Winnenden

Schüler beteiligen sich an "Fridays for Future"-Demonstration

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© Dietrich Hub

Winnenden. Viele Schüler des Berufskollegs Gebärdensprache sind am Freitagvormittag nach der zweiten Stunde nach Stuttgart gefahren, um an der Klimademonstration teilzunehmen. Dietrich Hub hat mit Luna Passon aus Remshalden, Rebecca Volk (17) aus Winnenden und Maren Bandl (17) aus Weilimdorf gesprochen. Die Jugendlichen berichten, warum ihnen die Demonstration wichtig war.

„Wir haben bewusst einen halben Vormittag lang auf unsere Bildung verzichtet“, sagt Maren Bandl, Schülerin im Berufskolleg Gebärdensprache der Paulinenpflege Winnenden. „Wobei das eigentlich so nicht stimmt, denn wir haben vorher schon mit der Schulleitung abgesprochen, wann der Unterricht nachgeholt wird.“

Initiative „Fridays for Future“

„Fridays for Future“ nennt sich die Initiative, für die Schüler und Studenten jeweils freitags nicht am Unterricht teilnehmen, um öffentlich auf die Gefahren durch den Klimawandel hinzuweisen. Die 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden ist die Symbolperson der Initiative. Auf der deutschen Internetseite dieser weltweiten Bewegung heißt es: „Der Klimawandel ist längst eine reale Bedrohung für unsere Zukunft. Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann. Doch unsere Politiker/-innen unternehmen nichts, um die Klimakrise abzuwenden. Die Treibhausgas-Emissionen steigen seit Jahren, noch immer werden Kohle, Öl und Gas abgebaut. Deswegen gehen wir freitags weder in die Schule noch in die Uni. Denn mit jedem Tag, der ungenutzt verstreicht, setzt ihr unsere Zukunft aufs Spiel!“

Manche Reden „zu krass“

Luna Passon sagt: „Ich finde schon, dass Deutschland aus der Kohleverbrennung aussteigen sollte. Das muss nicht von heute auf morgen passieren, und es sollte auch einen Ausgleich für diejenigen geben, die bis jetzt mit Kohle ihr Geld verdienen. Manche der Reden auf der Demonstration waren mir zu krass, wenn immer ,sofort!’ gefordert wurde.“

„Auch mir war manches zu radikal. Gut war aber, dass viele der Jugendlichen nicht nur etwas forderten, sondern auch eigene Lösungsvorschläge machten“, sagt Rebecca Volk. Ein Plakat, das auf der Stuttgarter Demonstration mitgetragen wurde, sei beschriftet gewesen mit: „Einmal Malle pro Jahr reicht!“ Dazu Rebecca: „Ich denke sogar, dass man keineswegs jedes Jahr eine Flugreise unternehmen muss.“

Klassenlehrerin in Stuttgart dabei

Die Leitung der Schule beim Jakobsweg beurteilt die Entscheidung der Schülerinnen und Schüler positiv. Schon zwei Wochen vor ihrer geplanten Teilnahme an der Demonstration gingen mehrere Schülerinnen zum Abteilungsleiter und überlegten gemeinsam, wann der ausfallende Unterricht nachgeholt wird. Vereinbart wurde auch, dass die Klassenlehrerin – die auch Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrerin ist – mit nach Stuttgart fährt und das Thema „demokratische Beteiligung“ im Unterricht aufgreifen wird.

Schulleiterin Beate Löffler: „Wenn Schülerinnen und Schüler sich wirklich interessieren und sich einsetzen für ein politisches Thema, dann finde ich das unterstützenswert. Dass die Schüler von sich aus angeboten haben, den Unterricht anderweitig nachzuholen, hat mir gezeigt, dass sie in Zusammenhängen denken können und bereit sind, ihre Freizeit dafür einzusetzen, um sich für ein bedeutendes Thema zu engagieren. Die Bedeutung von Bildung in der Schule wurde von den Schülern gewürdigt, so dass ich davon ausgehen kann, dass sie nicht nur einfach den Schulvormittag schwänzen wollen.“