Winnenden

Sissi Flegel ist tot - Trauer um eine lebensfrohe Schriftstellerin aus Winnenden

Sissiflegel
Die Schriftstellerin Sissi Flegel (†) bei einer Lesung im Jahr 2015 in Winnenden. Archivfoto: Schneider © Gaby Schneider

Sissi Flegel war Winnendens produktivste Schriftstellerin mit über 40 Romanen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Einige ihrer Titel wurden Bestseller, zuletzt „Die Geheimnisse der Sommerfrauen“, der nur als E-Book erschien. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist die Lehrerin und Autorin Sissi Flegel am 5. Juli im Alter von 76 Jahren verstorben. Offiziell hieß sie zuletzt Sissi Eisele, sie hinterlässt ihren Mann, ihren Sohn und ihre Stiefkinder.

Lange Zeit führte sie ein "Doppelleben"

„Sie war ein lebensfroher Mensch und eine Autorin ,zum Anfassen'“, sagt Zeitungsverleger Ullrich Villinger über seine Waiblinger Rotarier-Freundin. Jeder Bericht unserer Lokalzeitungen über eine Lesung von ihr zeugen davon. Im Jahr 2015 plaudert sie in der Alten Kelter in Winnenden völlig ungezwungen und uneitel mit den Zuhörern über sich, ihre Arbeitsweise, ihr langjähriges „Doppelleben“ als Lehrerin und Schriftstellerin, und so tut sie es Anfang April mit der Schülerin Fanny Richter, die sie in Höfen fürs Literaturprojekt des Lessing-Gymnasiums interviewt hat.

Zur Arbeitsdisziplin gehörten ein bestimmtes Pensum, aber auch Spaziergänge 

Demnach hatte Sissi Flegel zuletzt zwei Wohnsitze, in Vaihingen an der Enz und in Winnenden-Höfen, wobei sie sich an den Buchenbach vor allem zum Schreiben zurückzog. Sie mochte an Winnenden besonders den Markt und die Schlosskirchen-Musik und die Umgebung bis nach Berglen zum Spazierengehen, was zu ihrer disziplinierten Arbeit dazugehörte. „Ich nehme mir jeden Morgen vor, eine bestimmte Seitenzahl zu schreiben, wenn die erreicht ist, ist mein Arbeitstag beendet.“ In den Romanen „Bubenspitzle im Angebot“ und „Unterwegs im Viertelestakt“ kommt Winnenden mit einigen echten Details vor.

Autobiografisch, das betonte Sissi Flegel bei Lesungen, waren ihre Romane nie direkt, aber natürlich flossen Erlebnisse, Erfahrungen, alterstypische Lebensumstände ein – und sie wollte immer „etwas Menschliches vermitteln“.

Erste Erfolge im Thienemann-Verlag und dank Mentor Hansjörg Weitbrecht

Ihr Mentor war Hansjörg Weitbrecht, der Verleger des Thienemann Verlags, in dem sie ihre ersten großen Erfolge feierte und Titel für die Reihe „Freche Mädchen – Freche Bücher“ schrieb. Die Reihe wurde in 14 Sprachen übersetzt. Als Höhepunkte ihres Schreibberufs empfand Sissi Flegel Lesungen, besondere waren an einer deutschen Schule in Athen und auf der „Lit.Cologne“.

Die Autorin wurde als Sissi Oesterle am 18. August 1944 „in eine quirlige Schwäbisch Haller Großfamilie hineingeboren“, wie es bei Thienemann auf der Website heißt. Nach dem Abitur auf einem Mädcheninternat studierte sie Deutsch, Englisch und Geschichte an einer pädagogischen Hochschule. Nach ein paar Jahren als Grundschullehrerin, sagt Sissi Eisele im Interview zu Fanny Richter, wurde ihr langweilig. Sie begann 1982 Jugendbücher zu schreiben, blieb aber bis Anfang 50 immer auch Lehrerin, war also nahe am Alltag und an den Träumen von Kindern. 1988 wurde sie mit dem Jugendliteraturpreis der Stadt Dinkelsbühl ausgezeichnet.

Roman über den Keltenfürsten von Hochdorf

Eine Weile arbeitete Sissi Flegel als Ausbilderin von Lehrern in Stuttgart, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Vornehmlich heiter sind ihre Bücher, sind Beziehungskomödien, sind Unterhaltungsliteratur im besten Sinne. Inspiration zog Sissi Flegel aber auch aus ihren Reisen und aus ihrem Geschichtsstudium. Als Erwachsenenbuch-Autorin bekannt wurde sie beispielsweise mit dem Roman über den Keltenfürsten von Hochdorf, „Der dritte Löwe“.

Sissi Flegel war Winnendens produktivste Schriftstellerin mit über 40 Romanen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Einige ihrer Titel wurden Bestseller, zuletzt „Die Geheimnisse der Sommerfrauen“, der nur als E-Book erschien. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist die Lehrerin und Autorin Sissi Flegel am 5. Juli im Alter von 76 Jahren verstorben. Offiziell hieß sie zuletzt Sissi Eisele, sie hinterlässt ihren Mann, ihren Sohn und ihre Stiefkinder.

Lange Zeit führte sie ein

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