Winnenden

Rems-Murr-Kliniken: Ein neues Küchenkonzept soll her

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Klinikengeschäftsführer Marc Nickel. © Leonie Kuhn

Winnenden/Schorndorf. Das Essen muss besser werden im Rems-Murr-Klinikum Winnenden. Seit der Eröffnung vor zweieinhalb Jahren monieren viele Patienten dessen Qualität. Eins ist jedoch klar. Vor Ort richtig gekocht werden soll und kann im Klinikum gar nicht.

Im Rahmen der Medizinkonzeption der Rems-Murr-Kliniken „Gemeinsam für unsere gesunde Zukunft“ wird auch das Thema Essen angepackt. Denn die Patientenzufriedenheit sowohl im neuen Klinikum Winnenden als auch im Schorndorfer Krankenhaus liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Patienten ärgern sich über die Qualität des Essens

Reibungspunkte für Patienten sind offenbar weniger Mängel bei den medizinischen und pflegerischen Leistungen, sondern Punkte wie die Qualität des Essens. Bei den Patientenfürsprechern ist schlechtes Essen ein Dauerbrenner. „Zwar halten wir die Qualität der Speiseversorgung nicht für ein Thema, das beim Klinikaufenthalt an erster Stelle steht, aber die Häufigkeit der vorgebrachten Mängel lässt doch erkennen, dass sie für die Patientenzufriedenheit eine wichtige Rolle spielt“, stellten die Ombudsleute der Patienten in ihrem ersten Bericht fest.

Im Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschuss des Kreistags hat die SPD am Montag beim Tagesordnungspunkt „Medizinkonzeption“ an ihren Haushaltsantrag vom November 2016: „Die Geschäftsführung der Rems-Murr-Klinik soll ein Konzept vorlegen, wie im Bereich des Klinikums Winnenden eine Küche eingerichtet werden kann, die mit patientengerechter regionaler und nachhaltiger Kost einen Beitrag zu mehr Zufriedenheit im Klinikum leisten kann.“

Eine Großküche wird die Essensversorgung nicht übernehmen

Klinikengeschäftsführer Marc Nickel räumte ein, dass das Essen im Argen liegt. Fast ein Jahr habe es gedauert, bis er überhaupt herausgefunden habe, dass das gelieferte Essen nicht zum Typ der Küche passte. Aus diesem Grund sei die Zubereitung der Speisen so fehleranfällig und das Essen sei bei kleinen Mengenabweichungen entweder zu kalt – oder schon zerkocht.

Bei allen Mängeln: Dass eine Großküche im Rems-Murr-Klinikum die Essensversorgung übernimmt, sei ausgeschlossen, sagte Nickel und wies auf den Fachkräftemangel in der Gastronomie hin.

"Hohem Investitionsaufwand und bauliche Veränderungen"

Die führe dazu, dass sich immer mehr Restaurants der Vorteile der Systemgastronomie bedienten. Immerhin handele es sich beim Klinikum um ein großes Hotel mit täglich „Vollpension für 900 Übernachtungen“. Und die hygienischen Herausforderungen an eine Krankenhausküche seien obendrein sehr hoch.

„Ein vor Ort produziertes Essen wie im Cook&Hold-Verfahren ist inzwischen in kaum einer Großküche mehr zu finden und wäre nur mit hohem Investitionsaufwand und baulichen Veränderungen realisierbar.“

Was bleibt, sind die üblichen Kochverfahren wie „Cook & Freeze“, die Lieferung tiefgefrorener Speisen mit Regeneration unmittelbar auf Station, wie derzeit in Winnenden verfahren wird. Weitere Garverfahren sind „Cook & Chill“, Lieferung gekühlter Speisen mit Regeneration unmittelbar auf Station und einer Garmethode wie herkömmliches Essen, und „Sous Vide“, gekühlte Speisen, die auf der Station mit einem schonenden Garten unter 90 Grad Celsius gegart werden.

Ziele des Küchenkonzepts

  • Einheitliches Küchenkonzept für beide Klinken aus einer Hand
  • Zuverlässigkeit und dauerhafte Sicherstellung der Patientenversorgung an beiden Standorten
  • Steigerung der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit
  • Einhaltung aller gesetzlich notwendigen Hygienevorschriften
  • wirtschaftliches Versorgungssystem
  • zufriedenstellende Technik, geringe Fehleranfälligkeit
  • Kostenreduktion durch Synergieeffekte
  • hohe gleichbleibende Qualität und Regionalität