Winnenden

Stadt Winnenden fordert auf: Gartenbesitzer können den Verkehr sicherer machen

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Gartenabfälle. (Symbolbild) © Pixabay

Bäume, Sträucher und sonstige Anpflanzungen auf privaten Grundstücken dürfen die Sicherheit des Straßenverkehrs nicht behindern. Darauf weißt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung hin.

Häufig ragen Zweige von Bäumen und Sträuchern jedoch über die Grundstücksgrenze hinaus in den Gehweg oder in die Straße und führen so zu gefährlichen Situationen.

An Kreuzungen, Einmündungen sowie Fuß- und Radwegen komme es immer wieder zu Behinderungen, wenn die Sicht durch überhängende Äste und zu breit oder zu hochwachsende Hecken eingeschränkt ist. Fußgänger müssen durch zu üppigen Bewuchs den sicheren Gehweg verlassen, die Straße betreten, was besonders für Kinder eine Gefahr birgt. Um Gefahrensituationen von vornherein zu vermeiden, gibt die Verwaltung folgende Hinweise:

  • Beim Pflanzen von Sträuchern, Bäumen und Hecken sei zu beachten, dass diese noch wachsen werden. Die Einhaltung eines ausreichenden Abstandes zur Grundstücksgrenze ist empfehlenswert.
  • Die Anpflanzungen sind regelmäßig soweit zurückzuschneiden, dass diese erst gar nicht in den öffentlichen Verkehrsraum wachsen. Das Austreiben der Pflanzen während der Wachstumsphase sei dabei zu beachten.
  • Die vorgeschriebenen „Lichtraumprofile“ sind einzuhalten, auch wenn beispielsweise Regen oder Schnee die Äste nach unten drückt.
  • Über der Fahrbahn einer Straße muss mindestens ein Lichtraum von 4,5 Metern frei bleiben, über Radwegen von 2,5 Metern und über einem Gehweg von 2,3 Metern.
  • Der Bewuchs ist entlang der Geh- und Radwege bis zur Geh-/Radweghinterkante zurückzuschneiden.
  • Bei Fahrbahnen ohne Gehweg ist ein seitlicher Sicherheitsraum von mindestens 0,75 Metern einzuhalten.
  • Sofern ein Hochbord (Randstein) vorhanden ist, könne der Sicherheitsabstand vom Fahrbahnrand auf 0,5 Meter reduziert werden.
  • Anpflanzungen im Bereich von Straßeneinmündungen und Kreuzungen müssen so weit zurückgeschnitten werden, dass Sichtbehinderungen und Verkehrsgefährdungen ausgeschlossen sind.
  • Verkehrszeichen oder Straßenlampen dürfen nicht verdeckt werden. Schilder müssen mühelos lesbar sein und Lampen ihre Beleuchtungsfunktion erfüllen können.

Schadensersatzanspruch bei Unfällen

Die genannten Regeln gelten auch für Grundstücke entlang von Feldwegen sowie für nicht bebaute Grundstücke. Besonders zu Aussaat- und Erntezeiten sei bei Feldwegen ein ausreichendes Lichtraumprofil dringend notwendig.

Kommt es zu Kratzern im Fahrzeuglack oder zu einem Unfall wegen eingeschränkter Sicht und sind die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten, besteht unter Umständen ein Schadensersatzanspruch des Geschädigten gegen den Eigentümer.

Bei der Freihaltung von Gehwegen und Straßen sind während der Vegetationsperiode vom 1. März bis 30. September bestimmte naturschutzrechtliche Vorschriften zu beachten.

Demnach ist es in dieser Zeit verboten, insbesondere Hecken, Bäume und Gebüsch zu roden, abzuschneiden oder auf andere Weise zu zerstören.

Ein maßvolles Zurückschneiden unter Beachtung beispielsweise von brütenden Vögeln sei jedoch möglich.