Winnenden

Obstbechertag am Büchner-Gymnasium

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Absolut frisch und erst vor wenigen Minuten geschnippelt: Verlockende Obstbecher. © Büttner / ZVW
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Lara, Tina, Lara und Tyra verkaufen die Obstbecher in der Pause. © Büttner / ZVW

Winnenden. Ein Becher voll Obst, frisch geschnippelt, das ist wohl der größte Genuss unter allen Pausenvespern. Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums bekommen einmal im Monat ihre natürliche Vitamindosis dank einiger Eltern, die am Freitagmorgen eine halbe Stunde vor der Pause Äpfel, Kiwis, Ananas und mehr in Würfel schneiden.

Im Video: Obstbechertag am Georg Büchner Gymnasium Winnenden, die Schüler freuen sich darauf.

Immer der letzte Freitag im Monat ist der Obstbechertag – unter diesem schlichten Namen rangiert die begehrte Aktion an der Schule, und sie ist so bekannt, dass die meisten kleineren Schüler für diesen Tag Geld mitnehmen und mal ausnahmsweise kein Vesper von zu Hause mitbringen oder keinen Wecken oder Brezel beim Bäcker kaufen.

Ein Marketing-Phänomen

Der Obstbecherverkauf ist ein Marketing-Phänomen: Vier Schülerinnen haben einen Tisch aufgebaut mit Plexiglasschutz für die Obstbecher, wie es sich gehört. Sie blicken zur Treppe. Und von dort kommen bei Pausenbeginn die Schüler in Scharen herunter. In deren Gesichtern blinkt ein Lächeln, deren Augen richten sich auf die Obstbecher, und sie gehen nur noch auf den Verkaufstisch zu.

Die Verkäuferinnen Lara, Tina und Tyra grinsen und halten die Becher bereit, die durchsichtig sind und deshalb in der ganzen Buntheit von Erdbeeren, Ananas, Trauben, Mangos und Kiwis strahlen. Da kann man nicht Nein sagen. Für die Schüler ist dieses Vesper erschwinglich: Ein Euro für so viel Frische, für sorgsam fein geschnittenes Obst.

Stammkunden wissen schon vorher, wann Obstbecher dastehen werden

Julia, Maxima, Jana und Hannah aus der fünften Klasse holen sich alle einen Becher. „Die kaufen wir immer, wenn es die gibt“, sagt Hannah, „und wenn wir das Geld nicht vergessen haben.“ Sie sind schon Stammkunden. Schüler denken da nicht in den Kategorien von guter Ernährung, Vitaminen oder Unterstützung der heimischen Streuobstwiesen.

Sie hatten so einen Obstbecher einmal probiert, und jetzt gehört der einmal im Monat zum Freitag dazu, „weil er so lecker ist“, sagt Hannah. Aber warum haben sie überhaupt damit angefangen, dieses Obst zu essen in der Pause? „Weil das so schön aussieht.“ Sie sehen das bunte mundgerechte Obst, wenn sie die Treppe runterkommen, und müssen es probieren. Und dann kaufen sie jedes Mal wieder.

„Die meisten sind nur zu faul zum Schnippeln“

Sechs Mütter von Schülern haben am Freitagmorgen eine halbe Stunde lang geschnippelt. 120 Obstbecher kamen zustande, vier Schülerinnen verkauften sie innerhalb von sechs Minuten. Erstaunlich: Es gibt doch genügend Obstmuffel, man hört Hunderte von Geschichten von Eltern, die ihren Kindern ewig von Vitaminen erzählen und dann erfahren, dass die sich in der Pause einen fetten Leberkäswecken holen.

Elternbeiratsvorsitzende Annette Traub hat eine einfache Erklärung dafür: „Die meisten sind nur zu faul zum Schnippeln.“ Wenn das Obst mal appetitlich frisch angerichtet ist, läuft jedem dermaßen das Wasser im Munde zusammen, dass man ihm nichts mehr von Gesundheit zu erzählen braucht. Der greift zu.

Schnippelgruppe

  • Die Idee zum Obstbechertag kam 2014 bei einem Sporttag auf. Eltern versorgten Schüler mit frischem Obst. Das kam so gut an, dass Elternbeiräte den monatlichen Obstbechertag beschlossen.
  • Anja Luckert und Annette Traub erzählen, dass die Aktion einfach ist. Eine Mutter kauft Obst. Sechs bis zehn Eltern treffen sich morgens um 7.30 Uhr und schnippeln. Um 9 Uhr ist alles fertig.