Winnenden

"Starke Frauen": Melanie Schönfeld aus Winnenden hat ein Buch geschrieben

StarkeFrauen
Melanie Schönfeld. © Gaby Schneider

Melanie Schönfeld kam während der Coronazeit auf die Idee, ein Buch zu schreiben. Es erscheint in Kürze im Eigenverlag und ist auch im ZVW-Shop erhältlich. „Sei deine Macherin – sonst macht’s ja niemand“ ist ein Motivationsbuch für Frauen. Welchen motivierenden „Stupser“ will die Autorin den Frauen denn geben?

Schreiben hat der 43-jährigen Marketingfrau in einer persönlichen Krise geholfen. Sie sagt, sie musste etwas tun gegen die Corona-Starre. Und so schrieb sie alles auf, was ihr im Kopf herumging, sie bewegte. Daraus wurde der Plan für ein Motivationsbuch. Es soll möglichst viele Frauen dazu anspornen, die eigenen Kraftquellen besser zu nutzen. „Wie oft denken insbesondere wir Frauen: Das kannste jetzt nicht bringen. Warum heißt es nicht viel häufiger: Das mach’ ich jetzt einfach mal“, sagt Melanie Schönfeld.

Die Inhaberin einer Agentur und zweifache Mutter sagt, sie sei schon der Typ „Ärmel hochkrempeln“, nicht der Typ „Mundwinkel nach unten ziehen“. Doch Corona hat auch bei ihr manches auf den Kopf und ziemlich viel infrage gestellt. Sie scheint zu alter Stärke zurückgefunden zu haben: Auf ihrem Buchcover zeigt sich die quirlige Frau in Macherpose mit geballter Faust, lachend mit geknotetem Tuch im weißblonden Haar – eines ihrer Markenzeichen.

Dass sie was reißen kann, hat sie bewiesen. „Eine eigene Agentur aufzubauen, mit zwei Kindern und einem vollzeitberufstätigen Mann, ist harte Arbeit“, sagt sie. Während des Corona-Dämpfers sei nicht viel zu sehen gewesen von der strahlenden Macherin. „Ich hatte eine Sinnkrise, habe mich ein Stück weit selbst verloren“, zeigt sie sich im Gespräch von einer nachdenklichen Seite. „Alles, was mich ausmacht, ging nicht mehr“, erinnert sie sich. „Freunde treffen, mit dem Team zusammensitzen, etwas erarbeiten, einfach mal rumspinnen, ausgeflippt sein, Tanzen gehen, das Kindsein in mir ausleben, das hat mir gefehlt“, so Melanie Schönfeld.

Ihr Buch soll viele Frauen ansprechen. Dafür hat sie mit anderen Frauen gesprochen und sich schildern lassen, wie sie ihre „Macherkraft“ aktivieren, pflegen, einsetzen. Es soll Denkanstöße geben. Einer lautet: „Weniger jammern, mehr machen.“ Andere: „Stärke deine weibliche Intuition“ oder „Die eigenen Wünsche erkennen“. Klingt nach klassischem Ratgeberrepertoire. Was macht ihr Motivationsbuch besonders? „Ich wollte nicht noch einen weiteren Ich-Muss-Ratgeber schaffen, der mit erhobenem Zeigefinger noch mehr Druck aufbaut.“ Sie halte nicht viel von „Muss-Botschaften“ im Stile von „Du musst täglich zehn Minuten meditieren, so und so viele Schritte gehen, dich so und so ernähren.“ Ihr Machertipp im Kapitel „Positives Denken“ klingt schon noch etwas nach „müssen“: „Zwinge dich ganz bewusst, positiv zu denken“.

Ihr gehe es um Zweckoptimismus

Die Autorin präzisiert, ihr gehe es um Zweckoptimismus. „Wenn ich denke ‚Blödes Regenwetter, jetzt kann ich nicht raus und etwas unternehmen’, versuche ich, diesen Gedanken beiseitezuschieben“, erzählt sie. Ihr falle dann ein, dass ja nun tolles Kuchenwetter ist. „Und so gehe ich mit dem Regenschirm zum Bäcker, gönne mir ein Stück Torte mit einem Cappuccino und nehme die vermeintlich schlechte Situation als etwas Wunderbares wahr.“ Danach gehe es ihr gleich viel besser.

Zahlreiche solcher „Best Practice“-Beispiele für den erfolgreichen Einsatz der eigenen „Macherkraft“ liefern ihre Protagonistinnen, deren Namen sie teilweise anonymisiert, geändert hat. Einige Episoden gehen unter die Haut – darin schildern Frauen, die trotz hartem Flüchtlingsschicksal, Kindheit im Heim und nach Krebsdiagnose ihren Kompass fürs Leben wiedergefunden haben. Einige Frauen fassen in einem einzigen Satz zusammen, wie es gelingen kann, „optimistisch nach vorne zu schauen“. Andere Frauen liefern Geschichten, die zum Schmunzeln schön und herzergreifend sind.

Da ist ihre 85-jährige Nachbarin Ilse: „Sie schafft unermüdlich in ihrem Garten, kann aber mittendrin alles liegenlassen, ohne aufzuräumen, und ein Glas Sekt trinken.“ Melanie Schönfeld sagt, sie sei völlig beeindruckt, mit welcher Unbekümmertheit sich die Seniorin die Zeit genommen hat, alles für dieses eine Glas Sekt schön anzurichten, Kristallgläser auf den Tisch zu stellen und den Moment regelrecht zu zelebrieren. Die im Buch erwähnte siebenjährige Tochter von Iris kann das auch: Ihr kindliches Ich möchte die Welt entdecken, ganz egal, „ob es ins Schema passt“. Irgendwo zwischen diesem heillosen „Kindsein“ und der heilsamen „Altersweisheit“ von Ilse liege der Schlüssel zur Macherkraft.

Und was hilft der Autorin, gelegentlich die eigene Betriebsamkeit auszuknipsen, die uns ständig weismachen will, dass wir etwas jetzt sofort tun müssen? „Sockig schaffen in meiner Agentur“, entgegnet sie lachend. Und immer wieder der „Ilse“ in sich ein paar Minuten des Tages schenken, um diese zu unverwechselbaren Momenten zu machen. „Einfach nachmittags mal spontan ein Glas Sekt aufm Balkon trinken“ gehöre auch dazu. Beim Zeitungsinterview darf es dann zwischendurch sogar ein richtiger „Muss“-Satz sein: „Wir müssen uns das bewahren: dass wir sehen, was ist jetzt im Moment grad wichtig für mich.“ Und dann: „Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.“

Melanie Schönfeld kam während der Coronazeit auf die Idee, ein Buch zu schreiben. Es erscheint in Kürze im Eigenverlag und ist auch im ZVW-Shop erhältlich. „Sei deine Macherin – sonst macht’s ja niemand“ ist ein Motivationsbuch für Frauen. Welchen motivierenden „Stupser“ will die Autorin den Frauen denn geben?

Schreiben hat der 43-jährigen Marketingfrau in einer persönlichen Krise geholfen. Sie sagt, sie musste etwas tun gegen die Corona-Starre. Und so schrieb sie alles auf, was ihr

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