Winnenden

Nach Großbrand in Gärtnerei: Keine Hinweise auf Brandstiftung

Großbrand in Gärtnerei - Bild 04_40
Großbrand in Erbstetten am Dienstagabend (24.04.). © Benjamin Beytekin

Burgstetten. Das einstige Winterquartier für Kübelpflanzen liegt in Asche. Ein Großbrand in einer Erbstettener Gärtnerei am Dienstagabend hat die Gewächshäuser zerstört. Die Höhe des Sachschadens liegt laut Polizei im sechsstelligen Bereich, ist aber ebenso wie die Brandursache noch nicht endgültig klar. Es gebe Hinweise auf einen technischen Defekt. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung.

Zitruspflanzen mögen keinen Frost. Temperaturen um die 800 Grad, wie sie beim Großbrand der Gärtnerei Gärtner, am Ortsausgang von Erbstetten Richtung Burgstall gelegen, geherrscht haben, mögen sie aber auch nicht: Schwarz verkohlt ragen Stämme aus schwarz verkohlter Pflanzenerde. Die Form der Kübel ist gut erkennbar. Kübel sind keine mehr vorhanden. Sie waren fast alle aus Kunststoff, das Feuer hat sie vernichtet. In dem Gewächshaus mit seinen sechs Schiffen, wie die einzelnen Giebel genannt werden, sind zuletzt keine Pflanzen mehr gezogen worden. Die Gärtnerei hat es unter anderem als Winterquartier genutzt, um die Kübelpflanzen ihrer Kunden vor dem Frost zu schützen. Auf zwei bis drei Grad hat die Heizung die Temperatur konstant gehalten.

Gärtnerei seit 1956 im Familienbesitz

Der Wert von manchen der dort untergestellten Pflanzen liegt laut Manuel Gärtner, dem die Gärtnerei gehört, im vierstelligen Bereich. Auch sein eigener Orangenbaum, der 50 richtig süße Früchte im Jahr gegeben hat, ist nur noch ein schwarzes Gerippe. Manuel Gärtner und sein 92 Jahre alter Großvater Siegfried Gärtner, der die damalige Gärtnerei Veigel 1954 pachtete und zwei Jahre später kaufte, wirken gefasst am Morgen nach dem Großbrand.

Wohnhaus kann vor den Flammen gerettet werden

Der Abend zuvor: Für 20 Uhr hat Burgstettens Feuerwehrkommandant Jürgen Lang eine Übung angesetzt – an der sich allerdings niemand beteiligen wird. Denn es ist kurz vor 19 Uhr, als bei Manuel Gärtner die Alarmanlage der Heizung anschlägt. Beim Blick aus dem Fenster sieht er Rauch aus der Heizzentrale emporsteigen, die mit Holzhackschnitzeln betrieben wird und sowohl die Wohnhäuser als auch die Gewächshäuser auf dem Gelände mit Wärme versorgt. Schnell ist ihm klar, dass er mit einem Feuerlöscher nichts mehr ausrichten kann. Er ruft die Feuerwehr. Die ist mit acht Fahrzeugen und 47 Helfern aus Backnang und Burgstetten vor Ort. Mithilfe der Drehleiter gelingt es, das angrenzende Wohnhaus vor den Flammen zu retten, es bleibt bewohnbar. Es kommen keine Personen zu Schaden.

Feuer breitete sich rasend schnell aus

Ein Schuppen, in dem es eine Explosion durch eine dort gelagerte Gasflasche gibt, die Heizzentrale, in der das Bersten des Druckausgleichsbehälters der Heizung für eine weitere Explosion sorgt, und vier der sechs Gewächshaus-Schiffe sind nicht zu retten. „Das Feuer hat sich rasend schnell ausgebreitet“, sagt Feuerwehrkommandant Lang. Bis nach Waiblingen, Untergruppenbach und Großerlach müssen die dunklen Rauchschwaden zu sehen gewesen sein, hat sich Lang sagen lassen.

Schwierig zu löschen sind besonders die gelagerten Holzhackschnitzel. „Sie mussten immer wieder umgeschichtet werden zum Löschen.“ Weil abzusehen ist, dass sich die Arbeit der Feuerwehr in die Länge ziehen wird, bestellt Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz 50 Schnitzel für die Einsatzkräfte.