Winnenden

Rems-Murr-Klinikum: Stammzelltherapie auf Uniniveau

Stammzellen Stammzelltherapie Therapie Uni-Klinik Klinikum Winnenden Tübingen Uni_0
Stammzelltherapie auf Universitätsniveau: Oberärztin Dr. Stefani Parmentier (links) und Chefarzt Prof. Markus Schaich (rechts) arbeiten mit der Uniklinik Tübingen zusammen. © Rems-Murr-Kliniken

Winnenden. Stammzelltransplantationen können bei verschiedenen Krankheitsbildern wie Plasmazellkrebs oder Leukämien Leben retten. Das Rems-Murr-Klinikum Winnenden bietet eigenen Angaben zufolge seit mehr als zwei Jahren in diesem Bereich Therapien in einer Kooperation mit dem Universitätsklinikum Tübingen an, die in Baden-Württemberg einzigartig ist.

„Unsere Zusammenarbeit mit Tübingen eröffnet uns die Möglichkeit, als kommunales Haus bei hämatologischen Krankheitsbildern eine wohnortnahe Therapie auf Universitätsniveau anzubieten“, sagt Prof. Dr. Markus Schaich, Chefarzt der Hämatologie, der zusammen mit der Leitenden Oberärztin Dr. Stefani Parmentier federführend für das Projekt verantwortlich ist. Wie die Rems-Murr-Kliniken in einer Pressemitteilung schreiben, hat das Konzept für die Patienten unter anderem den Vorteil, dass zum einen die Therapie in Wohnortnähe stattfinden kann und damit die Wege für die Nachsorge oder bei unvorhergesehenen Komplikationen kurz sind.

Bei der Therapie geht es um die blutbildenden Stammzellen im Knochenmark. Erkrankungen der blutbildenden Zellen wie beispielsweise Plasmazellenkrebs oder verschiedene Leukämien werden mit Chemotherapie behandelt, die nicht nur die Krebszellen, sondern auch die gesunden Zellen zerstört. Damit der Körper aber nach der Chemotherapie über funktionierende Stammzellen verfügt, entnehmen die behandelnden Ärzte diese vor der Chemotherapie, um sie dem Patienten nach der Therapie wieder zu transplantieren, heißt es über diese autologe Stammzelltransplantation. „Wir bieten in den Rems-Murr-Kliniken die autologe Stammzelltransplantation an, während in der Uniklinik Tübingen auch Stammzellen von Fremdspendern transplantiert werden“, erklärt Prof. Schaich.

Die Mediziner beider Häuser führen wöchentlich eine Telefonkonferenz durch und besprechen das weitere Vorgehen bei der Therapie für jeden Patienten. „Wir arbeiten hier nach dem Vier-Augen-Prinzip, um für jeden Patienten die individuell erfolgreichste Therapie zu entwickeln. Dabei ist der Austausch mit den Kollegen aus Tübingen enorm hilfreich“, sagt Schaich. Darüber hinaus verfügen die Rems-Murr-Kliniken durch die Kooperation über höchste Qualitätsstandards, die normalerweise bei Universitätskliniken angesetzt werden. So werden die Rems-Murr-Kliniken durch die Uniklinik Tübingen jährlich auditiert. Es wird nach einheitlichen Verfahrensanweisungen (SOPs) und Standards therapiert und es finden gemeinsame Qualitätsbesprechungen statt.