen aus Winnenden.

Deutschland und Österreich nach wie vor sehr beliebt

Gut besucht ist das Reisebüro, seit es wieder öffnen darf. Und zwar von allen Altersgruppen. „Es ist nicht so, dass die jungen Leute nur online buchen. Auch sie kommen ins Reisebüro, sind meistens schon sehr gut informiert, weil sie sich im Internet einen Überblick verschafft haben“, sagt Hillenbrand.

Beliebt in den jetzigen Pfingstferien sind eher Reisen innerhalb Europas. „Die Ferne ist im Sommer beliebter. Das liegt ganz einfach daran, dass die Pfingstferien eben kürzer sind“, erklärt die Verkaufsleiterin, die jüngst selbst ein paar in Kroatien verbracht hat.

Ein Trend, der sich trotz niedrigeren Corona-Infektionszahlen fortsetzt, ist der Urlaub innerhalb Deutschlands. „Der Urlaub hier im Land und auch in Österreich ist immer noch sehr gefragt, vieles bereits ausgebucht“, weiß Andrea Hillenbrand.

In Backnang sind Reisen in die USA beliebt, in Winnenden eher Ziele in Europa

Sehr beliebt seien auch Reisen nach Griechenland und auf die Balearen. „Auch Kroatien und Italien per Eigenanreise ist momentan gefragt“, hat Daniela Schwarz festgestellt.

Kaum mehr Nachfragen gibt es hingegen für Reisen nach Asien. „Dort galten relativ lange strikte Corona-Maßnahmen, was die Einreise betrifft. Vor Kurzem haben wir hier in Winnenden die erste Anfrage seit längerer Zeit erhalten“, erzählt Schwarz.

Während im Backnanger Dertour-Büro für den Sommer auch Reisen in die USA und nach Kanada beliebt sind, hält sich das Interesse der Winnender in Grenzen. „Bei uns kann man sagen, dass großteils innerhalb von Europa gebucht wird. Aber auch die Dominikanische Republik, generell die Karibik ist beliebt“, erzählt Lena Lang. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine ist die Nachfrage nach einem Urlaub in Bulgarien stark zurückgegangen.

Anders als noch vor Wochen spielt das Thema Corona bei den Kunden, die einen Sommerurlaub buchen wollen, eher eine untergeordnete Rolle. Diejenigen jedoch, die bereits für den Herbst planen, erkundigen sich nach sogenannten Flexpaketen, mit welchen eine Stornierung bis zwei Wochen vor Reisebeginn ohne Angabe von Gründen möglich ist.

Mietwagenzentralen haben ihre Auto-Flotte verkleinert

Sehr wohl eine Rolle spielt die Pandemie jedoch beim Thema Mietwagen. Hier sind die Preise regelrecht in die Höhe geschossen. „Die Mietwagenzentralen haben ihre Flotte über die Pandemie verringert. Jetzt ist die Nachfrage wieder sehr hoch, aber es gibt nicht genügend Autos“, erklärt Stefani Reuter-Kraus vom Reisebüro Reuter an der Schorndorfer Straße am Telefon.

Reuter-Kraus erzählt, dass das Reisegeschäft bis zum Ausbruch des Krieges in der Ukraine sehr gut gelaufen sei. „Dann war es wieder ganz ruhig. Vor den Pfingstferien hat es angezogen, mit vielen kurzfristigen Buchungen.“

Für ein Schnäppchen muss man viel Glück haben

Für den Sommer sind im Reisebüro Reuter nun vor allem Reisen nach Griechenland und Spanien, hauptsächlich Mallorca, gefragt. „Von Stuttgart gibt es viele Flüge auf die Insel. Ibiza und das Festland werden nicht so stark bedient. Die Kanaren, die im Sommer etwas günstiger sind, sind ebenfalls gefragt“, weiß die Reiseexpertin. Bei Urlauben in die Türkei, die unter anderem bei Familien mit Kindern hoch im Kurs stehen, erhalte man ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Stefani Reuter-Kraus vermutet jedoch, dass es in diesem Jahr schwierig wird, beim Reisen ein Schnäppchen zu machen. „Ich würde Buchungen nicht mehr allzu lange rausschieben. Die Preise kennen meist nur eine Richtung. Dass noch etwas nach unten korrigiert wird, passiert selten. Da muss man Glück haben“, sagt sie. Man merke, dass am Markt Bewegung drin ist, allerdings nicht zum Vorteil der Kunden.

Staugefahr: Eigenanreisen nach Kroatien sind beliebt

Einige Reiseveranstalter haben für dieses Jahr gar keine Kataloge herausgebracht. „Und von Kunden, die in Ägypten waren, habe ich gehört, dass es Hotels und Läden vor Ort gab, die gar nicht geöffnet hatten. Sie werden renoviert, wollten die Pandemie nutzen und waren nicht auf Touristen vorbereitet.“ Teilweise gibt es also gar nicht genügend Betten, um die vielen Reisewilligen zu beherbergen.

Eigenanreisen mit dem Auto nach Italien oder Kroatien waren im Reisebüro an der Schorndorfer Straße nicht so sehr gefragt, sind aber allgemein beliebt. Das hat die Reuter-Kraus selbst erlebt „Ich war im vergangenen Jahr in Kroatien mit dem Auto. Auf dem Rückweg sind wir einige Stunden im Stau gestanden. Das brauche ich nicht noch einmal. Nach allem was man hört, ist Kroatien in diesem noch gefragter“, erzählt sie.

Mitte Juli, zehn Tage Mallorca, zehn Tage Mietauto, Kosten: 1000 Euro. Nur für das Auto. Das zumindest ergibt die Recherche im Internet. Wer die Insel erkunden möchte, muss also auch dementsprechend Geld einplanen. Das raten auch die Experten.

„Wir erleben momentan, dass fast alles teuerer wird. Energie, Treibstoffe, Lebensmittel. Das spielt natürlich auch in den Reisepreis mit rein“, erklärt Andrea Hillenbrand, Verkaufsleiterin von Dertour im Rems-Murr-Kreis. Das Reiseunternehmen hat

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