Winnenden

Millionenschwere Großbaustelle: So verändert sich das Wunnebad in Winnenden

Jochen Mulfinger (Geschäftsführer) und Sascha Seitz (Bäderleiter) blicken über die Wunnebad-Baustelle Winnenden, 19.01.2023.
Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger und Bäderleiter Sascha Seitz auf der Wunnebad Baustelle. Unter ihnen entsteht das neue Sport- und Kursbecken des Hallenbads. © Benjamin Beytekin

Seit rund zwei Wochen ist das Wunnebad in Winnenden geschlossen. Erst zur Freibadsaison wird es wieder seine Pforten öffnen. Bis dahin geht’s rund auf der millionenschweren Großbaustelle. Kaum ein Stein bleibt auf dem anderen, Fortschritte sind schon jetzt deutlich erkennbar. Aktuell wird unter anderem das neue Sport- und Kursbecken zwischen dem bestehenden Hallenbad und dem Außenbecken errichtet. Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger und Bäderleiter Sascha Seitz bringen uns auf den aktuellen Stand.

Warum aktuell kein Betrieb möglich ist

Vor bald einem Jahr, im Frühjahr 2022, haben Umbau und Sanierung des Wunnebads begonnen. Seither lief alles ziemlich glatt. „Wir können von unglaublichem Glück sagen, dass wir für jedes Gewerk eine leistungsfähige Firma gefunden haben“, sagt Jochen Mulfinger. Überwiegend im laufenden Betrieb fanden umfangreiche Abbrucharbeiten statt, wuchs der Rohbau für die Sommerumkleiden aus dem Boden, wurde der Grund bereitet für die neue Schwimmhalle mit 25-Meter-Becken.

Jetzt hat das Wunnebad für mehrere Monate komplett geschlossen. Ein Betrieb wäre nicht möglich, weil die Technik grunderneuert wird. Naheliegend: Es fließt zur Zeit kein Strom im bestehenden Gebäude.

Mitarbeiter der Stadtwerke, alle handwerklich ausgebildet, sind in den Katakomben als Abbruchunternehmer tätig, während (noch unter freiem Himmel) Bauarbeiter das neue 25-Meter-Becken für die Schwimmhalle errichten. In den neuen Sommerumkleiden läuft der Innenausbau.

Wer das Wunnebad-Hauptgebäude durch den zukünftigen Haupteingang betritt, steht im noch kahlen Foyer. Zur Linken wird die Theke sein, geradeaus eine Glasfront den Blick aufs runde Hallenbadbecken freigeben, nach rechts aufs Freibad. Eine große Treppe führt hinauf in den Saunabereich. Der wird erneuert, modernisiert, an moderne Standards angepasst. Von der alten Landschaft ist nichts mehr zu sehen, die Räume wurden im Frühjahr komplett zurückgebaut. Auch der Garten (inklusive Außensauna) wird neu angelegt, das kleine Becken bleibt erhalten. Auf der Sauna-Ebene wird es auch ein gastronomisches Angebot geben. Auf Pächter-Suche haben sich die Stadtwerke aber noch nicht begeben.

Sommersaison mit neuer Rutsche

Bis zum Mai sollen ein großer Teil der Arbeiten abgeschlossen und auch die neuen rund 200 Parkplätze sowie die Sommerumkleiden fertig sein. Das Freibad könnte dann regulär öffnen. „Das ist der Vollausbau, der dann steht, inklusive einer neuen Rutsche“, sagt Jochen Mulfinger. Lediglich die Freibad-Gastro, die sich im Neubau mit den Umkleiden befindet, sei bis zum Sommer noch nicht nutzbar. Hier werden sich die Betreiber wieder mit mobilen Imbissbuden behelfen.

Die neue Rutsche hingegen sollte rechtzeitig eintreffen. Sie ist der alten, die keinen TÜV mehr bekommen hat, nachempfunden und wird auf das bestehende Traggestell aufgebaut. Einziger Unterschied im „Streckenverlauf“: Sie hat eine Kurve weniger und somit eine Gerade mehr. Das liege an den heutigen Sicherheitsstandards, erklärt Bäderleiter Sascha Seitz: „Dafür ist man schneller – und die Zeitmessung funktioniert wieder.“

Ob in der Sommersaison auch das Hallenbad schon öffnen wird, steht noch nicht ganz fest, gut möglich ist es.

Lange Schließzeit Ende 2023

Am 15. September, nach der Sommersaison, „wird wieder eine große Umbauphase beginnen“. Heißt: Das Wunnebad wird erneut für lange Zeit geschlossen, inklusive Außenbecken, bis ins Frühjahr 2024 hinein. Insbesondere die Technik zur Aufbereitung des Badewassers, auch für den Außenbereich, steht dann im Fokus. „Wir kriegen eine neue Prozessleittechnik. Da müssen überall Sensoren gesetzt werden, die Steuerungstechnik muss neu gemacht werden. Tableaus, Programmierarbeiten – das geht quer durch den Garten der gesamten Technik, deswegen können wir das Bad auch nicht betreiben“, erklärt Mulfinger.

Ist der Innenausbau fertig, könnte ab Februar 2024 – also aus heutiger Sicht in einem starken Jahr – der rund zweimonatige Probebetrieb im neuen Wunnebad beginnen. Zunächst ohne Schwimmgäste. „Wir wollen aber spätestens im April, Mai in den Echtbetrieb gehen“, kündigt der Stadtwerke-Chef an.

Die Kosten: Alles noch im Rahmen

Im Februar 2022 gingen die Stadtwerke noch von 26,15 Millionen Euro Gesamtkosten aus, mittlerweile von 27,88 Millionen Euro. Zuletzt hatte unter anderem der neue Saunagarten die Kosten nach oben getrieben. Jochen Mulfinger betont aber: Aktuell haben wir den Rahmen, den wir uns gesteckt haben, noch nicht gerissen.“ Der Kostendeckel liegt bei 28,1 Millionen Euro.

Mehr Klarheit werden die Ausschreibungen bringen, die jetzt noch anstehen: Sanitäranlagen, Badewasser-, Förder- und Kältetechnik, ...

Von „Kostensicherheit“ will der Stadtwerke-Chef aber auch dann nicht sprechen, wenn im Sommer alle Gewerke an Baufirmen vergeben sind. Böse Überraschungen, die beim „Umbau im Bestand“ nicht selten sind, oder unvorhersehbare „Lieferkrisen“ könnten zu weiteren Baupreissteigerungen führen.

Seit rund zwei Wochen ist das Wunnebad in Winnenden geschlossen. Erst zur Freibadsaison wird es wieder seine Pforten öffnen. Bis dahin geht’s rund auf der millionenschweren Großbaustelle. Kaum ein Stein bleibt auf dem anderen, Fortschritte sind schon jetzt deutlich erkennbar. Aktuell wird unter anderem das neue Sport- und Kursbecken zwischen dem bestehenden Hallenbad und dem Außenbecken errichtet. Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger und Bäderleiter Sascha Seitz bringen uns auf den

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