Winnenden

Polizei stoppt 23 Raser bei Motorradkontrollen

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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
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Bei der Schwerpunktkontrolle am Mittwoch mussten die Polizisten viele Motorradfahrer ausbremsen. © Habermann /ZVW
Althütte/Backnang. Fast immer enden Motorradunfälle mit Verletzungen. Meistens waren die Biker zu schnell unterwegs, und sehr oft verursachen sie selbst den Unfall, sagt die Statistik. Die Polizei hat gestern groß angelegte Kontrollen durchgezogen, um Motorradfahrern klar zu machen: Zu schnell fahren führt leicht mal ins Krankenhaus oder endet noch schlimmer.


Um diese Kontrollen in diesem Umfang leisten zu können, erschienen gestern 15 Polizeibeamte während ihrer Freizeit freiwillig zum Dienst.
Wer im Streifendienst arbeitet, erlebt früher oder später mit, welche Folgen ein Motorradunfall nach sich zieht. In der Hoffnung, mit solchen Kontrollen die Dinge zum Besseren wenden zu können, seien so viele Kollegen bereit gewesen, ihre Freizeit für diesen Einsatz zu opfern, sagte Polizeioberkommissar Sven Schock. Er zeichnete gestern für die Schwerpunktkontrollen im Revierbereich Backnang verantwortlich. Es werden nicht die Letzten sein, kündigte Schock an: „Wir wollen den Kontrolldruck aufrechterhalten.“ Geplant ist zudem, künftig öfter – wie gestern – gemeinsam mit dem Landratsamt solche Kontrollen auf den Weg zu bringen. Dort verwenden sie fürs Blitzlichtgewichter eine andere Technik.

Zwei Beamte waren mit mobilen Messgeräten unterwegs

Die Polizei setzte gestern Handlaser-Messgeräte ein, die Anlagen des Landratsamtes arbeiten mit Lichtschranken. Zusätzlich waren zwei Beamte auf Motorrädern und mit mobilen Messgeräten unterwegs, etwa in Allmersbach, Weissach oder Auenwald. Den ersten Geschwindigkeitsmesser stellten die Beamten an der Straße zwischen Sulzbach und Murrhardt auf. Kurz drauf winkten Polizisten in Althütte ein Motorrad nach dem andern auf den Parkplatz vor der Feuerwehr. Die Fahrer waren gar nicht mal zu schnell unterwegs gewesen. Die Polizei winkte sie einfach nur deshalb raus, um mal nachzuschauen, ob an den Maschinen irgendwelche illegalen Veränderungen zu entdecken sind.

Polizeihauptmeister Kai Bernet kennt sich aus: mit Kennerblick musterte er die Maschinen, stellte den Fahrern jede Menge mit Fachausdrücken gespickte Fragen. Längst nicht alle möglichen Veränderungen am Motor kann er auf den ersten Blick erkennen; hinter die Verblendungen und ins tiefste Innere sieht er nicht. In den Auspuff leuchtete er schon mal hinein – um festzustellen, ob vielleicht der Dezibel-Killer ausgebaut ist. Ohne dieses Bauteil knattert und rattert die Maschine lauter als erlaubt – und manch ein Biker mag es, wenn er mehr als deutlich hört, worauf er durch die Lande düst. Kai Bernet weiß von einer Motorradfahrerin, die am Wochenende den Dezibel-Killer ausbauen, weil die Ausfahrt dann dank passender Sound-Kulisse einfach mehr Spaß macht. Montags früh kommt das Bauteil dann wieder an seinen Platz.

Bei der Polizei und beim Landratsamt gehen regelmäßig Beschwerden ein wegen Motorradlärms. Motorradfahrer lieben den Rems-Murr-Kreis wegen der kurvenreichen, landschaftlich reizvollen Strecken. Die Sulzbacher Steige ist unter Motorradfahrern beliebt, ebenso die Strecke zwischen Sulzbach und Spiegelberg. Vom Rettichkreisel aus in Richtung Althütte sind am Wochenende und auch sonst jede Menge Motorräder unterwegs. Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Das Polizeipräsidium Aalen hat im vergangenen Jahr 418 Unfälle mit Motorrädern registriert. Davon endeten 14 tödlich. Bei zehn dieser tödlichen Unfälle war der Motorradfahrer verantwortlich für den Unfall. Polizeihauptmeister Kai Bernet ist passionierter Motorradfahrer und hat selbst schon mal einen Unfall gebaut. Die Ursache passt haargenau zur Statistik: Er war zu schnell, wie er offen einräumt. Berufsbedingt kennt er die Gefahren und Folgen von Unfällen genauer als andere – und trotzdem würde er keinesfalls vom Motorradfahren ablassen wollen.

Ein Jugendlicher darf den Roller nur noch schieben

Ganz ruhig und freundlich begegnete er gestern den Fahrern, welche seine beiden Kollegen oben an der Straße auf den Parkplatz winkten. Nachmittags waren hier überwiegend Senioren auf beeindruckend schweren Maschinen unterwegs. Einer von ihnen kam aus Herrenberg und steuerte den Ebnisee an. Er hatte nichts zu verbergen, entsprechend cool stieg er ab, zog die Papiere heraus, plauderte. Kurz zuvor hatten es Kai Bernet und seine Kollegen mit einem Jugendlichen zu tun, der seinen Roller aufgebrezelt hatte. Die Fahrerlaubnis des jungen Mannes reichte nur für ein Mofa. Der Erziehungsberechtigte wurde herbeigerufen, ausführlich über die Sachlage informiert – und im Anschluss musste der arme Sünder sein Fahrzeug nach Hause schieben.

Die Bilanz

  • 73 motorisierte Zweiräder wurden zwischen 13 und 19 Uhr kontrolliert. 14 hatten technische Mängel, bei vier waren sie so gravierend, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden mussten.
  • 23 Biker waren zu schnell unterwegs, acht von ihnen hatten die vorgeschriebene Geschwindigkeit um mehr als 21 km/h überschritten.
  • Ein Zweiradfahrer war ohne Helm unterwegs, ein Auto- und ein Kradfahrer standen unter Einfluss von Betäubungsmitteln. Hasch oder Ähnliches wurde sieben Mal gefunden. Ein Biker hat während der Fahrt telefoniert, bei einem Weiteren wurde festgestellt, dass er sich einer Unterschlagung strafbar gemacht hat.