Winnenden

Paulina Krauter aus Winnenden interpretiert meisterhaft mühelos Mozart

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Die Winnenderin Paulina Krauter bei ihrem sagenhaften Solo. © Ralph Steinemann Pressefoto

Ein glanzvolles Finale der Konzerttage erlebten etwa 270 Besucher der Hermann-Schwab-Halle am Samstag – die Stadt hatte aufgrund der starken Nachfrage noch kurzfristig Karten für die Empore verkauft.

Mit dem Motto „Mozart pur“ hatte das Festivalorchester den richtigen Riecher, was gut ankommt. Und es zeigte unter der Leitung von Konzertmeisterin Kathrin Scheytt eine großartige Leistung. Auch wenn „Eine kleine Nachtmusik“, die zu Beginn erklang, durch häufigen Gebrauch etwas abgenutzt erscheint - die eher einfache Komposition bewahrt ein Geheimnis, das wir, so ähnlich wie das Lächeln der Mona Lisa, wohl nie ganz entschlüsseln werden.

Dass Mozart mehr zu bieten hat, zeigte sich am Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur: Paulina Krauter, die Solistin, konnte mit ihrer gleichermaßen einfühlsamen wie sicheren Bogenführung sehr überzeugen. Dem kraftvollen Einsatz des Orchesters steht dabei immer wieder die schmeichelhafte Violine gegenüber. Paulina Krauter vermochte diese unterschiedlichen Stimmungen meisterhaft zu interpretieren. Dass am Ende des Konzerts ein „türkischer Marsch“ anklingt, gehört ebenso zu den Eigenheiten Mozarts wie der Umstand, dass er mit diesem Konzert seine Karriere als Sologeiger beenden wollte.

Stellvertretend für alle Preisträger spielt Anne Hiddeßen

Zu den Konzerttagen Winnenden gehört auch ein vorangehender Musikwettbewerb. Insgesamt 20 junge Talente haben sich als Solisten oder als Ensemble beworben, eine Fachjury bewertete die Vorspiele im November. Eine der Preisträger/-innen, die 18-jährige Cellistin Anne Hiddeßen aus Schwaikheim, bekam die Gelegenheit zum öffentlichen Auftritt: Mit Unterstützung des Festivalorchesters meisterte sie den 3. Satz aus Joseph Haydns Cellokonzert Nr. 1 mit Bravour. 1000 Euro, gestiftet von Projektbau Pfleiderer, wurden auf alle Preisträger verteilt, es sind Clara-Marie Rieger, Michelle Heinle, Kaeun Park, Manjana Zhao, Yinuo Wu (erste Preise), Lili Minkov, Andreas Kaboridis, Leonie Heinle und Winnie Wang.

Es folgte das letzte Konzert des Abends, die „Sinfonia Concertante für vier Bläser und Orchester“. Nachdem nur Abschriften des Werks erhalten geblieben sind, ist letztlich nicht endgültig geklärt, inwieweit Mozart an der Komposition beteiligt war. Gleichwohl klingt das Werk in der Bearbeitung des Dirigenten Hartmut Haenchen wie ein „echter“ Mozart, für das Orchester und die vier Solisten eine „echte“ Herausforderung. Neben Michael Kiefer, dem Initiator und Organisator des Festivalorchesters an der Oboe, überzeugten seine Frau Susanne Kiefer, Querflöte, sein Kollege vom Staatsorchester, Philipp Römer, am Horn und Hochschulprofessor Marc Engelhardt am Fagott durch eine mühelos erscheinende Beherrschung der Partitur. Diese erfordert vor allem im dritten Satz für die Solisten einiges an musikalischer Erfahrung. Die sie, wie sämtliche Orchestermitglieder auch, haben, sind sie doch Musikprofis, die in Winnenden leben oder arbeiten. Das Publikum zollte reichlich Beifall.

Ein glanzvolles Finale der Konzerttage erlebten etwa 270 Besucher der Hermann-Schwab-Halle am Samstag – die Stadt hatte aufgrund der starken Nachfrage noch kurzfristig Karten für die Empore verkauft.

Mit dem Motto „Mozart pur“ hatte das Festivalorchester den richtigen Riecher, was gut ankommt. Und es zeigte unter der Leitung von Konzertmeisterin Kathrin Scheytt eine großartige Leistung. Auch wenn „Eine kleine Nachtmusik“, die zu Beginn erklang, durch häufigen Gebrauch etwas abgenutzt

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