Winnenden

Rätsel um Scharlachroten Schwalbenschwanz

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Der Scharlachrote Schwalbenschwanz an Balkonblumen in Birkmannsweiler. © Laura Edenberger

Winnenden-Birkmannsweiler. Ein ungewöhnlich großer roter Schmetterling ist in Birkmannsweiler auf einem Balkon gelandet. Klar ist: Es ist ein Scharlachroter Schwalbenschwanz, der eigentlich nur in Asien vorkommt. Wie er nach Birkmannsweiler gelangt, ist ein großes Rätsel.

„Habe am Samstag, 1. September, einen riesengroßen, schwarz-roten Schmetterling an unseren Balkonblumen beobachtet. Habe so einen noch nie bei uns gesehen. Flügel schwarz. Spannweite 12 bis 15 Zentimeter. Länge 10 bis 12 Zentimeter. Hintere Flügel rot mit schwarzen Punkten.“ Das schreibt unsere Leserin Sofie Braun aus Birkmannsweiler.

Nabu bestätigt: Es handelt sich um einen Exoten

Nach Kontakt mit Leuten vom Naturschutzbund Nabu wird klar: Dieser Schmetterling ist ein Exot, und er kann nicht auf natürlichem Weg nach Birkmannsweiler gelangt sein, sein Auftauchen ist ominös, wie William Patrick vom Nabu sagt.

Entdeckerin Sofie Braun schreibt: „Wenn ich richtig recherchiert habe, ist es ein Scharlachroter Schwalbenschwanz. Lebensraum Asien. Wie kommt der zu uns? Klimawandel?“

Unwahrscheinlich, dass er aus der Wilhelma kommt

Damit hat sie nach Einschätzung aller von uns angefragten Naturfreunde den Schmetterling richtig bestimmt. Es kann nur dieser Scharlachrote Schwalbenschwanz aus Asien sein.

Nabu-Mitglied Horst Schlüter hat ein Foto des Schmetterlings an das Expertenforum „lepiforum“ im Internet geschickt und von dort nur einen Erklärungsversuch bekommen: „Vielleicht stammt er aus der Wilhelma.“ Nachfrage im Stuttgarter Zoo ergibt: „Nach Rücksprache mit unserer Kuratorin Isabel Koch ist es allerdings unwahrscheinlich, dass ein Schmetterling aus der Wilhelma diese Strecke zurückgelegt hat. Denkbar ist eher, dass er beispielsweise aus einer Gärtnerei gekommen ist. Wenn dort Pflanzen aus Asien oder Südamerika importiert werden, können durchaus Puppen dabei sein, aus denen unerkannt Schmetterlinge schlüpfen.“

Möglich, dass Privathalter exotische Schmetterlinge züchten

Ein anderer Naturfreund schreibt: „In Birkmannsweiler ist bekanntlich alles möglich.“ Denkbar wäre auch, so Horst Schlüter, dass jemand in Birkmannsweiler lebende exotische Schmetterlinge züchtet und hält, und dass einer ausgebüxt ist. „Natürlich gibt es auch Privathalter, die Schmetterlinge züchten“, pflichten die Fachleute der Wilhelma dem Nabu-Mitglied Horst Schlüter bei.

Wieder vom Balkon verschwunden

Sicher ist: Normalerweise wäre dieser Schmetterling nicht hier erschienen. Er war nur kurz an den Balkonpflanzen. Sofie Braun hat ihn fotografiert, und seither ist er wieder verschwunden.