Winnenden

Neues Winnender Mädle: Giuliana Di Donna überzeugt die Jury

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Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth übergibt Giuliana Di Donna ihren Sieger-Blumenstrauß. Mit reichlich Abstand. © Benjamin Büttner
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Die Juroren bei der Beratung. © Benjamin Büttner
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Die Kandidatinnen bereiten sich auf das Finale vor. © Benjamin Büttner
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OB Holzwarth (ganz links) applaudiert den Finalistinnen Briska Wahlenmaier, Giuliana Di Donna und Celine Wichtrup. © Benjamin Büttner
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Die Kandidatinnen von links: Lisa Keidel, Briska Wahlenmaier, Celine Wichtrup, Giuliana Di Donna, Naomi Maslowski, Jacqueline Beran und Anna-Sophie Müller (Archivfoto). © ALEXANDRA PALMIZI

Viel Abstand, ein sympathisches Bewerberfeld und ein Polizeieinsatz: Bei der Wahl zum kommenden Winnender Mädle, das bis 2023 die Stadt gemeinsam mit Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth als Gesicht vertritt, war einiges geboten.

Mit reichlich Abstand haben sich am Montagabend die acht Kandidatinnen, OB Holzwarth, Vertreter des Vereins Attraktives Winnenden, Pressevertreter und die Jury im Rathaus versammelt. Wer wird das neue Winnender Mädle? Das zu entscheiden, durch geschickte Fragen herauszufinden, welche junge Frau die Stadt am besten vertreten wird, war die Aufgabe der Juroren. Die Jury bestand im Vergleich zur letzten Wahl vor zwei Jahren aus einigen neuen Gesichtern: Celine Traub (amtierendes Winnender Mädle), Leonie König (Stadträtin und ehemaliges Winnender Mädle), Bettina Jenner-Wanek (ebenfalls Stadträtin), Marlene Drummer (Schneiderin des Mädlekleids), Johanna Widulski (Verein Attraktives Winnenden und Inhaberin vom Modegeschäft Green Lavadee), Jürgen Jehle (Volksbank), Peter Kübler (Foto Heincke) und Udo Kretschmer (Zeitungsverlag Waiblingen) gehörten dem Gremium an. „Toll, dass wir so viele Frauen in unserer Jury haben“, sagte Moderator Josh Kochhann. Daraufhin schilderte Celine Traub, wie es ihr die vergangenen zwei Jahre als Winnender Mädle ging. „Die letzte Veranstaltung, auf der ich als Winnender Mädle gewesen bin, war wegen Corona der Neujahrsempfang im Januar“, erzählte sie. Sie gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ob sie eine Entwicklung bei sich feststellen konnte? „Es waren zwei tolle Jahre. Ich bin bei öffentlichen Auftritten inzwischen viel sicherer“, berichtete sie.

Nach jeder Kandidatin wird das Mikro desinfiziert

In der ersten Runde war von den acht Kandidatinnen gefordert, sich der Jury innerhalb von drei Minuten vorzustellen. Nach und nach betraten sie mit Maske den Saal, erhielten ein Mikro, das nach jeder Kandidatin desinfiziert wurde. Beim Sprechen war es ihnen jedoch erlaubt, die Maske abzunehmen.

Den Anfang machte Kandidatin Jil Weber. Sie betrat den Saal humpelnd. „Beim Babysitten ist mir eine Holzbank auf den Fuß gefallen“, erzählte sie. Sie stellte vor allem ihr Engagement im Jugendgemeinderat und als Schülersprecherin in den Vordergrund. Die 17-jährige Lisa Keidel spielt gerne Theater, ist tierlieb und ist in ihrer Kirchengemeinde engagiert. Ob sie mit dem 1er-BMW, den das Winnender Mädle für ihre Amtszeit erhält, überhaupt etwas anfangen könnte? „Ich habe gerade meinen Führerschein. Eigentlich wollte ich schon fertig sein, doch dann kam Corona dazwischen. Mit Begleitung könnte ich schon mit 17 fahren, wenn ich den Führerschein habe.“ Eine Zeit lang in Hamburg gelebt hat Naomi Maslowski. „Dort habe ich gemerkt, wie sehr ich Winnenden mag. Die Stadt hat mir und meiner Familie sehr gefehlt, weshalb wir wieder zurückgekommen sind“, berichtete sie.

Übelkeit bei der ersten Fahrt durch Winnenden

Mit einem großen Strahlen im Gesicht betrat Halb-Italienerin Giuliana Di Donna den Sitzungssaal. Auffallend: Sie begrüßte die Juroren bereits beim Betreten des Saals, bevor sie das Mikro in der Hand hielt. Die 18-Jährige schreibt im nächsten Jahr ihr Abitur, will danach Medizin studieren. „Das ist mein Lebensziel. Ich bin sehr zielstrebig“, sagte sie. Jacqueline Beran war mit 16 Jahren die jüngste Bewerberin. „Spricht man deinen Nachnamen französisch aus?“, fragte Moderator Josh Kochhann. „Nein“, antwortete sie. „Meine Eltern kommen aus Polen.“ Sie habe eine Zwillingsschwester und ein Problem mit Pünktlichkeit. „Das kriege ich leider nicht so gut hin.“ Eine ehrliche Aussage, vielleicht zu ehrlich? Die Juroren jedenfalls schmunzelten darüber. Anna-Sophie Müller war mit 23 Jahren die älteste Kandidatin, kommt ursprünglich aus dem Raum Leipzig. Für ihr duales Studium bei der LBBW in Stuttgart zog sie allerdings nach Winnenden. Außerdem lese sie sehr gerne. „Seit neuestem schreibe ich auch selber Bücher“, erzählte sie. Auch sächseln kann sie noch, was sie den Juroren eindrucksvoll unter Beweis stellte. Bereits vor zwei Jahren kandidiert hat Briska Wahlenmaier. „Inzwischen habe ich mein internationales Wirtschaftsabitur und arbeite nebenher bei der Bäckerei Maurer“, erzählte sie. Im August beginnt sie ihr duales Studium bei der Kreissparkasse, wohnt über dem Laden von Foto Heincke. „Wir sehen uns kaum, wenn doch, grüßt sie immer sehr freundlich. Ich kann nichts Negatives sagen“, sagte Geschäftsführer und Juror Peter Kübler auf Nachfrage des Moderators. Den Abschluss machte Celine Wichtrup, die aus Niedersachsen stammt und sich an ihre erste Autofahrt durch Winnenden erinnerte. „Ich bin das Hügelige nicht gewöhnt, da wurde mir direkt schlecht.“ Lachen im Rathaussaal. Dennoch fühle sich jeder Tag in Winnenden für sie an wie im Urlaub, besonders die Weinberge haben es ihr angetan. Worte, die besonders OB Holzwarth gerne hörte.

Prügelei vor dem Rathaus ruft Polizei auf den Plan

Daraufhin zogen sich die Juroren für knapp 20 Minuten zurück. Als sie den Saal wieder betraten, waren von draußen Schreie zu hören. „Kann jemand die Polizei rufen? Das ist eine Schlägerei“, sagte Moderator Kochhann, der das Geschehen im Blick hatte, Timm Hettich, Geschäftsführer des Vereins Attraktives Winnenden, zückte sein Smartphone und alarmierte die Beamten.“ Die haben sich in den Schwitzkasten genommen, und Schläge sind auch gefallen“, schilderte der Moderator. Er konnte die Lage derweil durch eine laute Ansage an die Jugendlichen deeskalieren, die in alle Richtungen abhauten, so dass sich alle Beteiligten wieder auf die Mädlewahl konzentrieren konnten. Im folgenden Teil mussten sich die Mädels den Fragen der Juroren stellen. Ein wichtiges Thema: Social Media. Besonders Juror Udo Kretschmer hatte es auf die Kenntnisse der Mädels im Umgang mit den sozialen Medien abgesehen. Hier konnte vor allem Giuliana Di Donna punkten, die der Meinung war, dass sich das Winnender Mädle viel mehr als bisher in Sachen Social Media einbringen könnte. „Ich finde, dass das Mädle einen extra Account bekommen sollte“, sagte sie. Die Vegetarierin Celine Wichtrup überzeugte die Juroren mit ihren Ansichten zum Thema Nachhaltigkeit, und die Winnenderin Briska Wahlenmaier konnte die Veränderungen im Stadtgebiet seit ihrer letzten Kandidatur präzise zusammenfassen, so dass die Juroren diese drei Kandidatinnen in die Finalrunde schickten.

„Es ist eine Ehre für mich und ich freue mich auf die Aufgaben“

Dort wartete auf die drei Finalistinnen eine kreative Aufgabe: Innerhalb von zehn Minuten sollten sie sich ein Konzept überlegen, wie sie als Winnender Mädle ihr eigenes Social-Media-Profil führen wollen. Dabei sollten sie ihre Veranstaltungshighlights zu den einzelnen Jahreszeiten schildern. Celine Wichtrup legte viel Wert auf Videos und die Form ihrer Beiträge, weniger allerdings auf ihre Highlights. „Ich könnte mir auf Instagram auch eine Live-Weinprobe mit dem OB vorstellen“, erklärte sie. Auf die Nachfrage von Leonie König, mit welchem Weingut sie diese Probe durchführen möchte, geriet sie allerdings ins Stocken. „Da fällt mir gerade leider keines ein“, sagte sie. Giuliana Di Donna und Briska Wahlenmaier gingen ausführlich auf Winnendens Feste ein: den Neujahrsempfang, den Kunsttreff, den City-Treff, die Weintage und auch den Weihnachtsmarkt.

Giuliana Di Donna hatte aus der Runde zuvor auch noch einen Bonus, da sie bereits dort ihr Konzept für einen eigenen Social-Media-Account angesprochen hatte. Und so kam es, dass Moderator Josh Kochhann gegen 22 Uhr die 18-jährige Schülerin als Siegerin verkündete. Giuliana Di Donna rang zunächst mit den Worten. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagte sie und fächelte sich mit beiden Händen Luft zu. „Es ist eine Ehre für mich und ich freue mich auf alle meine Aufgaben.“ Auf den Plätzen zwei und drei landeten Briska Wahlenmaier und Celine Wichtrup. „Vielen Dank an alle Bewerberinnen“, erklärte Celine Traub. „Es war ein unheimlich starkes Bewerberfeld.“

Viel Abstand, ein sympathisches Bewerberfeld und ein Polizeieinsatz: Bei der Wahl zum kommenden Winnender Mädle, das bis 2023 die Stadt gemeinsam mit Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth als Gesicht vertritt, war einiges geboten.

Mit reichlich Abstand haben sich am Montagabend die acht Kandidatinnen, OB Holzwarth, Vertreter des Vereins Attraktives Winnenden, Pressevertreter und die Jury im Rathaus versammelt. Wer wird das neue Winnender Mädle? Das zu entscheiden, durch geschickte

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