Winnenden

Schneller, höher, weiter: Neue Drehleiter für die Feuerwehr in Winnenden

Drehleiter
Feierliche Übergabe der neuen Drehleiter am Donnerstagabend am Feuerwehrhaus der Abteilung Zipfelbach. © Gabriel Habermann

Ein Mercedes-Fahrgestell mit 299 PS Leistung, insgesamt 16 Tonnen Gewicht, ein 32 Meter langer, vierteiliger Leiterpark, Computertechnik, ein fest verbauter Wasser- und Schaumwerfer – die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden hat es in sich. Wie ihre Vorgängerin, die nach 20 Jahren und rund 700 Einsätzen ausgedient hat, ist sie eines der wichtigsten Instrumente für Kameradinnen und Kameraden auf ihrer Mission, Leben zu retten.

Das ist nicht nur eine Phrase. Bei der offiziellen Übergabe durch die Firma Magirus am Donnerstagabend erinnert sich Frank Dissertori, Kommandant der Abteilung Zipfelbach, an den wohl spektakulärsten Einsatz der alten Drehleiter: 2011 brannte ein Wohnhaus in der Höfener Straße. Ein Achtjähriger war im Dachgeschoss von den Flammen eingeschlossen worden und in seiner Not durch ein Fenster aufs Dach geklettert. „Er ist dann von zwei beherzten Feuerwehrmännern mit Hilfe unserer ,alten Lady‘ vom Dach geholt worden“, erzählt der 52-Jährige. „In letzter Sekunde“ hätten die Männer den Jungen in den Korb gehievt und vor den Flammen gerettet.

Das alte Fahrzeug wird verkauft

Es ist angesichts solcher Erlebnisse nicht verwunderlich, dass die Abteilung Zipfelbach ihre alte Drehleiter mit dem Iveco-Fahrgestell „mit gemischten Gefühlen“ am 12. September an die Firma Magirus verkauft.

Auf der anderen Seite ist die Freude groß über das neue Fahrzeug, in dessen Bedienung die Kameradinnen und Kameraden am Zipfelbach in den vergangenen zwei Monaten bereits eingewiesen worden sind. Was hilft: Die computerstabilisierte (CS) Steuerung der Drehleiter kennen die Feuerwehrleute schon vom bisherigen Gerät.

Fast 800.000 Euro teuer

Rund 778.000 Euro kostet die neue Drehleiter, die in Winnenden und den Nachbargemeinden im Einsatz sein wird, rund 250.000 Euro schießt das Land zu. Die Haushaltsmittel waren bereits 2019 vom Gemeinderat angemeldet worden, eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe der Feuerwehr erarbeitete daraufhin in vielen abendlichen Sitzungen ein Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung – dieses Verzeichnis umfasst 812 einzelne Punkte. Im Frühjahr 2021 wurde der Auftrag vom Gemeinderat an die Firma Magirus vergeben.

Die Bau- und Lieferzeit des Hightech-Fahrzeugs betrug 15 Monate. Das sind drei Monate mehr als geplant – womit die Winnender Glück gehabt haben. Aus der aktuellen Weltlage mit Lieferengpässen und Co. ergeben sich aktuell noch viel längere Wartezeiten.

Die Vorteile der neuen Drehleiter

Apropos Wartezeiten: Ein Vorteil der neuen Drehleiter ist, dass sie schneller einsatzbereit ist, der Leiterpark flexibler und zügiger ausgefahren werden kann. Außerdem trägt der Korb bis zu 500 Kilogramm – bisher lag die Obergrenze bei 280 Kilogramm. Hinzu kommt eine Krankentragenhalterung, die bis zu 270 Kilogramm aushält, während die Grenze der alten Halterung bei 150 Kilogramm erreicht war.

Die Drehleiter sei nicht nur bei der Brandbekämpfung wertvoll, sondern auch das Gerät zur Personenrettung schlechthin, erklärt der Winnender Feuerwehrkommandant Yosh Dollase. Immer öfter müsse die Feuerwehr Menschen aus ihren Wohnungen retten, die nicht in der Lage sind, das Haus selbst zu verlassen beziehungsweise nicht durchs Treppenhaus transportiert werden können. Menschen aus bis zu 23 Metern Höhe können mit der Drehleiter gerettet werden, bei einer Ausladung von zwölf Metern. „Die Patienten wohnen immer weiter oben und wiegen immer mehr“, bringt Dollase die Herausforderungen für die Feuerwehr auf den Punkt. Gut, dass die Feuerwehr mit der Drehleiter technisch wieder „auf dem neuesten Stand“ ist, wie sich auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth bei der Übergabe am Donnerstagabend freute.

Ein Mercedes-Fahrgestell mit 299 PS Leistung, insgesamt 16 Tonnen Gewicht, ein 32 Meter langer, vierteiliger Leiterpark, Computertechnik, ein fest verbauter Wasser- und Schaumwerfer – die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden hat es in sich. Wie ihre Vorgängerin, die nach 20 Jahren und rund 700 Einsätzen ausgedient hat, ist sie eines der wichtigsten Instrumente für Kameradinnen und Kameraden auf ihrer Mission, Leben zu retten.

Das ist nicht nur eine Phrase. Bei der

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