Winnenden

Rathaus Winnenden bereitet digitales Knöllchen und WLAN an Sportplätzen vor

City App
Die City-App der Stadt. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Wer in der Arbeitswelt neben dem direkten Kontakt von Mensch zu Mensch auch auf das Internet setzt, ist oft im Vorteil. Auch die Stadtverwaltung war im Lockdown nur eingeschränkt erreichbar. Im Winnender Rathaus haben die Verantwortlichen bereits vor der Pandemie am Ausbau der Online-Angebote gearbeitet. Nun sollen weitere folgen. Profitieren können Bürger, die Anträge lieber bequem vom Computer aus stellen.

Natürlich gibt es nach wie vor Dinge, für die ein Besuch im Rathaus verpflichtend ist. Etwa bei der Beantragung eines Personalausweises oder Reisepasses. „Hier müssen die Bürger beispielsweise ihren Fingerabdruck abgeben“, erklärt Martin Weber, der bei der Stadt unter anderem für Digitalisierung zuständig ist.

Vorteil für Bürger, aber auch Mitarbeiter

Das Angebot, Formulare und Anträge vom eigenen Computer oder Smartphone aus abzuschicken und dann auch per Post Urkunden und Co zu erhalten, soll nun jedoch stetig wachsen. Momentan werden auf der städtischen Homepage 18 standardisierte Prozesse (mit individuell angepassten Eingabemasken) angeboten, bis zum Jahresende sollen weitere folgen. „Wir müssen immer danach schauen, dass der Bürger, aber auch wir im Rathaus einen Vorteil haben. Wenn die Mitarbeiter mit einem Online-Antrag am Ende viel mehr Arbeit haben, dann macht das wenig Sinn“, erklärt Martin Weber.

Wer auf der Homepage der Stadt Winnenden unterwegs ist, kann dort beispielsweise Geburtsurkunden bestellen, bezahlen und sich diese per Post schicken lassen. Martin Weber gibt beim Pressetermin im Rathaus dazu in das Suchfenster (oben rechts auf der Homepage) „Geburtsurkunde beantragen“ ein. Einen Klick später erscheint zum Thema eine Übersicht. Dort findet der Nutzer auch das Online-Formular zur Beantragung. „Eigentlich kann man beim Ausfüllen nichts falsch machen“, sagt Weber. Wer doch eine Nachfrage hat, könne sich selbstverständlich telefonisch oder per E-Mail an die Stadtverwaltung wenden.

Ratten gesichtet? Fahrrad im Gebüsch gefunden?

Wer hingegen unerwünschte Nager in der Innenstadt sichtet, gelangt durch die Suchbegriffe „Ratte melden“ ebenfalls zu einem passenden Formular, wenngleich dieses sich nicht unmittelbar auf der städtischen Internetseite befindet. Der Nutzer gelangt per Link auf die Plattform „Service-BW“, kann dort das Anliegen melden. Hierüber können auch Baugenehmigungen online beantragt werden. Der Nutzer muss sich jedoch auf der Landesseite registrieren. Nach wie vor sei es zudem so, dass etwa Architekten die notwendigen Formulare meist auf Papier einreichen, erklärt OB Holzwarth. Spaßanträge stellt dabei niemand, schließlich müssen die Nutzer dafür auch bezahlen, berichtet Weber.

Jüngst hat der OB sich selbst von den Online-Funktionen der Verwaltung überzeugt. „Ich habe ein Fahrrad im Gebüsch gefunden“, erzählt er. Unter anderem per City-App ist es möglich („Schaden melden“), solche Dinge schnell und unkompliziert an Mitarbeiter im Rathaus zu übermitteln. Aber auch Straßenschäden oder kaputte Verkehrsschilder können gemeldet werden. „Wir erhalten täglich Informationen von Bürgern. Meistens, wenn etwa an einem Spielplatz Scherben gefunden werden oder Ähnliches“, erzählt Weber. Die Info samt Standort erhalten dann Mitarbeiter des Bauhofs, die sich im besten Fall schnellstmöglich um das Anliegen kümmern.

Etwas mehr als 1200 Nutzer hat die City-App durchschnittlich. Unter anderem sind auch Ladestationen für E-Autos über eine Kartenfunktion anzeigbar, oder aber Informationen zu Baustellen.

Hotspots für Sportplätze und Plätze in den Teilorten

Damit auch externe Besucher die App installieren können, ohne dafür Datenvolumen des Mobiltarifes zu verbrauchen, aber auch dafür, dass die Winnender per WLAN im Internet surfen können, soll der Ausbau von frei verfügbaren Hotspots sorgen. Unter anderem am Bahnhof und auf der Marktstraße ist dies bereits verfügbar, seit neuestem auch am Skatepark beim Wunnebad. „Dies war ein Wunsch vieler Winnender in einer Umfrage“, erzählt Martin Weber. In nächster Zeit sollen markante Punkte in den Teilorten folgen. In Breuningsweiler am Dorfplatz und am alten Rathaus, im Schelmenholz am Theodor-Heuss-Platz sowie in Höfen am Dorfplatz und an den Sportplätzen in Hertmannsweiler und Birkmannsweiler.

Nicht weiterverfolgt hingegen wird die Idee von Touchscreenwänden in der Innenstadt: Andere Kommunen haben diese wieder abgebaut, da durch Vandalismus hohe Kosten entstanden sind.

Strafzettel unmittelbar bezahlen - womöglich ab Jahresende 2022

Hinter den Kulissen wird dafür momentan an etwas anderem gearbeitet: Das digitale Knöllchen soll bis zum Jahresende kommen. Parksünder können auf dem Strafzettel dann einen QR-Code abscannen und so unmittelbar mit dem Smartphone die Strafe bezahlen. Mahngebühren ausgeschlossen.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Wer in der Arbeitswelt neben dem direkten Kontakt von Mensch zu Mensch auch auf das Internet setzt, ist oft im Vorteil. Auch die Stadtverwaltung war im Lockdown nur eingeschränkt erreichbar. Im Winnender Rathaus haben die Verantwortlichen bereits vor der Pandemie am Ausbau der Online-Angebote gearbeitet. Nun sollen weitere folgen. Profitieren können Bürger, die Anträge lieber bequem vom Computer aus stellen.

Natürlich gibt es nach wie vor Dinge, für

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