Winnenden

Schlichtes, würdiges Gedenken an die Opfer des Amoklaufs

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15 weiße Rosen waren am Stahlring aufgestellt, dafür versammelten sich etwa 350 Menschen am Freitag im Stadtgarten. © Habermann / ZVW
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David Butsch und Jana Heller lasen die 15 Namen der Ermordeten vor, rechts OB Holzwarth. © Habermann / ZVW
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Menschenkreis um das Memorial im Stadtgarten. © Gabriel Habermann
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Cellist Felix Brade spielte Bach. © Habermann / ZVW
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann
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Etwa 350 Menschen nahmen am öffentlichen Gedenken an die Opfer vom 11. März 2009 um 9.30 Uhr teil. © Gabriel Habermann

Winnenden. Rund 350 Menschen haben am Freitag der Opfer des Amoklaufs vom 11. März 2009 gedacht. Es war eine schlichte, würdige Feier mit Glockenläuten, Gebet und einer kurzen, nachdenklichen und aktuellen Rede von OB Hartmut Holzwarth.

„Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der am 11. März 2009 ermordeten und den damals an Körper und Seele verletzten Menschen und ihren Familien“, sagte Holzwarth und erinnerte an Angst und Entsetzen, Schock und Trauer, die die Tat vom 11. März 2009 ausgelöst hatte: „Die Selbstverständlichkeit, zu glauben, eben nicht von einem auf den anderen Moment mit tödlicher Gefahr durch einen anderen Menschen rechnen zu müssen, war weg. Die sogenannte Normalität war plötzlich zerstört.“ Der Weg zurück zum Alltag sei schwer.

Auch heute sei für Hinterbliebene und Betroffene manche Wegstrecke zur Normalität noch nicht zu Ende. „Mit Ihnen allen fühlen wir heute. Und blicken darauf, wie schnell menschliches Leid entstehen kann. Wie zerbrechlich Zivilisation ist. Dies betrifft in unendlich größerem zahlenmäßigem und zeitlichem Umfang die Menschen in denjenigen Ländern, wo Kriege oder kriegsähnliche Gewalt und Terror herrschen. Auch an diese Menschen in oder aus Kriegsgebieten, die, wenn sie können, nun auch als Flüchtlinge unterwegs sind, denken wir daher heute. Zum Beispiel in Syrien, wo seit praktisch schon fünf Jahren Krieg ist.“

Hoher Anteil von Jugendlichen beim Gedenken im Stadtgarten

Viele Winnender, vor allem sehr viele Jugendliche, hatten sich in einem weiten Kreis um die Gedenkstätte versammelt. Bei ihnen standen auch Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Sozialministerin Katrin Altpeter und erkennbar einige Flüchtlinge, die von ihren einheimischen Freunden mitgebracht wurden, sich hatten berichten lassen, was vor sieben Jahren geschehen ist und was am Gedenktag geschieht, wie ein Mann aus Eritrea im Nebengespräch erzählte.

Viele Besucher des öffentlichen Gedenkens trugen Mützen, Schals und Handschuhe. Erst knapp vor 9.30 Uhr füllte sich der Platz und es kehrte Stille ein. Man wartete auf das Läuten der Kirchenglocken um 9.33 Uhr.

Nach einer halben Stunde endet die Veranstaltung

Pastor Jörg Kibitzki von der methodistischen Gemeinde sprach ein Gebet und gleich danach gemeinsam mit den Versammelten ein Vaterunser. Mit Bachs Cello-Solosuite in d-Moll, gespielt von Musikschullehrer Felix Brade, endete die vormittägliche Gedenkversammlung nach einer knappen halben Stunde, und ein ökumenischer Gottesdienst in der Schlosskirche begann. Am Abend beteten viele Gläubige bei ökumenischen Gottesdiensten in Weiler zum Stein und in der Borromäuskirche in Winnenden. Um 20 Uhr setzte sich eine vom Jugendgemeinderat initiierte Lichterkette in Bewegung, über die wir auf der heutigen Kreisrundschauseite und unter www.zvw.de berichten.

Die Namen

Die beiden Jugendgemeinderäte Jana Heller und David Butsch haben am Freitag bei der Gedenkstätte alle Namen der Ermordeten des Amoklaufs vom 11. März 2009 vorgelesen:

Jacqueline Hahn - 15 Jahre

Ibrahim Halilaj - 17 Jahre

Franz Josef Just - 56 Jahre

Stefanie Tanja Kleisch - 16 Jahre

Michaela Köhler - 26 Jahre

Selina Marx - 15 Jahre

Nina Denise Mayer - 24 Jahre

Viktorija Minasenko - 16 Jahre

Nicole Elisabeth Nalepa - 16 Jahre

Denis Puljic - 35 Jahre

Chantal Schill - 15 Jahre

Jana Natascha Schober - 15 Jahre

Sabrina Schüle - 24 Jahre

Kristina Strobel - 16 Jahre

Sigurt Peter Gustav Wilk - 46 Jahre.