Winnenden

Schmutzige Autos: Saharastaub sorgt für Andrang vor der Waschanlage in Winnenden

Waschanlage
Für Jürgen Schäffner und seinen Autowaschsalon ist der Saharastaub „ein Segen“. © Alexandra Palmizi

Niemand hat sich in Winnenden so sehr über den Saharastaub am Dienstag (15.3.) gefreut wie Jürgen Schäffner. Der 58-Jährige ist Inhaber des Autowaschsalons „Öko Carwash“ in Hertmannsweiler. Sein Geschäft sind schmutzige Autos – und davon fahren dank der Staubwolke aus Nordafrika aktuell eine ganze Menge durch die Stadt. Vor Schäffners Waschsalon bildeten sich am Mittwoch lange Schlangen. Der arbeitsreiche Tag war „ein Segen“ für den Unternehmer nach zwei Jahren Corona und Umsatzeinbußen bis zu 40 Prozent.

Großer Andrang dank Wüsten-Wolke: „Wir werden heute circa 180 Autos waschen“

„Wir werden heute circa 180 Autos waschen“, sagt Jürgen Schäffner, „das ist unüblich, aber der Saharastaub macht’s möglich.“ Vor der Einfahrt in die Waschstraße hat sich ein Stau von circa zehn Autos gebildet. Sämtliche sind von einem gelblich-braunen Film überzogen. „Das war die Sarah“, scherzt ein älterer Herr im Audi, der seinen Wagen nach eigenen Angaben sonst nur alle zwei, drei Monate in die Waschanlage fährt. Der Mann im Ford vor ihm putzt sein Auto eigentlich nur, wenn es richtig dreckig ist. Das ist wegen des Staubs vom Vortag definitiv der Fall. Erschwerend hinzu kommt: Die Mutter hat Geburtstag – und wer fährt dort schon gerne mit einem schmutzigen Wagen vor?!

Wer wie diese beiden sein Fahrzeug wieder blitzeblank haben möchte, muss bis zu einer halben Stunde dafür einplanen. Die Wäsche selbst ist ruckzuck erledigt: Erst tragen Jürgen Schäffner oder sein Mitarbeiter schäumenden Schmutzanlöser auf und setzen den Druckstrahler ein, dann werden die Felgen gereinigt, der Autofahrer rollt nach vorne, nimmt den Gang raus und wird automatisch in die Bürsten geschickt. Circa vier Minuten dauert es, bis der Wagen wieder glänzt.

Den Autowaschsalon gibt es an dieser Stelle seit 1997, Armin Schäfer hat ihn gegründet. Jürgen Schäffner führt den Betrieb seit 2011, „mit Leidenschaft“, wie er sagt. Er und sein Mitarbeiter, „wir freuen uns selber daran, wenn die Pkw sauber rauskommen.“

Home-Office und Corona: „Wir hatten Umsatzeinbußen bis zu 40 Prozent“

Rund 5000 Stammkunden zählt Jürgen Schäffner, die regelmäßig alle paar Wochen zu ihm kommen. Doch die Corona-Pandemie, in der viele Autos in der Garage blieben, also auch nicht dreckig wurden, hat dem Familienvater aus Birkmannsweiler schwer getroffen: „Wir hatten Umsatzeinbußen bis zu 40 Prozent“, berichtet er, „wir haben gerade so überlebt.“ Hilfe vom Staat gab’s nicht, der Betrieb habe ja nicht schließen müssen. Zum Glück sei ihm die Vermieterin bei der Miete entgegengekommen, sagt Jürgen Schäffner.

Und zum Glück gibt es Naturereignisse wie den Saharastaub, der die Autobesitzer jetzt massenhaft in seinen Salon treibt. „Das ist ein wichtiger Tag heute“, sagt Schäffner, „wir haben vorgestern die Zisternen mit Schlammfang und Ölabscheider leeren lassen. Das kostet rund 3000 Euro. Wenn wir heute 180 Autos waschen, dann können wir uns betiteln mit 2000 Euro Umsatz. Das ist ein Segen. Normalerweise, wenn das jetzt nicht passiert wäre mit dem Saharasand, dann hätten wir die Kosten wieder über zwei, drei Monate geschleppt.“

Der Saharastaub könnte bereits an diesem Donnerstag erneut auftreten

Selber waschen und sich die 13 Euro für eine Comfort-Wäsche (mit Unterbodenwäsche und Wachs) zu sparen, sei übrigens in der aktuellen Situation keine gute Idee, sagt der Waschsalon-Inhaber: „Selber abspritzen? Funktioniert nicht, da verkratzt man nur den Lack und landet am Ende doch noch hier.“

Noch ein paar Tage wird der Winnender vom Saharastaub profitieren. Am Wochenende rechnet er erneut mit einem großen Andrang. Wer weiß, vielleicht sind unter Jürgen Schäffners Kunden dann auch ein paar, die ihr Auto erst am Mittwoch haben waschen lassen. Für diesen Donnerstag hat der Deutsche Wetterdienst nämlich erneut angekündigt, dass sich der Himmel wegen des Staubs gelb verfärben wird.

Niemand hat sich in Winnenden so sehr über den Saharastaub am Dienstag (15.3.) gefreut wie Jürgen Schäffner. Der 58-Jährige ist Inhaber des Autowaschsalons „Öko Carwash“ in Hertmannsweiler. Sein Geschäft sind schmutzige Autos – und davon fahren dank der Staubwolke aus Nordafrika aktuell eine ganze Menge durch die Stadt. Vor Schäffners Waschsalon bildeten sich am Mittwoch lange Schlangen. Der arbeitsreiche Tag war „ein Segen“ für den Unternehmer nach zwei Jahren Corona und Umsatzeinbußen bis

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper