Winnenden

Sonnwendfeier mit Bussard und Uhu

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Falkner Christian Kraus mit dem Sibirischen Uhu – eine besondere Attraktion zum Auftakt des Sonnwendfeuers in Höfen. © ZVW/Alexandra Palmizi

Winnenden-Höfen. Die Sportfreunde Höfen-Baach lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um ihre Sonnwendfeier attraktiv zu halten. War es vor zwei Jahren ein Feuerjongleur, so lockte am Samstag der Falkner Christian Kraus mit seinen Tieren auf das Vereinsgelände.

37 Grad Celsius kurz vor 19 Uhr – die Aussicht auf ein Sonnwendfeuer, das Wärmestrahlung in die Umgebung sendet, ist da nicht gerade der ultimative Burner. In weiser Voraussicht hat der Verwaltungsvorstand des Vereins, Michael Bredow, als besondere Attraktion Carina Oppelt und Christian Kraus aus Abtsgmünd eingeladen, die aus ihrer Falknerei als besondere Nervenkitzel den Sibirischen Uhu Katharina und den Wüstenbussard Xena mitgebracht hatten.

Junge Familien nehmen den Weg trotz der Hitze auf sich

Tanja Markmann und ihre Tochter Liara waren nur wegen der Aussicht, den faszinierenden Greifvögeln Auge in Auge gegenüberzustehen, mit ihren Rädern zum Sportplatz gefahren. Ihre Tochter sei von diesen Tieren fasziniert, erklärte Tanja Markmann, und befasse sich intensiv mit ihnen. „Mein Lieblingsvogel ist der Turmfalke“, ergänzte Liara.

„Hauptsächlich wegen der Vögel sind wir hierherspaziert“, bestätigte auch die junge Familie Häberle mit ihren fünf und drei Jahre sowie zehn Monate alten Kindern. „Die zwei Großen freuen sich schon riesig darauf!“ Aber nicht nur Kinder waren unter den begeisterten Zuschauern, der 73-jährige Klaus war trotz der Hitze mit dem E-Bike von Weiler zum Stein herübergeradelt, „um den Falkner und seine Tiere zu sehen“.

Mucksmäuschenstill war es auf der Sportplatztribüne, als Kraus berichtete, die elf Jahre alte und über drei Kilogramm schwere Katharina könne ihren Kopf um 270 Grad drehen und sehe so gut, dass sie noch aus tausend Meter Entfernung eine Maus unter einer Schneedecke ausspähen könne. Von Menschenhand aufgezogen, könne sie in Gefangenschaft sechzig Jahre alt werden, während für ihre Artgenossen in freier Natur die Lebenserwartung nur halb so hoch sei: „Schiene, Straße und Windkraft sind die Hauptfeinde.“ Sie forderten die meisten Opfer unter den bis zu 80 Stundenkilometer schnellen, vor allem dämmerungs- und nachtaktiven Greifvögeln. Die Spannweite ihrer Flügel beträgt bis zu 1,80 Meter.

Wüstenbussard jagt im Auftrag des Flughafens Hasen und Füchse

Die ursprüngliche Heimat des elfjährigen Wüstenbussards Xena liege in Nord- und Südamerika. Er wurde von seinen Eltern aufgezogen, deshalb sei das Tier etwas schüchtern, entschuldigte sich Kraus. Außerdem werde Xena tatsächlich zur Jagd eingesetzt, auf Hasen und Füchse, dort, wo nicht geschossen werden dürfe, zum Beispiel am Augsburger Flughafen. Wüstenbussarde erreichten eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 180 Stundenkilometer und hätten eine Flügel-Spannweite von bis zu 1,20 Metern.

Kraus hatte seine Tiere nicht nur zum Anschauen mitgebracht. Im Anschluss an seine Erklärungen konnten sich die kleinen und großen Greifvogelfreunde mit Katharina fotografieren lassen und sie sogar streicheln, ein Nervenkitzel, den sich selbst die Kleinsten nicht entgehen ließen, und sei es auch nur an der Hand und auf dem Arm von Papa oder sicher geborgen hinter der Mama und der großen Schwester.